Kriminalfall Kunstraub von Gotha: Gestohlene Gemälde sollen zurückkehren

40 Jahre lang galten fünf hochkarätige Gemälde aus Gotha als verschollen. Nachdem sie wieder auftauchten, wurden sie auf Echtheit geprüft. Nun liegt das Ergebnis vor. Bald sollen die Bilder noch im Januar ins Schloss Friedenstein zurückkehren.

Ein Gemälde zeigt eine Frau.
Das Gemälde "Heilige Katherina" von Hans Holbein dem Älteren gehört zu den fünf gestohlenen Werken aus Gotha. Bildrechte: MDR/Stiftung Schloss Friedenstein

Die fünf wieder aufgetauchten Gemälde des spektakulären Kunstraubes in Gotha sind nach Informationen von MDR THÜRINGEN echt. Das hat eine Prüfung des Rathgen-Institutes in Berlin ergeben.

Gemälde in Gotha gestohlen - 40 Jahre später wieder aufgetaucht

Die fünf Gemälde niederländischer Alter Meister waren in der Nacht zum 14. Dezember 1979 aus dem Schlossmuseum in Gotha gestohlen worden. Über Jahrzehnte galten sie als verschollen und standen auf der internationalen Fahndungsliste. Im Sommer 2018 wurden die Bilder der Stiftung Friedenstein angeboten. Eine Erbengemeinschaft verlangte mehr als fünf Millionen Euro. Es folgten monatelange geheime Verhandlungen. Im vergangenen Dezember - 40 Jahre nach dem Diebstahl in Gotha - wurde die Übergabe öffentlich gemacht.

Thüringen

Gotha Spektakulärer Kunstdiebstahl: Diese Gemälde alter Meister sind wieder da

Das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens
Das Werk "Alter Mann" von Jan Lievens gelangte unter Ernst II. nach Gotha. Das Gemälde ist eine Rembrandt-Kopie. Das Original befindet sich heute in der Sammlung der Universität Harvard in den USA. Bildrechte: MDR/Stiftung Schloss Friedenstein
Das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens
Das Werk "Alter Mann" von Jan Lievens gelangte unter Ernst II. nach Gotha. Das Gemälde ist eine Rembrandt-Kopie. Das Original befindet sich heute in der Sammlung der Universität Harvard in den USA. Bildrechte: MDR/Stiftung Schloss Friedenstein
Das Gemälde "Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" von Frans Hals
Das "Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" ist ein Werk des Niederländers Frans Hals und seiner Werkstatt. Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein
Das Gemälde "Heilige Katherina" von Hans Holbein dem Älteren
Die "Heilige Katherina" von Hans Holbein dem Älteren entstandt um 1509/1510. Dargestellt ist vermutlich die Tochter eines 1478 hingerichteten Ratsherrn. Bildrechte: MDR/Stiftung Schloss Friedenstein
Das Gemälde "Selbstbildnis mit Sonne" von Anthonis van Dyck
Das "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck. Bei dem Werk handelt es sich um eine Kopie des 1632 bis 1633 entstandenen Selbstportraits. Das Original befindet sich in der privaten Sammlung des Duke of Westminster. Bildrechte: MDR/Stiftung Schloss Friedenstein
Das Gemälde "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren
Die "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren kam unter Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg in die Kunstkammer. Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein
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Alte Meister werden in Gotha präsentiert

Ein Labor der Staatlichen Museen zu Berlin prüfte seither die Authentizität der hochkarätigen Gemälde. Detaillierte Ergebnisse werden am 17. Januar in der Bundeshauptstadt vorgestellt. Wie die Ernst von Siemens Kunststiftung am Donnerstag bestätigte, sollen die Werke drei Tage später in Gotha präsentiert werden. Auch über eine Sonderausstellung wird nachgedacht.

Hintergründe zum Gothaer Kunstraub noch offen

Welchen Weg die Bilder in den vergangenen Jahrzehnten genommen haben, ist nach wie vor unklar. Ebenso, ob sie dauerhaft in der Residenzstadt zu sehen sein werden und ob Geld an die Erbengemeinschaft geflossen ist. Bei den damals verschwundenen Werken handelt es sich um das "Brustbild eines jungen Mannes" von Frans Hals, "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren, "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck, "Alter Mann" von Jan Lievens sowie um die "Heilige Katharina" von Hans Holbein dem Älteren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm,maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 09. Januar 2020 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2020, 20:17 Uhr

3 Kommentare

W.Merseburger vor 2 Wochen

propatria,
ich glaube sie haben da etwas verwechselt. Meiner Empfindung nach kommt das Fressen vor der Moral, wie Brecht, so glaube ich zumindest, es formulierte. Weiterhin kann ich mich ihrer Meinung nur anschliessen, dass gestohlenes Eigentum keinen Anspruch auf Besitzrecht und Bezahlung hat.

propatria vor 2 Wochen

Prima, dass die gestohlenen Bilder nach 40 Jahren nun wohl bald wieder auf dem Friedenstein zu besichtigen sein werden. Ich bin nun kein Jurist, aber wieso kann man an gestohlenem fremden Eigentum Besitzrechte erwerben und nun sogar eine Aufwandsentschädigung - ca. 5 Mio. € angeblich - als Erbengemeinschaft einfordern? Von der moralischen Seite mal ganz abgesehen ... ich weiß natürlich, „die Moral kommt vor dem Fressen“!

propatria vor 2 Wochen

Stimmt natürlich, erst kommt das „Fressen, dann die Moral“, habe es irgendwie verwechselt/falsch angeordnet! Vielen Dank für den Hinweis.

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