Schäfer mit einer Schafsherde
Schäfer Michael Meister bei seiner Herde. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Vermutlich Angriff durch einen Wolf Schon wieder Schafe bei Ohrdruf gerissen

Erneut sind in der Nähe des Truppenübungsplatzes bei Ohrdruf Schafe und Ziegen von einem Tier gerissen worden - der vierte Vorfall dieser Art seit Juli. Ein Gutachter vermutet, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat.

Schäfer mit einer Schafsherde
Schäfer Michael Meister bei seiner Herde. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Im Landkreis Gotha sind erneut Schafe und Ziegen gerissen worden. Betroffen ist die Agrargenossenschaft "Drei Gleichen". Vorstandsvorsitzender Olaf Broneske sagte, die Herde habe auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf geweidet. Dort seien die fünf toten Schafe und vier Ziegen entdeckt worden. Sowohl am Sonnabendmorgen als auch am frühen Sonntag wurden Kadaver gefunden. Eine Ziege wurde sogar komplett aufgefressen. Ein Zaun mit Strom und Flatterband hatte das Tier nicht abgehalten, die Herde anzugreifen. Die Thüringer Allgemeine hatte als erstes darüber berichtet.

Gerissene Schafe in Ohrdruf
Gerissenes Schaf bei Ohrdruf. Bildrechte: Michael Meister

Gutachter vermutet Wolf

Anhand der Verletzungen vermutet ein Gutachter einen Wolf als Verursacher. DNA-Proben sollen endgültige Klarheit bringen.

Der betroffene Schäfer, Michael Meister, verbrachte die vergangenen Nächte bei seiner Herde, um sie vor möglichen Attacken zu schützen. Meister sagte, neun Schafe und Ziegen seien genug. Beim Angriff von Samstag auf Sonntag kam er nach eigener Aussage zu spät. Dennoch wolle er auch kommende Nacht auf die Tiere aufpassen. Die Agrargenossenschaft "Drei Gleichen" hat auf der Weide über 1.100 Schafe und Lämmer sowie einige Ziegen. Die Tiere werden südlich von Mühlberg zur Landschaftspflege gehalten. Meister habe sie nun schon zum zweiten Mal auf eine andere Fläche gebracht.

Nach den neuerlichen mutmaßlichen Wolfsattacken im Landkreis Gotha sind die Schäfer verunsichert. Am Montagnachmittag traf sich das Thüringer Umweltministerium mit 30 Schäfern in der Nähe von Schwabhausen, um gemeinsam zu beraten. Das Ministerium versprach außerdem zu helfen. So solle beispielsweise geprüft werden, ob einfacher und besser gefördert werden kann. Im Gespräch sind unter anderem höhere Weidenschutzzäune, die besser vor möglichen Wolfsattacken schützen könnten. Auch über Herdenschutzhunde sollte jetzt intensiv nachgedacht werden.

Transparent mit Forderung von Schäfern nach mutmaßlichem Wolfangriff
Transparent während des Treffens in Schwabhausen: Klare Forderung von Schäfern ans Land. Bildrechte: MDR/Guido Fischer

Umweltministerium im Konflikt

Das Ministerium ist laut eigener Aussage in einem Konflikt. Auf der einen Seite soll die Landschaft durch Schafe und Ziegen erhalten werden. Auf der anderen Seite ist man zum Schutz des Wolfs verpflichtet. Claudia Barnkroth von der Natura 2000-Stadion in der Nähe des Standortübungsplatzes Ohrdruf sagte MDR THÜRINGEN, nun müsse der Kommunikationsprozess mit allen Beteiligten forciert werden. Sie rät verunsicherten Schäfern, die Zäune zu erhöhen. Über Herdenschutzhunde sollte jetzt verstärkt informiert werden.

Der Vorfall ist der vierte dieser Art in den vergangenen Wochen im Bereich des Truppenübungsplatzes bei Ohrdruf. Dabei wurden mehr als 30 Schafe und mehrere Ziegen getötet. In dem Gebiet lebt eine Wölfin, die Region ist offiziell als Wolfsgebiet ausgewiesen. Allerdings ist es auch möglich, dass durchziehende Wölfe die Nutztiere gerissen haben.

Das erste Thüringer Wolfsgebiet rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Arnstadt.
Das erste Thüringer Wolfsgebiet rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Arnstadt. Bildrechte: Bing Maps/Konrad Herrmann

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28.08.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN/Thüringer Allgemeine

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2017, 20:30 Uhr

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35 Kommentare

30.08.2017 17:25 Ekkehard Kohfeld 35

@30.08.2017 08:23 Anscheinend haben Sie vergessen was Whataboutism eigentlich ist.## Ach kann ich ihnen gerne vermitteln wenn sie den Begriff nicht verstehen"Ja diesen Stil nennt man Whataboutism...den hatte schon die SED, die UdSSR und ihre Filialisten im Westen im Gepäck.
Kleine Kostprobe: Schlagzeile "Tödliche Schüsse auf DDR-Flüchtlinge an der Berliner Mauer"...sofortige "dialektische" Gegenfrage: ...
"Und was geschieht an der Grenze USA-Mexiko?"Wie mit Gegenfragen Diskussionen vermieden werden. „Whataboutism“ ist das Zauberwort.##Und genau das haben sie gemacht.##Ich habe Wahrscheinlichkeiten verglichen. Das ist kein Whataboutism, sondern der Vergleich mathematischer Größen zur objektiven Gefahreneinschätzung.##Sie vergleichen Sachen die nicht das geringste miteinander zu tun haben das ist wie Äpfel mit Birnen vergleiche wo die zumindest Beide Obst sind ihre Vergleiche haben gar keinen Nenner der vergleichbar ist.Nur vom waren Thema ablenken plumper Whataboutism sonst nichts.

30.08.2017 13:35 @29.08.2017 22:48 Demske 34

Haben Sie keine belastbaren Zahlen gefunden, oder warum werden Sie persönlich ? Ich bin übrigens ohne Benutzername nicht anonymer als Sie.

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