Gotha | Erfurt Aus für Profi-Basketball bei den Rockets

Die Basketballer der Rockets werden nicht in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A spielen. Das hat der Verein Dienstagabend auf seiner Homepage mitgeteilt. Nach Vereinsangaben kann der Club nicht genug Geld auftreiben, um alle Anforderungen für die Liga zu erfüllen. Es werde jetzt versucht, die Zweitligalizenz an einen anderen Verein zu verkaufen.

Wie Gesellschafterin Astrid Kollmar mitteilte, ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber "sie war aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich, da wir eine erfolgreiche Durchführung der Saison nicht garantieren können. Dies aber können wir weder den Spielern und Sponsoren und ebenso wenig den Fans zumuten." Noch ist unklar, ob der Verein das Startrecht in der drittklassigen Pro B am Standort Gotha nutzen kann. Derzeit werde mit aktuellen und ehemaligen Sponsoren verhandelt. "Wir würden gern in dieser Spielklasse in Gotha spielen und dem Konzept treu bleiben, junge deutsche Spieler, möglichst aus unserem Jugendprogramm, zu fördern", sagte Kollmar.

Führungsspitze verlässt den Verein

Trainer Ivan Pavic (Rockets)
Ivan Pavic verlässt die Rockets als Trainer. Bildrechte: Steffen Prößdorf

Nicht nur finanziell, auch personell steckt der Verein in der Krise. Wie jetzt offiziell bekannt wurde, gehen neben Geschäftsführer Thomas Fleddermann auch Manager Wolfgang Heyder, Trainer Ivan Pavic und Nachwuchsleiter Florian Gut. Nach eigenen Angaben führen die Rockets mit der Liga und einem potenziellen Wildcard-Interessenten Gespräche, um die Lizenz für die zweite Bundesliga Pro A zu verkaufen. Für welche Summe ist unklar. Ebenso, ob damit der Verein aus der finanziellen Schieflage gebracht werden kann.

Die Oettinger Brauerei hatte sich während der abgelaufenen Hauptrunde beim Aufsteiger als Hauptsponsor zurückgezogen. Der Spielbetrieb in der ersten BBL-Saison des Klubs konnte nur durch ein hohes finanzielles Engagement von Vereinspräsidentin und Gesellschafterin Astrid Kollmar, Witwe des 2014 verstorbenen Vereinsmitbegründers Dirk Kollmar, gesichert werden.

Fans geschockt und fassungslos

Viele Fans der Rockets, aber auch aus anderen Basketball-Standorten reagierten auf der Facebook-Seite des Vereins geschockt und sind fassungslos. Die Schuld wird wahlweise am Rückzug des Hauptsponsors Oettinger oder in Fehlern des Managements gesucht. Andere beklagen, der Aufstieg in die erste Basketball-Bundesliga sei zu ambitioniert gewesen und die Entwicklung nach Erfurt zu schnell und ohne Weitsicht verlaufen. Aber auch eine mangelnde Zusammenarbeit mit dem zweiten Thüringer Bundesligisten Science City Jena wird zum Thema gemacht. Ein paar Nutzer reden auch von einer richtigen Entscheidung, nach dem Motto: besser ein Neustart, anstatt irgendetwas zu probieren. Viele Fans schreiben, sie hoffen nun, dass es jetzt zumindest in Gotha in der Pro B, der dritten Liga, irgendwie weitergeht.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sid

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 06. Juni 2018 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2018, 08:25 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

07.06.2018 11:03 Nicht zu fassen... 3

Solange immer mehr Geld ins Spiel kommt und die sportlichen Leistungen erst an dritter Stelle stehen - nachdem die "Fühungsspitzen" versorgt sind - wird das immer so weiter gehen. Mein Mitgefühl für die Spieler...

06.06.2018 22:36 Eisenacher 2

@ Steffen
Volle Zustimmung, wir werden die nächsten Jahre in allen Lebensbereichen es noch kräftig zu spüren bekommen, so wie die Wirtschaft hier den Bach herunter geht.

Mehr aus der Region Gotha - Arnstadt - Ilmenau

Mehr aus Thüringen