Die Schwarz-Weiß-Aufnahme aus einer Fotofalle vom 11.03.2018 zeigt einen Wolf, der bei Nacht über eine frei Fläche läuft.
Schwarz-Weiß-Aufnahme aus einer Fotofalle, die mutmaßlich die Wölfin von Ohrdruf zeigt. Bildrechte: Bundesforst

Truppenübungsplatz Ohrdruf Jagd auf Wolfshybriden geht weiter

Zuletzt ist es um die Wölfin und ihren Hybridjungen im Kreis Gotha ruhiger geworden. Nach wie vor plant das Umweltministerium, die Mutter mit einem Sender auszustatten und die Jungtiere in einen Bärenpark umzusiedeln.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme aus einer Fotofalle vom 11.03.2018 zeigt einen Wolf, der bei Nacht über eine frei Fläche läuft.
Schwarz-Weiß-Aufnahme aus einer Fotofalle, die mutmaßlich die Wölfin von Ohrdruf zeigt. Bildrechte: Bundesforst

Die Jagd auf die Wolfshybriden auf dem Bundeswehr-Übungsplatz Ohrdruf geht unvermindert weiter. Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, die Genehmigung dafür liege weiter vor. Auch die Schlingfallen seien wieder im Einsatz. Im Frühjahr waren sie während der Paarungszeit entfernt worden. Falls die Wölfin damit gefangen werde, könnte sie mit einem Sender ausgestattet und wieder freigelassen werden.

Die Jungtiere würden im Fall eines Fangerfolgs nach Worbis in den Bärenpark gebracht. Das Ministerium hatte drei der sechs Hybriden abschießen lassen. Zwei Jungtiere könnten abgewandert sein - Fotofallen zeigen seit Monaten nur noch die Mutter mit einem ihrer Jungen. Im vergangenen Jahr waren in Thüringen rund 80 Schafe und Ziegen von Wölfen gerissen worden. In diesem Jahr sind es etwas mehr als 50 getötete Tiere.

Zum Schutz von Schafen und Ziegen will das Ministerium künftig spezielle Weidezäune zu 100 Prozent finanzieren, bisher waren es 75 Prozent. Das sieht die geplante Wolfs- und Luchsrichtlinie vor, die noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. Danach sollen Schäfer auch dann Geld erhalten, wenn ihre Tiere nach Wolfsrissen nicht lammen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten West-Thüringen | 15. November 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 16:18 Uhr

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2 Kommentare

16.11.2018 17:45 Katrin Freyer 2

Kann man denn nicht, wenn schon nötig, die Mutter mit den Jungtieren im Park unterbringen? Warum " musste" man denn die 3 abschießen? Wären die Hybriden überhaupt Fortpflanzungsfähig? Und was heisst "verweichlichte Hundegene"? Nur weil ein HUnd seinen Teil dazu beigetragen hat, bedeutet es ja nicht, dass die Tiere automatisch die Nähe zum Menschen suchen. Auch Hunde müssen erst auf den Menschen geprägt werden. Und es gibt wolfsnahe Rassen, die auch sehr gut ohne den Menschen in der freien Natur zurecht kommen würden. Die Entwicklung dieser Tiere wäre für alle Verhaltensforscher und Interessierte sehr spannend. Man könnte sicherlich viel daraus lernen. Ich finde den Umgang mit den Tieren sehr traurig und Schlingfallen einzusetzen ist für mich ein klarer Verstoß gegen den Tierschutz!!!

16.11.2018 09:24 Rumsdibums 1

Die Reinrassigkeit des Wolfes hat in Deutschland einen hohen Stellenwert. Das ist Geschichtlich so gewachsen. Die Vermischung des Wolfsrudels mit verweichlichten Hundegenen muss verhindert oder ausgemerzt werden.
Da sich der "Zwischenfall" glücklicherweise auf einem Übungsplatz zugetragen hat, könnte die Truppe mit einer gezielten "Übung" behilflich sein, Grimms Andenken zu wahren.

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