Wolf in Thüringen Neuer Wolf und weiterer Schafsriss auf Truppenübungsplatz Ohrdruf

Auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf wurde erneut ein Schaf gerissen. Es ist der 15. Riss eines Nutztieres in diesem Jahr. Experten gehen zudem von einem neuen Wolf auf dem Gelände aus.

Eine Bisswunde eines Wolfes.
Die Bisswunde des gerissenen Schafes. Ein Rissgutachter geht von einem Wolf aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Ohrdruf ist in der Nacht zu Montag erneut ein Schaf gerissen worden. Wie die Agrarproduktion Schwabhausen mitteilte, war wieder eine Herde des Schäfers Gerd Steuding betroffen. Ein Rissgutachter geht demnach von einem Wolf aus. Eine DNA-Analyse steht aber noch aus. Es wäre in diesem Jahr das 15. Nutztier, das von einem Wolf gerissen wurde.

Weiterer Wolf in Ohrdruf gesichtet

Bisher gibt es im Freistaat ein ausgewiesenes Wolfsrevier, rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf. Seit 2014 ist dort eine Wölfin sesshaft. Sie hatte sich 2018 mit einem freilaufenden Labrador gepaart und sechs Mischlinge zu Welt gebracht. Seit Mai wurde außerdem mehrmals ein weiterer Wolf in Thüringen gesichtet.

Ein Wolf in einer Fotofalle.
Foto einer Fotofalle, das die Ohrdrufer Wölfin zeigt. Bildrechte: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Wie das Thüringer Umweltministerium MDR THÜRINGEN am Montag mitteilte, steht mittlerweile fest, dass es sich dabei um ein Männchen handelt. Aktuelle genetische Auswertungen von Kot-Proben haben dies laut Umweltministerium ergeben. Anhand der Proben sei es aber nicht möglich, das Tier etwa einem Rudel zuzuordnen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Es entstamme aber einer zentraleuropäischen Wolfspopulation.

Ministerium unsicher, ob Wolf sich in Ohrdruf niedergelassen hat

Die Kot-Funde deuteten zwar darauf hin, dass sich der neue Wolf nicht auf Durchreise befinde, hieß es aus dem Ministerium. Allerdings sei es noch zu früh, um tatsächlich davon auszugehen, dass sich der Rüde dort niedergelassen habe. "Manche Tiere ziehen auch nach Wochen doch noch weiter", sagte der Ministeriumssprecher.

Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld.
Das in der Nacht zu Montag gerissene Schaf. Bildrechte: Gerd Steuding

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 20:03 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

19 Kommentare

09.07.2019 23:18 G.Schmitz 19

Man ist lange ohne den Wolf ausgekommen. Der Wolf hat kein Platz in unserem dichtbesiedeltem Land. Der Woif passt nicht in unsere Kulturlandschaft. Der Wolf bedroht Existenzen und frisst und tötet alles Vieh was nicht schnell genug fliehen kann, bald auch Kinder und Jogger, Spaziergänger, Radfahrer und Pilzsammler.

Keine Wölfe, keine Natur, was wollt Ihr dann?

MOAM!!!

09.07.2019 22:51 martin 18

@17 CHeinz: Mit Schreckensbildern und Angstmacherei durch einige Zeitgenossen haben Sie völlig Recht. Daher meine bewusste Zuspitzung in #9 mit dem Zusatz "... falls einige Zeitgenossen Recht haben" - was ich stark bezweifele.

Mehr aus der Region Gotha - Arnstadt - Ilmenau

Mehr aus Thüringen