Vorsorgliche Absage Eisenacher Sommergewinn fällt wegen Coronavirus aus

Der Sommergewinn in Eisenach fällt dieses Jahr aus. Als Grund nannte Oberbürgermeisterin Katja Wolf den Schutz vor dem um sich greifenden Coronavirus. Beim Umzug während des Frühlingsfests sehen traditionell Tausende Menschen in der Innenstadt zu.

Der Sommergewinn in Eisenach fällt in diesem Jahr aus. Das Frühlingsfest werde abgesagt, um eine mögliche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu vermeiden, teilte Oberbürgermeisterin Katja Wolf am Mittwochmorgen mit. Der Sommergewinn ist Deutschlands größtes Frühlingsfest und immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Es sollte am 20. März beginnen und bis zum 29. März dauern. Entfallen werden auch die Kommersche, die traditionellen Sommergewinns-Vorabende, das Volksfest und das Feuerrad-Rollen.

Vorbereiteter Festumzug wird zum Sommergewinn 2021 gezeigt

Die Absage sei eine schwere Entscheidung gewesen, sagte die Oberbürgermeisterin, aber eigentlich bleibe keine andere Wahl. Viele Menschen unbekannter Herkunft auf engem Raum - da könne die Stadt nicht umsetzen, was das Robert-Koch-Institut für Großveranstaltungen empfiehlt. Die Gesundheit der Eisenacher und ihrer Gäste habe Vorrang. So sieht das auch der Vorstand der Sommergewinnszunft, der Verein, der das Fest jedes Jahr in ehrenamtlicher Arbeit organisiert: Besser jetzt absagen als auf den letzten Drücker, wie Zunftmeister Torsten Daut sagte. Noch seien die Kosten überschaubar. Die Arbeit sei aber nicht umsonst gewesen: Der vorbereitete Festzug zum 335. Geburtstag von Johann Sebastian Bach soll im kommenden Jahr gezeigt werden.

In der aktuellen Situation ist es im Umgang mit dem Coronavirus wichtig und richtig, auf Nummer sicher zu gehen.

Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf

Damit Frau Sunna trotz Absage des Sommergewinns dennoch den Winter besiegt, gibt es in diesem Jahr nach Angaben der Veranstalter eine Neuheit. Das Herzstück des Festumzuges, das traditionelle Streitgespräch zwischen Frau Sunna und Herrn Winter, soll dieses Jahr in geänderter Form ablaufen. Wie, wann und wo, werde derzeit besprochen. "Wir werden den Winter vertreiben", kündigte Zunftmeister Daut an.

Beim Sommergewinn sollten einen Tag nach dem kalendarischen Frühlingsanfang 39 Festwagen und Kutschen durch die Eisenacher Innenstadt ziehen. Geplant war ein Festumzug mit 1.200 Mitwirkenden, der Johann Sebastian Bach in den Vordergrund stellt. Als traditioneller Höhepunkt des alljährlich von zehntausenden Menschen besuchten Festumzugs gilt das Streitgespräch zwischen dem Winter und Frau Sunna auf dem Marktplatz, in dem der Winter unterliegt und als Strohpuppe symbolisch verbrannt wird. Der Sommergewinn wird in seiner jetzigen Form seit dem Ende des 19. Jahrhundert gefeiert und verbindet heidnische und christliche Bräuche.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. März 2020 | 11:00 Uhr

3 Kommentare

FlooKa vor 18 Wochen

Leider lassen sich auch viele politische Amtsträger von der völlig überzogenen Panikmache anstecken. Die Bundesliga mit bis zu 80.000 Menschen in einem Stadion findet auch statt und zu diesen Spielen kommen auch die Fans von nah und fern. Kein gutes Zeichen wenn immer mehr Großveranstaltungen die Geld in die Kassen der Städte spülen abzusagen.

Critica vor 18 Wochen

Liebe Eisenacher
Ihr habt Euch so viel Mühe gemacht - wie jedes Jahr. Könnt Ihr Euch vorstellen, den Sommergewinn um vier Wochen nach hinten zu verschieben? Bis dahin hat sich die Corona-Panik ganz sicher wieder beruhigt.

DaniMue vor 18 Wochen

Absolut übertrieben!
Wo soll das denn alles noch hinführen?
Bei einer Grippewelle sterben auch Menschen.
Muss man jetzt Angst haben, dass man irgendwann unter Hausarrest gestellt wird?
So oder so wird sich das Virus verbreiten und auch wenn der Sommergewinn nicht stattfindet, ist unsere Stadt nicht für einen größeren Ausbruch gewappnet.
Was wird mit den kleinen Schaustellern und Gastronomen, die dadurch einen massiven Umsatzverlust erleiden?
Und auch der Stadt Eisenach fehlen doch dadurch etliche Einnahmen.
Ich bin es leid, jeden Tag in den Medien diese Panikmache zu hören oder zu lesen!
Ja, es sind Menschen daran gestorben und ja, es ist ein neues Virus gegen dass man noch keine Impfung hat (angeblich), aber bei einer Grippeimpfung ist es auch ein Glücksspiel, dass man sich genau gegen das richtige Virus impfen lässt.
Meiner Meinung nach wird dieses Thema absolut übertrieben!
Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen

Biwak-Moderator Thorsten Kutschke und Stefan Ebert unterwegs im Nuratau-Gebirge. Das Foto ist für alle fünf Teile nutzbar. 1 min
Biwak-Moderator Thorsten Kutschke und Stefan Ebert unterwegs im Nuratau-Gebirge. Das Foto ist für alle fünf Teile nutzbar. Bildrechte: MDR/Holger Lieberenz