Ohrdruf | Erfurt 130 Strafanzeigen zu toten Wolfsmischlingen

Knapp vier Wochen nach dem Abschuss von drei Wolfsmischlingen sind bei der Staatsanwaltschaft Erfurt mehr als 130 Anzeigen eingegangen. Sprecher Hannes Grünseisen sagte MDR THÜRINGEN, in fast allen Fällen sei ein möglicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt worden. Die Anzeigen richteten sich unter anderem gegen Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (B90/Grüne). Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müssen.

Weiter drei Wolfsmischlinge unterwegs

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme aus einer Fotofalle vom 11.03.2018 zeigt einen Wolf, der bei Nacht über eine frei Fläche läuft.
Die Wölfin von Ohrdruf wird mit Fotokameras überwacht. Das Bild zeigt sie im März 2018. Bildrechte: Bundesforst

Tiere zu töten, weil sie nicht reinrassig sind, ist für die Tierrechtsorganisation PETA ethisch nicht zu verantworten. Bereits am 6. April kurz nach dem Abschuss der drei Mischlinge aus Wolf und Hund hat PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Erfurt erstattet. Die Anzeige richtet sich gegen die für den Abschuss verantwortlichen Jäger und Behördenmitarbeiter auch im Umweltministerium.

Ein Ministeriums-Sprecher sagte MDR THÜRINGEN, seit März seien keine weiteren Mischlinge geschossen worden. Der Abschuss der drei verbliebenen werde aber vorangetrieben.

Ein letztes Bild einer Fotofalle zeigt die geschützte Wölfin am 30. März in der Nähe von Bittstädt. Wie viele Jungtiere noch bei ihr sind, kann das Ministerium nicht beantworten. Und ob die Wölfin erneut trächtig ist? Dafür gebe es keine Anzeichen, so der Ministeriums-Sprecher. Anja Siegesmund hat persönlich in über 400 Mails an Tierfreunde ihr Handeln mit Fakten und Hintergründen begründet.

Eine große, graue Wölfin trabt mit gesenktem Kopf durch ein Waldstück.
Früheres Bild der Wölfin bei Bittstädt Bildrechte: NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf/S. Böttner

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. April 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2018, 05:00 Uhr

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6 Kommentare

25.04.2018 10:48 martin 6

Ich halte es für sinnig, die Staatsanwaltschaft ihren Job machen zu lassen. Wenn die Aktion legal ist, dann wird eingestellt und gut ist.

Wenn sie nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht legal ist, dann wird es - je nach Schwere des Vergehens - Strafbefehl oder Anklage geben und im Zweifel werden die zuständigen Gerichte darüber zu entscheiden haben, ob und wer sich wie strafbar gemacht hat.

24.04.2018 18:22 Teiklomannster 5

@2, Klare Worte: "Hier bei uns in Deutschland fahren die Affen Panzer"

Panzer werden in der Regel von Menschen gefahren. Welche Menschen meinen Sie denn bitte mit "Affen"?

Bitte erklären Sie das mal. Bin gespannt ....

"Eine Kreuzung aus Wolf und Dackel will keiner haben!"

Wer sagt das? Sie selber? Soso ....
Haben Sie den "alle" gefragt, ob das keiner will?

Wohl eher nicht. Sonst würden ja wohl nicht über 100 Klagen eingereicht werden, oder?

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