Zweiter Weltkrieg Josef von Gadolla: Toter Retter der Stadt Gotha wird Ehrenbürger

Bei einem Festakt am 16. Mai 2018 ist Josef Ritter von Gadolla zum Ehrenbürger der Stadt Gotha ernannt worden. Der in Graz geborene Wehrmachtsoffizier gilt als Retter der Stadt: Als die US-Armee Anfang April 1945 in Thüringen vorrückte, ließ von Gadolla weiße Fahnen hissen. Damit verhinderte er als "Kampfkommandant" Gothas, dass die Stadt durch Bombenangriffe zerstört wurde.

Vor 75 Jahren als Kommandant nach Gotha versetzt

Aufgrund dieser mutigen Tat verdankten tausende Menschen Gadolla ihr Leben, sagte Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch. Sein eigenes Leben konnte der Offizier nicht retten: Josef Ritter von Gadolla wurde bei dem Versuch, die Stadt an die Amerikaner zu übergeben, von Truppen der Wehrmacht festgenommen und nach Weimar gebracht. Dort wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Gotha wurde dennoch kampflos an die US-Armee übergeben und entging damit größeren Zerstörungen.

Das Unrechtsurteil der Nationalsozialisten gegen ihn wurde Ende 1997 aufgehoben. Seitdem gilt von Gadolla auch offiziell als rehabilitiert. Schon vor über 20 Jahren hatte der Stadtrat geprüft, dem früheren Stadtkommandanten die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Allerdings widersprach es der damaligen Rechtsauffassung, verstorbene Personen auf diese Weise zu ehren. So erhielt er den Titel "Verdienter Bürger der Stadt". Erst im vorigen Jahr gab das Innenministerium grünes Licht. Die Ehrenbürgerwürde wird ihm am 16. Mai verliehen, weil Gadolla vor genau 75 Jahren nach Gotha versetzt wurde. Eine Straße trägt bereits seinen Namen. Künftig sollen Schüler das Leben Gadollas weiter erforschen und die Zusammenarbeit mit seinem Geburtsort Graz in Österreich soll vertieft werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Mai 2018 | 07:00 Uhr

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