Angela Merkel und Reiner Haseloff bei der 45. Regionalkonferenz der ostdeutschen Länder
Angela Merkel sieht PSA in der Pflicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Stellenabbau bei Opel Reaktionen aus der Politik

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Opel-Mutterkonzern PSA aufgefordert, gemachte Zusagen einzuhalten. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und weitere führende Politiker äußerten sich zum dem Thema.

Angela Merkel und Reiner Haseloff bei der 45. Regionalkonferenz der ostdeutschen Länder
Angela Merkel sieht PSA in der Pflicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der kriselnde Autobauer Opel plant laut Gewerkschaftsinformationen einen massiven Personalabbau in seinem Montagewerk Eisenach. Die IG Metall beharrt aber darauf, dass PSA an frühere Produktionszusagen des alten Eigentümers General Motors gebunden sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch den Konzern PSA gemahnt, gegebene Zusagen einzuhalten.

Dafür werde sich die Bundesregierung einsetzen, sagte Merkel nach einer Konferenz mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten im sachsen-anhaltischen Bad Schmiedeberg. "Wir erwarten jetzt erstmal von dem Unternehmen, dass es all das, was es versprochen hat im Zusammenhang mit der Übernahme, auch einhält", sagte Merkel. Das Wirtschafts- und das Arbeitsministerium führten bereits Gespräche mit den betroffenen Opel-Standorten.

Die Bundesregierung fühlt sich zusammen mit den Landesregierungen in der Pflicht, das ihre zu tun, um zu helfen.

Bundeskanzlerin Merkel

Tiefensee: "Eklatanter Bruch aller Absprachen"

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat den neuen Opel-Mutterkonzern PSA vor dem Bruch von Verträgen gewarnt. Der SPD-Politiker sagte, entsprechende Pläne seien seitens des Unternehmens nie offiziell kommuniziert worden. Sollten sich diese Pläne bestätigen, wäre das ein eklatanter Bruch aller Absprachen und Verträge. Dies werde auf massiven Widerstand der Beschäftigten, der Gewerkschaften und des Landes treffen.

Auf die Berichte über massive Personalabbaupläne beim kriselnden Autobauer Opel hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE) mit Bestürzung reagiert. Ramelow schrieb am Mittoch beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Keine guten Nachrichten, denn wenn es so kommt, dann hat PSA den Tarifvertrag zur Standortsicherung zerstört."

Opel wird Thema im Thüringer Landtag

Die Thüringer LINKE fordert von PSA die Einhaltung gemachter Zusagen. Die Landes- und Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow sagte, die Stellen sollten langfristig gesichert sein und ein neues Modell zusätzlich ab 1. Januar 2019 gebaut werden. Die Tarifsteigerungen in der Metall- und Elektroindustrie scheine PSA jetzt als Vorwand nutzen zu wollen, um die Zusagen zu brechen. Das wäre Erpressung. DIE LINKE werde wie bei Coca Cola in Weimar, Siemens in Erfurt und bei anderen Unternehmen an der Seite der Beschäftigten stehen.

Katja Wolf
Katja Wolf Bildrechte: Katja Wolf

Auch Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (DIE LINKE) forderte von PSA das Einhalten gemachter Zusagen. Wolf sagte MDR THÜRINGEN, Entlassungen oder gar Werksschließungen seien keine Option. Das Eisenacher Opelwerk müsse ausgelastet sein, die Beschäftigten bräuchten Sicherheit. An der Zukunft Opels hänge auch die Zulieferindustrie mit vielen Arbeitsplätzen, die es zu erhalten gelte, sagte Wolf weiter.

Nach Ansicht des Thüringer AfD-Fraktionschefs Björn Höcke drohen die Opel-Beschäftigten im Werk Eisenach zum Opfer der Globalisierung zu werden. Darum habe die AfD eine Aktuelle Stunde für die nächste Landtagssitzung beantragt, die Opel und die Zukunft des Werks in Eisenach in den Blickpunkt nimmt. Auch DIE LINKE und die SPD beantragten am Mittwoch eine Aktuelle Stunde zu dem Thema.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2018, 14:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

19.04.2018 23:11 martin 9

@5 Bingo: Auf welchem Planeten leben Sie denn? Dann werfen Sie mal einen Blick auf den fröhlichen Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Der erfolgt nicht nur durch Verrentung. Oder sprechen Sie mal mit einigen Arbeitern oder Angestellten des öffentlichen Dienstes. Outsourcing spart angeblich Kosten ....

Aber ein klares Feindbild zu haben, ist ja ganz hilfreich.

19.04.2018 14:25 Peter 8

Laut den Rechtsextremen drohen die Beschäftigten also Opferbder Globalisierung zu werden. Darum eine Aktuelle Stunde im Landtag. Das wird die Arbeitsplätze natürlich retten. Dabei braucht es keine Landtagsdebatte. Wenn Höcke und Komplizen eine Idee haben, können sie doch gleich damit herausrücken. Allerdings kommt da nichts, da sich auch jur schwerlich wieder mal die Flüchtlinge vors Loch schieben lassen. Tatsache iat übrigens, dass die Opel-Arbeiter von der Globalisierung bisher profitiert haben. Schließlich ist das ein ausländisches Unternehmen, das die Arbeitsplätze ja überhaupt erst bereit gestellt hat. Und ob ndurch einen Austritt Deutschlands aus der EU, wie ihn sich Rechtsextreme wünschen, mehr Nachfrage für Autoproduktion in Thüringen entsteht, darf bezweifelt werden.

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen