Altersteilzeit Opel streicht weitere Stellen - Eisenach kommt glimpflich davon

Opel baut weitere Stellen ab und spricht gleichzeitig eine längere Garantie für die verbliebenen Arbeitsplätze aus. Der befürchtet harte Einschnitt in Eisenach bleibt wohl aus.

Auto-Produktion bei Opel in Eisenach
Den Mitarbeitern bei Opel in Eisenach werden Angebote zur Altersteilzeit unterbreitet. (Archivfoto) Bildrechte: imago/Bild13

Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Eisenach begrüßt die mit dem Unternehmen ausgehandelten Eckpunkte zur Zukunftssicherung. Bernd Lösche sagte MDR THÜRINGEN, das Ergebnis sichere den Standort und sei für die Belegschaft positiv. Demnach sind bis Mitte 2025 bei Opel betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, zwei Jahre länger als bisher. Lehrlinge werden nach ihrer Ausbildung übernommen. Ältere Mitarbeiter der Jahrgänge 1964 und 1965 können freiwillig Altersteilzeitangebote nutzen.

Opel streicht und garantiert Arbeitsplätze

Lösche sagte, für junge Leute gebe es jetzt bessere Perspektiven, in das Unternehmen hineinzukommen, für ältere sei der Weg aus der Arbeit leichter geworden. Außerdem soll ein Qualifikations- und Weiterbildungsprogramm aufgelegt werden. Die Eckpunkte sind nach Lösches Angaben ein Zwischenstand, sie müssen noch in einen Tarifvertrag übertragen werden. Opel hatte am Dienstagmittag die verlängerte Beschäftigungssicherung bekannt gegeben, verbunden mit der Streichung weiterer 2100 Stellen. Der befürchtete harte Sanierungskurs in Eisenach bleibt dabei aus.

Opel-Werk in Eisenach für Grandland X umgebaut

Am Wochenende hatte Opel-Chef Michael Lohscheller mitgeteilt, das ab Anfang März im Werk Eisenach mit der Produktion eines Hybridmodells des Stadtgeländewagens (SUV) Grandland X begonnen wird. Eisenach war nach der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern das erste deutsche Opel-Werk, dessen Produktion komplett umgestellt wurde. Für den SUV Grandland nutzt Opel eine PSA-Plattform. 2019 seien rund 100.000 Grandland verkauft worden - fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

PSA hatte Opel im August 2017 mit rund 19.000 Arbeitsplätzen in den deutschen Werken übernommen und eine Jobgarantie bis Mitte 2023 abgegeben. Seitdem haben rund 6800 Beschäftigte einem vorzeitigen Ausstieg zugestimmt, der aber noch nicht bei allen erfolgt ist. Auch wurde ein Teil des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula verkauft. Opel hatte die Zahl der Beschäftigten am Jahresende 2018 auf 30.430 in Europa beziffert, davon 16.500 in Deutschland. Aktuell sind laut IG Metall in Deutschland noch knapp 15.000 Mitarbeiter an Bord.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Januar 2020 | 17:30 Uhr

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