Grafik - zeigt die Gemarkungsgrenzen auf dem Berg
So könnte das Restaurant auf dem großen Inselsberg künftig aussehen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Tourismus Viele Ideen für den Großen Inselsberg

Mit seinen Seilbahn-Plänen für den Inselsberg hat Innenminister Georg Maier im Herbst einiges in Bewegung gebracht. Jetzt soll ein Konzept der Landesentwicklungsgesellschaft Ideen und Pläne für das Plateau miteinander in Einklang bringen. Auf dem Berg gibt es einiges zu tun.

von Ruth Breer

Grafik - zeigt die Gemarkungsgrenzen auf dem Berg
So könnte das Restaurant auf dem großen Inselsberg künftig aussehen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Der Tisch liegt voll mit Plänen, bunten Bildern, 3D-Darstellungen der Zukunft. Michael Horn hat vor fünf Jahren eine 6.000 Quadratmeter-Liegenschaft in etwa 900 Metern Höhe gekauft: die leerstehende Gaststätte "Stadt Gotha" auf dem Großen Inselsberg, die erst in den 1980er Jahren eröffnet worden war. Seit November hat er eine Baugenehmigung.

Ein langwieriges Verfahren liegt hinter Horn, denn sein Besitz liegt im Außenbereich, noch dazu im Naturschutzgebiet. Die bunten Bilder zeigen ein 3-Millionen-Euro-Projekt: geplant sind ein Imbiss mit Außenverkauf auf einer überdachten Terrasse, ein Selbstbedienungsrestaurant mit 130 Plätzen im Erdgeschoss - und oben ein 200 Quadratmeter großer Wintergarten mit Aussicht für eine gehobene Gastronomie. Alles genehmigt, sagt Horn - nun gibt es für ihn nur noch eine wichtige Frage: was passiert mit der Zufahrtsstraße? Bleibt sie für alle Besucher geöffnet?

Wanderwege, Spielplatz, Aussichtsturm

Diese Frage und viele andere soll ein Konzept klären, dass die Gemeinde Bad Tabarz bei der Landesentwicklungsgesellschaft LEG in Auftrag gegeben hat. Sie soll den aktuellen Zustand untersuchen, Mängel benennen und vorschlagen, wie es künftig besser werden soll. Das fängt an beim Thema Verkehr und Parken und reicht bis zum Spielplatz auf dem Plateau, sagt Bürgermeister David Ortmann (SPD).

Die Ideen der Gemeinde sind schon sehr konkret: so sind drei kürzere Wanderwege geplant, eine Sonnenterrasse mit Biertischen und Liegestühlen sowie Klettermöglichkeiten für Kinder. Für den Aussichtsturm sind nach Ortmanns Angaben seit 2013 schon 1,5 Millionen Euro ausgegeben worden. Die jüngste Investition von 200.000 Euro fließt in eine neue Ausstellung. Der Nationale Geopark Inselsberg - Drei Gleichen und der Naturpark Thüringer Wald gestalten sie gemeinsam über zwei Etagen im Turm. Ostern soll die Schau eröffnet werden.

Neue Idee: Sessellift für Winter und Sommer

Prüfen lassen will die Gemeinde auch die Idee, einen neuen Skilift zu bauen: Anstelle des bisherigen Schlepplifts könnte ein Sessellift das ganze Jahr über für Belebung sorgen. Günstig wäre es, die Talstation auf die Höhe des "Grauen Weg" etwas nach oben und an die Piste zu verlegen, sagt Dieter Hellmann, Vorsitzender des Tourismus-Ausschusses der Gemeinde und Betreiber eines Sportgeschäfts. Dann wäre der Skibetrieb deutlich schneesicherer - seiner Ansicht nach sind 50 bis 60 Betriebstage im Winter realistisch.

Im Sommer könnte der Lift von Wanderer genutzt werden oder für Fun-Sportarten wie Monster-Roller, Karts oder Seilrutschen. Was das kosten könnte? Alles noch offen, sagt der Bürgermeister und verweist auf das LEG-Konzept: erst einmal prüfen. Keine Idee dürfe zu früh vom Tisch gewischt werden, so Ortmann.

Drei Gemeinden, zwei Landkreise, private Partner

Bad Tabarz ist nicht allein mit seinem Wunsch, den Inselsberg für Touristen attraktiver zu machen. Zwei Landkreise, Gotha und Schmalkalden-Meiningen, und drei Gemeinden - neben Tabarz noch Waltershausen und Brotterode - stoßen mit ihren Gemarkungen auf dem Berg aneinander. Dass Tabarz nun vorausgeht ist mit dem Konzept, liegt allein am Zeitdruck, sagt Bürgermeister Ortmann. Mit allen fünf Partnern dazu eine Zweckvereinbarung abzuschließen, hätte seiner Ansicht nach zu lange gedauert. Noch in diesem Jahr soll der Fördermittelantrag raus.

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Zwei Landkreise und drei Gemeinden stoßen mit ihren Gemarkungen auf dem Berg aneinander. Bildrechte: Gemeinde Bad Tabarz

Und es sind nicht nur viele kommunale Partner am Tisch: der größte Teil des Bergs ist in privater Hand. Es gibt weitere Investoren, die Neues planen: So will Mario Reisser aus Tambach-Dietharz mit zwei Partnern das ehemalige Bettenhaus der Telekom umbauen. Fünf Ferienwohnungen von gehobenem Niveau sollen entstehen. Der Bauantrag ist fast fertig, die Investition schätzt Reisser auf rund eine Million Euro.

Karten liegen so gut wie nie

Über alle Vorhaben tauscht sich seit Monaten ein Runder Tisch in Bad Tabarz aus. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Pläne, aber derzeit scheint es doch so, als ginge es schneller voran - seit dem Vorstoß des Innenministers im Herbst zu einer Seilbahn auf den Berg. "So gut wie jetzt lagen die Karten noch nie", sagt der Tabarzer Dieter Hellmann, "und wenn wir die Gelegenheit nicht beim Schopfe greifen, haben wir eine große Chance vertan."

Investor auf dem Großen Inselsberg stellt Pläne vor - zu sehen ist Michael Horn.
Michael Horn hat seit November eine Baugenehmigung. Und er hat große Pläne. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Auch Investor Michael Horn hat den Eindruck, die Gemeinde habe "die Zeichen der Zeit erkannt". Er hofft, dass alle Beteiligten gemeinsam ein gutes Konzept entwickeln können. Und: dass die Straße auf den Gipfel weiter geöffnet bleibt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 15:21 Uhr

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7 Kommentare

12.02.2019 11:14 Grosser,Klaus 7

Die Projekte rund um den Großen Inselsberg sind nicht schön, nicht nachhaltig, nicht innovativ und nicht intelligent.
Wenn die Gemeinderäte der betroffenen Gemeinden die Eurozeichen aus den Augen nehmen würden, würden sie dies auch sehen.

11.02.2019 07:52 Werner Paulke 6

Die Ideen klingen gut und die Investoren sind mutig, so etwas in Thüringen anzugehen. Doch ich rechne schon jetzt damit, dass das Vorhaben von den Kommunen wieder mal bis zur Unkenntlichkeit und Unwirtschaftlichkeit beschnitten wird und dann am Ende völlig unattraktive Pläne stehen.

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