Metallbranche Schraubenfirma führt Westtarif in Tambach-Dietharz ein

Als eines der ersten Metallunternehmen in Ostdeutschland führt der Schraubenhersteller EJOT in Tambach-Dietharz im Landkreis Gotha stufenweise Westtarif ein. Wie das Unternehmen zu seinem 25-jährigen Bestehen mitteilte, bekommen die 520 Beschäftigten bis zum Jahr 2021 das gleiche Entgelt wie die Mitarbeiter am Stammsitz in Nordrhein-Westfalen. Außerdem wird die Arbeitszeit in drei Schritten auf 35 Stunden gesenkt. Bereits ab Januar gilt eine 37 Stunden-Woche.

Christian F. Kocherscheidt, Leiter des Spezialschraubenherstellers Ejot, steht am 15.08.2013 vor dem Besuch von Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht (CDU) vor der Produktionsstätte in Tambach-Dietharz.
EJOT-Chef Christian Kocherscheidt Bildrechte: dpa

Der entsprechende Haustarifvertrag soll nach dem 17. Dezember unterzeichnet werden, wenn eine Frist für die IG Metall abgelaufen ist. Die Angleichung habe 28 Jahre nach der Wiedervereinigung eine hohe emotionale Bedeutung für die Mitarbeiter, sagte EJOT-Chef Christian Kocherscheidt. Gleiche Arbeitsbedingungen in Ost und West sollten das Zusammenwachsen innerhalb des Familienunternehmens weiter fördern.

Der Eisenacher IG-Metall-Bevollmächtigte Uwe Laubach sprach von einer "tollen Geschichte". Er hoffe, dieser Schritt sei beispielgebend für andere Betriebe. Eine Sprecherin des Verbands der Metall- und Elektroindustrie sagte dagegen, der Haustarifvertrag habe mit dem Flächentarifvertrag für die Branche nichts zu tun. Gerade kleinere Unternehmen könnten sich das derzeit nicht leisten. Der Verband müsse die Wettbewerbsfähigkeit aller Mitglieder im Auge haben, so die Sprecherin.

Das Familienunternehmen EJOT hatte im Jahr 1993 das ehemalige Schraubenwerk Tambach gekauft und in den ersten fünf Jahren bereits 60 Millionen DM investiert. Hergestellt werden Spezialschrauben und komplexe Verbindungselemente, die beispielsweise in Autos, Waschmaschinen und Handys eingesetzt werden. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen 20 Millionen Euro in seinen Thüringer Standort investieren. Unter anderem soll ein neues Oberflächenzentrum aufgebaut werden, in dem die Schrauben beschichtet werden. Die EJOT-Gruppe beschäftigt weltweit 3.500 Mitarbeiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Dezember 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2018, 15:34 Uhr

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7 Kommentare

11.12.2018 09:43 eypee 7

Glückwunsch an die EJOTler > die haben wirklich schon einen guten Verdienst, nun ist er sehr gut. Ein paar Zusatzschichten und Wochenendarbeiten hinzu, da gehtn Arbeiter mit 2000 - 2400 netto nach Hause. Wenn es nur überall in Ostdeutschland so wäre......

10.12.2018 13:36 Lyriklümmel 6

"Schraubenfirma führt Westtarif in Tambach-Dietharz ein"

Fröhliche Weihnachten, liebe Mitarbeiter!
Und wenn es jetzt noch D-Mark wäre...

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