Ohrdruf Unbekannte verhindern Einfangen von Wolfsmischlingen

Die Jagd auf die Thüringer Wölfin und ihre sechs Mischlingskinder wird immer mehr durch Unbekannte behindert. Wie Sylvie Lindisch, betreuende Tierärztin sagte, würden "selbsternannte Tierschützer" die aufgestellten Fallen absichtlich auslösen. Dabei bewirkten sie aber das Gegenteil ihrer Absicht, denn nur in Gefangenschaft hätten die Jungtiere eine Überlebenschance. Außerdem gefährdeten die Unbekannten ihr Leben und ihre Gesundheit durch das Betreten des Militärgeländes. Am Mittwochvormittag wurden die Fallen auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf erstmals Journalisten demonstriert.

Ein Mann zeigt eine Falle, mit der die Wolfs-Hybriden in Ohrdruf gefangen werden sollen.
Um die Wölfin und ihre Jungtiere zu fangen, wurden solche großen Fallen aufgestellt... Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Abgenagte Hirschknochen sollen die Welpen, Kreuzungen aus Wolf und Hund, in die Falle locken. Bislang jedoch vergeblich. Stattdessen hätten Wildkatzen, Hunde und Greifvögel zugeschnappt. Drei bis vier Mal in der Woche, meist auch nachts, muss die Tierärztin auf den Standortübungsplatz fahren, um die Fallen zu prüfen. Die schlagen Alarm auf ihrem Handy, wenn ein Tier hineintappt.

Die im Umweltministerium zuständige Referentin Britta Krämer betonte, sie gehe davon aus, dass alle Tiere noch auf dem Bundeswehrgelände seien und man die Hybriden aus Artenschutzgründen bald fangen oder töten müsse.

Eine Falle, mit der die Wolfs-Hybriden in Ohrdruf gefangen werden sollen.
... sowie solche kleineren. Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Es bleibe nicht mehr viel Zeit, da die Mischlinge bald geschlechtsreif seien und die Weidesaison für Schafe und Ziegen demnächst beginne. Um die Schäfer gemäß den EU-Richtlinien entschädigen zu können, würden die Thüringer Richtlinien derzeit überarbeitet. Es seien aber weit mehr Mittel vorhanden, als bisher beantragt wurden. Die bisherigen Kosten der Wolfsjagd bezifferte die Umweltexpertin mit etwa 100.000 Euro.

Bis wann die Wölfe eingefangen sein können, diese Antwort blieb das Umweltministerium schuldig. Die Tiere seien zu schlau, sagte Krämer. Ursprünglich hatte das Ministerium angekündigt, bis Anfang März die Aktion abgeschlossen zu haben. Experten gehen davon aus, dass die Mischlinge abwandern. Zuletzt wurden zwei Welpen und ihre Mutter im Februar von einer Überwachungskamera aufgenommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 07. März 2018 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 15:34 Uhr

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12 Kommentare

09.03.2018 15:41 martin 12

@2 Liberaler: Da bin ich mir nicht so sicher. Ich vermute, dass die Wölfe deutlich schwieriger vor die Flinte zu bekommen sind, als Wildschweine. Und schon damit haben die Jäger ihre liebe Mühe ....

@6 mueller: Die Schäfer schmeißen nicht wegen einer Wölfin und ein paar Welpen hin, sondern weil sie - im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Großbetrieben - keine leistungsangemessene Förderung (mehr) erhalten.

Die Begründung für Ihre These, dass in Thüringen kein Platz für Wölfe sei, würde mich schon interessieren. Ich finde in den Thüringer Wäldern ist kein Platz für streunende Hunde.

Ich stimme zu, dass ideologisches Handeln selten zu sinnigen Ergebnissen führt. Ihre Argumentation scheint mir allerdings ideologiegetrieben zu sein.

08.03.2018 20:52 walter 11

Es ist doch immer wieder schön zu lesen. wie ein Grüner gegen den anderen Grünen ist.

Zum Beispiel: Die einen für Windenergie, die anderen dagegen, wegen der getöteten Vögel.

Die Deutschen wären nicht gegen Umweltschutz, nur der Radikalismus stört. Und es ist schon sehr verwunderlich, dass die Wahlprozente dieser Chaoten je mehr zur Innenstadt zunehmen. Bis zum Alex in Berlin mit 20 Prozent. Dort wo sie nicht wissen wie Natur und Umwelt wirklich aussieht.

Städter bestimmen das Land und das kann nicht sein!

Wenn ein Hund eine Wölfin vö..., dann ist das Natur. Das war die Entstehung jeglicher neuen Rassen. Damit sind diese Hybriden vollkommen normal und natürlich gerechtfertigt. Sie haben an dieser Stelle zu leben. Wenn sich, grünengewolltes, Wolfsblut weiter vermischt, ist es dann einfach Natur.

Diesen Schäferhund der vielleicht 3. Gneration würde ich mir gern zulegen, da dieser rein von Überzüchtung ist.

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