Heftige Attacken auf FDP und CDU - sanfte auf die Koalitionspartner Politischer Aschermittwoch der Thüringer Grünen

FDP und CDU standen im Mittelpunkt der Kritik beim Politischen Aschermittwoch der Thüringer Grünen in Eisenach. Wie ein uneingeladener Gast der WG-Party sei die FDP erschienen, "kotzt die halbe Bude voll, haut ab und alle anderen haben die Arbeit", zog Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling über die FDP her.

Frau mit Hut an Rednerpult
Grünen-Landessprecherin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Landessprecherin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt sah die gelbe Konkurrenz "auf dem richtigen Weg - in die Bedeutungslosigkeit." Fraktionschef Dirk Adams hielt sich an eines der Markenzeichen des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich: Wenn ein Politiker in Cowboystiefeln wie ein Comic-Held in die Staatskanzlei einreite, "ist es nur gut, dass er schneller zurücktritt als Lucky Lukes Schatten schießen kann".

Bei den drei Reden auf der Bühne im Ambiente der 20-er Jahre ließ vor allem Adams kein gutes Haar am scheidenden CDU-Partei- und Fraktionschef Mike Mohring. Die Leute hätten es satt, Mohring zu sehen, der kein Wort halte, aber immer drei Eisen im Feuer. "So viel Unklarheit war noch nie in Thüringen. So viel Unklarheit war noch nie in dieser Thüringer Union."

Was soll man eigentlich noch Witzigeres, noch Absurderes vortragen als was hier in Thüringen passiert?

Madeleine Henfling, Landtagsabgeordnete

Koalitionspartner Linke und SPD nicht verschont

Sarkastische Spitzen für die Koalitionspartner reichten von "acht Zwerge" für die SPD-Landtagsfraktion bis Inhaltearmut bei der Linken, aus der sich konsequenterweise eine Bodo-Ramelow-Partei abspalten solle, wenn er der einzige Grund sei, die Linke zu wählen. Gleichzeitig sagte Adams aber, der erste Durchgang für die Ministerpräsidenten-Wahl am 4. März sei der letzte Versuch nach diesen "orientierungslosen" Wochen.

Es wird eine Vernunftehe zwischen Linke und CDU, Seitensprünge inklusive.

Landessprecherin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt

Adams verteidigt Forderung nach "Demut"

Selbstkritik klang bei Adams durch, der seine Forderung nach "Demut" verteidigte, obwohl er dafür nur wenig positive Reaktionen aus der Partei bekommen habe. "So redlich unsere Ziele sind - wir können sie nicht umsetzen, wenn uns die Leute nicht wählen. Wenn wir schlau sind, machen wir uns da nichts vor." Die Grünen müssten deutlich machen, dass sie Menschen nichts wegnehmen wollten, nicht ihre Bratwurst und nicht ihren Diesel. Die Ziele der Partei würden nicht zu Parolen, wenn die Grünen auf "Alltagsrelevanz" achteten.

Wir werden nur stärker, wenn wir hart mit uns ins Gericht gehen - vielleicht ist die Fastenzeit eine gute Zeit dafür.

Dirk Adams, Vorsitzender der Landtagsfraktion

Begonnen hatten die Grünen ihren Politischen Aschermittwoch mit einer Schweigeminute für die Opfer des rechtsextremen Anschlags in Hanau. Henfling forderte entschiedenes Auftreten gegen Rechtsextremismus statt Relativierungen: "Eine brennende Mülltonne ist nicht das gleiche wie erschossene Menschen", sagte sie und "Steht auf, wenn Menschen im Alltag rassistisch angegriffen werden."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 27. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2020, 21:37 Uhr

6 Kommentare

Stefan Der vor 4 Wochen

Naja, hat noch ein bisschen Steigerungsbedarf. Das geht besser. Aber zumindest "Das Medium" hat mir mit seiner Collage einige Lacher abgerungen. Vor allem der Twitter- Beitrag von Bernhard Stengele und die Antworten darauf waren herrlich.

aus Elbflorenz vor 4 Wochen

Wer eine demokratisch gewählte Partei - hier die FDP - als uneingeladenen Gast im LT betrachtet, hat das Prinzip von Demokratie nicht verstanden oder - wahrscheinlicher - es interessiert ihn nicht. Das Wahlvolk lädt ein in den LT - und zwar von unten nach oben.

maddin vor 4 Wochen

Aschermittwoch, helau, und alle waren noch einmal so richtig lustig! Schööön! Wer’s glaubt! Frau Henfling vor allem, aber egal, was sie evtl. noch alles zu erreichen versucht, an ihrem Namen wird wohl für immer (aber nicht ewig) die fünfstellige Summe für das Still-Wickel-Zimmer im Landtag kleben, die natürlich der Thüringer Steuerzahler berappen durfte! Eine Nr. „kleiner“ - Stichworte Ressourcen- und materielle Verschwendung - ging es bei ihr halt nicht, „think big“, gelle! Und dann waren da noch die neue mit dem zweifachen Doppelnamen A.-S. B.-E. (der lässt doch nun echt Volldampf voraus vermuten?) und der altbekannte Herr A., aber zu seinen Beiträgen fällt mir nun wirklich nichts ein, die waren akustisch und optisch einfach nicht der Hammer. Aber trotzdem - nur weiter so, alles wird gut!

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