Ausgrabungen im Steinbruch Forscher entdecken seltene versteinerte Schabe in Bad Tabarz

Forscher haben in einem Steinbruch bei Bad Tabarz (Landkreis Gotha) erneut Saurier, uralte Insekten und andere versteinerte, mehrere Millionen Jahre alte Tier- und Pflanzenüberreste entdeckt. Am Donnerstag präsentierten die Wissenschaftler die aktuellen Funde.

Vor allem eine versteinerte Schabe gilt als besonders bedeutend. "Die Larve der Schabe ist fantastisch gut erhalten, man kann etwa ihre Stummelflügel erkennen", sagte der Direktors des Naturhistorischen Museums Schloss Bertholdsburg Schleusingen, Ralf Werneburg. Weltweit sei bisher nur in Frankreich ein vergleichbares Exemplar gefunden worden.

Archäologen präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Ein komplett erhaltenes Exemplar dieser Schabe (links) gibt es sonst nur noch in Frankreich. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Die Experten vom Museum, vom Geopark "Drei Gleichen - Inselsberg" und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg untersuchen bei ihren Ausgrabungen in dem zum Kiesabbau genutzten Steinbruch etwa 295 Millionen Jahre alte See-Ablagerungen aus der sogenannten Rotliegend-Zeit. Wissenschaftler sind schon seit vielen Jahren immer wieder auf dem Gelände tätig.

Bei den aktuellen Arbeiten stießen die Forscher auch wieder auf versteinerte Überreste sogenannter Branchiosaurier. "Das sind Kiemensaurier, die in Aussehen und Größe unseren heutigen Molchen und Salamandern ähneln", sagte Werneburg.

Forscher entdecken Fossilien in Bad Tabarz

In Bad Tabarz im Kreis Gotha ist Geologen ein Sensationsfund geglückt. Bei Ausgrabungen entdeckten sie eine 295 Millionen Jahre alte Schabe. Auch andere versteinerte Tier- und Pflanzenüberreste fanden sie.

Ausgrabungsplatz vor felsiger Wand.
In einem Steinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Kies-Mischwerke MKW in Bad Tabarz finden Geologen und Paläontologen seit Jahren wertvolle Fossilien. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Ausgrabungsplatz vor felsiger Wand.
In einem Steinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Kies-Mischwerke MKW in Bad Tabarz finden Geologen und Paläontologen seit Jahren wertvolle Fossilien. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Zum Beispiel diese Schabe im Larvenstadium, eine sogenannte Nymphe. Sie war gerade aus dem Ei geschlüpft, als sie vor mehr als 295 Millionen Jahren mit heißer Magma übergossen wurde. Einen Fund dieser Art gibt es nur in Frankreich noch einmal. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen  präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Experten des Naturhistorischen Museums Schloss Bertholdsburg Schleusingen, des Geoparks "Drei Gleichen - Inselsberg" und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg untersuchen See-Ablagerungen aus der sogenannten Rotliegend-Zeit. Hier ist ein Branchiosaurier zu sehen (Vorfahre der heutigen Molche) als Kaulquappe. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Die Hitze des Magmas hat die Knochen des ausgewachsenen Branchiosauriers gebleicht. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen  präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Auch versteinerte Farne und Farnsamen haben die Forscher in der Sedimentschicht des Sees entdeckt. Bei den Grabungen sind Studenten aus Brasilien, Tartastan und Tschechien dabei. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Auch Exkremente können versteinern. Das hier sind sogenannte Kotsteine von großen Amphibien. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
Archäologen präsentieren Fundstücke der Ausgrabung.
Das Skelett eines Pelycosauriers, das schon vor einigen Jahren im Steinbruch gefunden und präpariert wurde. Er gilt als der älteste zweibeinig laufende Saurier der Welt. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. August 2019 | 19:00 Uhr

Quelle: dpa/MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 20:13 Uhr

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