Die Feuerwehr wurde zu einer Waldbrandübung bei Luisenthal gerufen.
Die Übung im Kreis Gotha führte die Feuerwehrleute in unwegsames Gelände. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Übung im Kreis Gotha 100 Rettungskräfte zu Einsatz in den Wald gerufen

Im Kreis Gotha sind am Freitagnachmittag Feuerwehrleute und Sanitäter zu einem Großeinsatz gerufen worden. Was für die Helfer überraschend kam, war allerdings von langer Hand geplant.

von Sandra Voigtmann

Die Feuerwehr wurde zu einer Waldbrandübung bei Luisenthal gerufen.
Die Übung im Kreis Gotha führte die Feuerwehrleute in unwegsames Gelände. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Im Kreis Gotha hat es am Nachmittag eine großangelegte Waldbrandübung gegeben. Knapp 100 Feuerwehrleute, Sanitäter und Mitarbeiter des Forstamtes Finsterbergen waren an dem Einsatz bei Luisenthal beteiligt. Das Szenario: ein sich ausbreitender Flächenbrand im Fichtenbestand. Der Einsatzort ist für die Helfer nur über eine Zufahrt erreichbar. Die nächste Wasserversorgungsstelle liegt kilometerweit entfernt.

Diese Bedingungen stellten die Einsatzleitung, aber auch die Kameradinnen und Kameraden vor Herausforderungen. Neben dem Anlegen von Wasserbecken an der Einsatzstelle musste vor allem das Heranführen von weiterem Löschwasser logistisch koordiniert werden. Mitten im Wald wurden Rauchbomben gezündet, damit es so aussieht, als würde es brennen.

Die Feuerwehr wurde zu einer Waldbrandübung bei Luisenthal gerufen.
Rauchbomben sollten einen Waldbrand simulieren. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Feuerwehr ist schnell da - doch die Probleme kommen erst

Um Punkt 14 Uhr wurde die ortsansässige Feuerwehr Luisenthal alarmiert. Die Kameraden wussten vorher nicht Bescheid. Die Übung sollte so real simuliert werden wie möglich. Zwei Feuerwehrautos mit acht Feuerwehrleuten waren dann nach 15 Minuten am Brandort. Im Schnitt dauert es zehn Minuten von der Alarmierung, bis die Kameraden vor Ort sind. Das lief also schon mal gut, so die Einsatzzentrale. Doch die Schwierigkeiten kamen ja erst.

Schließlich stehen an Waldwegen keine Hydranten. Zur Entnahmestelle - einem Hydranten am Fuße der Ohrastalsperre - richteten die Wehren kurzerhand einen Pendelverkehr ein. Tanklöschfahrzeuge transportierten das Wasser vom Tal bergan und wurden über Streckenlotsen auf den engen Waldwegen koordiniert. Gleichzeitig zog die Einsatzleitung, die ihre Position an der Biathlon-Anlage bei Luisenthal bezogen hatte, aus dem gesamten Umkreis weitere Kräfte zusammen. Sie sammelten sich am Bahnhof Luisenthal und wurden schrittweise zur Brandstelle abgerufen. Insgesamt waren am späten Nachmittag 25 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren sowie Krankentransportwagen und Lkw des Sanitäts- und Betreuungszuges mit Helfern des DRK-Kreisverbands im Einsatz.

Die Feuerwehr wurde zu einer Waldbrandübung bei Luisenthal gerufen.
Zahlreiche Einsatzfahrzeuge wurden zusammengezogen. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Waldbrandübung im Kreis Gotha soll Routinen testen

"Es ist nicht Ziel der Übung, alles perfekt ablaufen zu lassen, sondern zu testen, ob die Einsatzführung und das Nachziehen von Kräften unter realistischen Bedingungen funktioniert", sagt Kreisbrandinspektor Patrick Keil, der die Übung konzipiert hat. Eine Stunde hat es bis zum ersten Löschen gedauert, waren die Wasserbecken aufgebaut. Nach zwei Stunden war das normale Anfangschaos Geschichte und die Pendelroutine beim Wasserholen mit den Löschfahrzeugen begann. Schneller geht es auch kaum im Wald, so die Einsatzleitung.

Beteiligt waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Luisenthal, Ohrdruf, Tambach-Dietharz, Georgenthal, Herrenhof, Hohenkirchen, Crawinkel, Neudietendorf, Warza, Waltershausen und Gotha-Siebleben. Auch Innenminister Georg Maier (SPD) beobachtete die Übung vor Ort. Das erste Fazit fiel positiv aus. Allerdings: Wasser in den Wald zu bekommen, ist ein riesiges Problem, und es permanent in den Becken vorhalten zu können auch. Woher man schneller mehr Wasser bekommt, das wird ein Thema der genaueren Analyse nach der Übung sein.

Die Feuerwehr wurde zu einer Waldbrandübung bei Luisenthal gerufen.
Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte wird nach der Übung noch im Detail analysiert. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Feuerwehr will für Ernstfall gewappnet sein

Zwar hat es in diesem Jahr im Landkreis Gotha keine Waldbrände gegeben. Angesichts der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre will der Landkreis dennoch für den Ernstfall gewappnet sein. Die Übung wurde nach mehreren Stunden um 18 Uhr beendet.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 18:57 Uhr

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