Bad Tabarz Heilbäderverband fordert schnelle Auszahlung der Hilfsgelder

Geschlossene Thermen, Gradierwerke und Gaststätten, abgesagte Wellness-Urlaube und verschobene Kuren - die Corona-Krise hat den Thüringer Heilbädern, Kur- und Erholungsorten stark zugesetzt. Es gibt zwar Unterstützung vom Land, beim Corona-Konjunkturpaket des Bundes ist die Heilbäderbranche aber leer ausgegangen.

Außenansicht der Toskana Therme in Bad Sulza
Es ist noch nicht klar, unter welchen Auflagen Thermen wie hier in Bad Sulza wieder öffnen dürfen. Bildrechte: Ollertz&Ollertz

Durch die Corona-Pandemie wurden die Thüringer Heilbäder, Kur- und Erholungsorte selbst zu Patienten. Nur durch eine sofortige Finanzspritze könnten einige von ihnen überleben. Das war die Botschaft des Treffens der Bürgermeister und Geschäftsführer von Thüringer Heilbädern am Donnerstag in Bad Tabarz. Vereint sind sie im Thüringer Heilbäderverband und als Verband wurden Kritik und Forderungen formuliert.

Auflagen "realitätsfern"

Geschlossene Thermen, Gradierwerke oder Gaststätten, abgesagte Gesundheitsurlaube, verschobene Kuren, ausbleibende Tagesgäste - die Corona-Krise setzte den Thüringer Heilbädern, Kur- und Erholungsorten stark zu. "Wirtschaftlich gesehen brennen uns gerade landesweit die Kurorte mit Thermenbetrieb ab", sagt Daniel Steffan vom Kur- und Touristikunternehmen Bad Salzungen. Mit der neuen Thüringer Corona-Verordnung könnten zwar auch Thermen wieder öffnen, die Gesundheitsämter der Kreise müssten aber genehmigen.

Die schon bestehenden oder erwarteten Auflagen seien für die Bäder "unwirtschaftlich" und "realitätsfern", so Steffan. So müsse jede Einrichtung kalkulieren, ob sich eine durch Corona-Auflagen eingeschränkte Öffnung überhaupt rechne.

Heilbäderbranche hat kaum eine Lobby

Der Kur- und Urlaubsbetrieb geht erst schleppend wieder los. Nicht von allen angeschlagenen Kurorten kann man derzeit sagen, sie sind auf dem Weg der Besserung.

Die Bürgermeister der Heilbäder und die Geschäftsfüher der Kurbetriebe freuen sich deshalb zwar über das 15 Millionen schwere Hilfspaket der Landesregierung. Die Heilbäder hätten aber auch Unterstützung vom Bund erwartet. Vor allem weil ja in diesem Jahr mehr Urlaub in Deutschland gemacht werde, sagte Bernhard Schönau, Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes. Doch der Deutsche Heilbäderverband habe kaum eine Lobby und spiele keine Rolle mehr, bedauerte er.

Forderung: Hilfsgelder müssen sofort fließen

Einig waren sich die Thüringer Verbandsmitglieder, dass die Hilfsgelder sofort ausgezahlt werden müssen. Die Finanzdecke vieler Kurorte sei zusammengeschmolzen durch die coronabedingten Ausfälle. Die Verluste der vergangenen Monate könnten durch den laufenden Betrieb, der erst schleppend wieder anlaufe, wohl erst in zwei bis drei Jahren ausgeglichen werden. Angeregt wurde auch, dass der Lastenausgleich für die Heilbäder durch den Freistaat schon jetzt und nicht erst im Oktober ausgezahlt wird.

Ein Drittel der Übernachtungen in Thüringen entfallen auf die Heilbäder, Kur- und Erholungsorte. Damit sei man ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor, so Schönau. Der Heilbäderverband fühle sich zumindest jetzt wahrgenommen von Innen- und Wirtschaftsministerium. Vertreter beider Häuser waren am Donnerstag auch nach Bad Tabarz gekommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Juni 2020 | 17:00 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 3 Wochen

Thüringen war auf gutem Weg mit seinen Thermen und Heilbädern. Einige haben sogar eine Insolvenz gut gemeistet, z.B. Tabbs in Tabarz und Inselbergbad in Brotterode. Wem hat das nicht gefallen? Corona scheint mir unschuldig.... :)

Mehr aus der Region Gotha - Arnstadt - Ilmenau

Mehr aus Thüringen

Schwimmbecken im Südbad Gotha 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK