Menschen halten Abstimmungskarten hoch
Der Eisenacher Stadtrat stimmte am Dienstagabend einstimmig für die Fusion mit dem Wartburgkreis im Jahr 2022. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Stadtrat stimmt zu Eisenacher Beschluss zu Fusion: "Großer Schritt für Wartburgregion"

Die kreisfreie Stadt Eisenach feiert Hochzeit - im Jahr 2022. Der Stadtrat stimmte einer Fusion mit dem Wartburgkreis am Dienstag nun doch zu. Landrat Reinhard Krebs sprach danach von einem Erfolg für die ganze Region.

Menschen halten Abstimmungskarten hoch
Der Eisenacher Stadtrat stimmte am Dienstagabend einstimmig für die Fusion mit dem Wartburgkreis im Jahr 2022. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Staatskanzleiminister Benjamin Hoff (Linke) hat die Entscheidung des Eisenacher Stadtrats für eine Fusion mit dem Wartburgkreis begrüßt. Das sei ein großer Schritt für die Wartburgregion, sagte er MDR THÜRINGEN. Damit würden Fehler der Vergangenheit korrigiert und ein guter Weg beschritten. Hoff dankte allen, "die über Kreis- und Parteigrenzen hinaus gedacht und gehandelt haben". Hoff und der Innenstaatssekretär Uwe Höhn (SPD) hatten sich in den vergangenen Monaten um eine Einigung bemüht. So hatten die beiden Politiker vor wenigen Tagen die Stadträte von Linken, SPD und Grünen gebeten, für den veränderten CDU-Entwurf zur Fusion zu stimmen.

Beide Seiten zufrieden

Blick auf den Marktplatz von Eisenach. Der Platz wird dominiert vom rot gestrichenen Rathaus, rechts und links davon stehen mehrere Gebäude aus verschiedenen Epochen, darunter Fachwerkhäuser.
Eisenach hat rund 42.000 Einwohner. Mit der Fusion würde die Wartburgstadt ihren Status als kreisfreie Stadt verlieren. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) sprach von einem Meilenstein. In den kommenden Gesprächen mit dem Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU), soll es unter anderem über eine künftige Zusammenarbeit bei der Wirtschaftsförderung und im Tourismus gehen.

Auch Landrat Reinhard Krebs zeigte sich erfreut über den einstimmigen Beschluss des Eisenacher Stadtrats. Nach der Sitzung am Dienstagabend sagte er, das sei ein Erfolg für die Stadt und die ganze Region. Wenn beide Seiten bei den nächsten Aufgaben weiter so an einem Strang zögen, dann sei einiges zu schaffen - und die Bürger könnten stolz darauf sein.

Für Ende März haben Wolf und Krebs einen ersten Arbeitstermin vereinbart. Sie wollen zügig den weiteren Fahrplan für die Fusion abstecken. Viele Aufgaben kommen jetzt auf Stadt und Landkreis zu: Sie müssen das Gesetzgebungsverfahren begleiten und eine Reihe Vereinbarungen aushandeln. Außerdem muss Eisenach mit dem Land klären, wie die Stadt bis zur Fusion finanziell über die Runden kommt.

"Keiner muss sich Sorgen um seinen Job machen"

Wolf hatte die Mitarbeiter am Mittwochmittag eingeladen, um den aktuellen Stand mitzuteilen und Ängste zu nehmen. Keiner müsse sich Sorgen um seinen Job machen, sagte der Landrat. Die städtischen Mitarbeiter, die künftig zum Wartburgkreis wechseln, sollen weitestgehend in Eisenach bleiben. Dort soll eine effiziente Verwaltung für das nördliche Kreisgebiet entstehen.

Der Kreistag hatte dem Zusammenschluss mit der Stadt Eisenach bereits im August 2018 zugestimmt. Eine erste Abstimmung im Eisenacher Stadtrat scheiterte im Dezember. Wirksam werden soll die Fusion im Jahr 2022. Ein Grund für den Zusammenschluss ist, dass Eisenach seit vielen Jahren Probleme hat, nötige Ausgaben zu finanzieren. Für die Fusion hatte das Land eine Finanzspritze von 42 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Formal verliert die Wartburgstadt bei einer Aufnahme in den Kreis ihren Status als eine von bisher sechs kreisfreien Städten in Thüringen. Eisenach hat rund 42.000 Einwohner.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. März 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 18:16 Uhr

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2 Kommentare

14.03.2019 09:54 Pfingstrose 2

Na ob die frucht und Vorstellungen der Befürworter auch genau so aufgeht wie es sich diese gedacht haben.

13.03.2019 16:48 Fragender Rentner 1

Man könnte doch auch die 3 mitteldeutschen Länder zu einem machen.

Das sollte auch sehr viel Geld einsparen.

Oder auch die KK zusammen fassen, das spart auch sehr viel Geld und könnten den Menschen zu gute kommen.

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