Eisenach Wartburg-Stiftung: Kein schräger Aufzug für Burgbesucher

Die Wartburg-Stiftung hat sich von den Plänen für einen Schrägaufzug auf Schienen für Burgbesucher verabschiedet. Wie Burghauptmann Günter Schuchardt am Mittwoch sagte, wurde das Vorhaben nach erneuten Gesprächen mit Experten des Internationalen Denkmalbeirats ICOMOS aufgegeben. Nach Ansicht der Fachleute stört ein Schrägaufzug zur Burg das Erscheinungsbild der Welterbestätte. Schuchardt sagte, er hoffe auf neue Antriebstechnologien, um Menschen künftig barrierefrei auf die Burg zu bringen. Das Problem sei, dass es keine Fördermittel dafür gebe, neuartige Fahrzeuge zu entwickeln.

Zwischen sattgrünen Bäumen steht am 16.05.2003 die mehr als 900 Jahre alte Wartburg bei Eisenach
Für Burgbesucher, die nicht gut laufen können, ist der Aufstieg zur Wartburg aus eigener Kraft kaum zu schaffen. Bildrechte: dpa

Seit vielen Jahren versucht die Wartburg-Stiftung, Menschen den Zugang zur Burg zu erleichtern. So gab es in den vergangenen 25 Jahren Pläne für einen Aufzug, eine Seilbahn und einen Schrägaufzug. Sie scheiterten teils am fehlenden Geld, teils am Einspruch der Denkmalschutzbehörden. Die steile Zufahrt zur Wartburg darf von Privatfahrzeugen nicht genutzt werden. Außer kleinen Pendelbussen, die teils auf Bestellung Gehbehinderte befördern, stehen Esel als Aufstiegshilfen bereit. Die Tiere tragen allerdings nur Menschen mit einem Gewicht von unter 65 Kilogramm. Seit fast zwanzig Jahren gehört die Burg zum UNESCO-Welterbe. Deshalb müssen alle Eingriffe von der UNESCO genehmigt werden, um die Authentizität der Welterbestätte zu bewahren. Die Denkmal-Experten von ICOMOS beraten die UNESCO dabei.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten für Westthüringen | 22. Januar 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 20:58 Uhr

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1 Kommentar

24.01.2019 11:08 Rumsdibums 1

Ein schräger Aufzug ist schon ziemlich schräg.
Das Wesen einer Burg ist so in etwa das Gegenteil von Barrierefreiheit.
Die verantwortlichen Architekten sind nicht mehr zu belangen.
Munter den Berg hochkraxeln wirkt indirekt dem "Ärztemangel" entgegen.

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