Blick in die Vergangenheit Ausgrabungen am Gothaer Hauptmarkt

Der Hauptmarkt in Gotha wird zur Zeit saniert. Gleichzeitig finden archäologische Ausgrabungen statt. Denn an der Stelle stand früher eine Kapelle.

Freigelegtes Fundament mit eingezeichneter Markierung
An dieser Stelle stand die Ostmauer der Jakobskapelle. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Die Jakobskapelle stammt aus dem Mittelalter und wurde bereits 1567 wieder abgerissen. Bei den Sanierungsarbeiten des Hauptmarktes kamen Teile des Fundaments zum Vorschein. Karin Sczech vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie erkennt anhand der Mauerreste, dass es kein "kleines Kappellchen" gewesen ist.

Den Grundrisse könne man aber nicht komplett sehen. Die dicke Ostmauer und ein Pfeiler weisen darauf hin, dass die Kapelle ein rundes Gewölbe hatte, das durch Pfeiler gestützt wurde.

Historische Rolle bei "Grumbachschen Händeln"

Alte Bilder zeigen, dass die Jakobskapelle damals einen Turm gehabt hat. Der hat nach Angaben der Archäologin bei den "Grumbachschen Händeln" eine wichtige Rolle gespielt, als Herzog Johann Friedrich der Zweite in Gotha lebte.

Er hat den Revoluzzer Wilhelm von Grumbach bei sich aufgenommen. Kurfürst August von Sachsen verlangte jedoch, dass Grumbach ausgeliefert wird und belagerte die Stadt.

Dabei wurde er vom Turm der Jakobskapelle beschossen. Das war Grund, warum die Stadt Gotha danach gezwungen wurde, den Turm abzureißen und die Kapelle gleich mit, so die Archäologin Karin Sczech.

Sanierung des Hauptmarktes bis 2022

Als Nächstes sollen Versorgungsleitungen vor dem Rathaus verlegt werden. Bis 2022 soll der Hauptmarkt fertig saniert sein. Dann wird auf den Fundamenten historisches Pflaster verlegt sein. Die Stadt Gotha überlegt, ob wenigstens die Eckpunkte der Jakobskapelle im Pflaster sichtbar gemacht werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. November 2019 | 19:30 Uhr

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