Das Schlossanwesen Reinhardsbrunn
Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda im Landkreis Gotha. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Marodes Schloss Enteignung von Reinhardsbrunn wird von Gericht geprüft

Den Verfall von Schloss Reinhardsbrunn im Kreis Gotha stoppen - das plant das Land mit der Enteignung nach Denkmalschutzrecht. Offenbar geht das nun doch nicht so leicht über die Bühne.

Das Schlossanwesen Reinhardsbrunn
Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda im Landkreis Gotha. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Enteignung der Eigentümer von Schloss Reinhardsbrunn im Landkreis Gotha wird vorerst nicht rechtskräftig. Der Anwalt eines Beteiligten will den Beschluss des Landesverwaltungsamts von einem Gericht überprüfen lassen, teilte die Thüringer Staatskanzlei auf Anfrage mit.

Um wen es sich genau handelt, ist unbekannt. "Ein am Verfahren Beteiligter", wie es auf Anfrage bei der Staatskanzlei heißt, könnte auch jemand sein, der eine Hypothek auf das Schloss hat eintragen lassen. Eine Kammer des Meininger Landgerichts muss jetzt prüfen, ob der Enteignungsbeschluss vom Juli Bestand hat.

Zehn Millionen Euro lasten auf dem Schloss

Das Land Thüringen hatte die Enteignung der Eigentümer von Schloss Reinhardsbrunn beantragt, weil sie das bedeutende Denkmal verfallen ließen. Die Schäden sind jetzt schon enorm. Das 1827 erbaute Schloss steht seit Jahren leer.

2004 hatte eine ehemals in Thüringen ansässige Firma das Schloss gekauft. Die Eigentümer hatten dem Land zwischenzeitlich angeboten, es für einen symbolischen Euro zu verkaufen. Da auf der Immobilie Schulden und Hypotheken in Höhe von fast zehn Millionen Euro lasten, wählte der Freistaat den Weg über das Enteignungsverfahren. Die geplante Enteignung von Reinhardsbrunn ist nach dem Denkmalschutzrecht in Mitteldeutschland und auch deutschlandweit ziemlich einmalig.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. August 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 14:53 Uhr

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5 Kommentare

11.08.2018 12:02 Theo 5

Meinungen die hier von Behördenschlamperei sprechen wollen doch nur unser Rechtssystem in den Dreck ziehen. Das an dieser Stelle eine juristische Prüfung steht ist nichts ungewöhnliches und heutzutage sogar beinahe normal. Die Alternativen wäre ein System wie in der DDR: Menschenverachtend und ungerecht. So ein System will ich nicht. Die vielen anderen, die 1989 dagegen demonstriert haben auch nicht. Die jetzt von Behördenversagen sprechen drücken diese Erfahrungen einfach weg. Es ist keine Schwäche, sondern ein Stärke des jetzigen Systems, das alles (vieles) hinterfragt werden kann. Es ist halt nur anstregend und aufwendig.

11.08.2018 11:45 Ralf 4

Wenn man sich die Rechtslage ansieht, wird die Verhinderung der Enteignung wohl nicht gelingen. Vermutlich will einer der Eigentümer die Angelegenheit nur verzögern.

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