Bei Ohrdruf Wegen Nachwuchs: Vermehrt Wolfsangriffe auf Weidetiere

Rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf häufen sich derzeit Angriffe von Wölfen auf Schafe und andere Weidetiere. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt und Geologie sind in den vergangenen zwei Wochen neun Wolfsangriffe auf Nutztiere in der Region verzeichnet worden. Dabei starben sieben Schafe, zwei Kälber, ein Pferd und eine Ziege.

Ohrdrufer Wölfin hat erneut Nachwuchs

Wie das Thüringer Umweltministerium Dienstagnachmittag mitteilte, zeigen Aufnahmen einer Fotofalle drei Jungtiere. Ersten Einschätzungen zufolge handelt es sich dabei erneut um Wolf-Hund-Mischlinge. Die Jungtiere sind schätzungsweise zwei bis drei Monate alt. Nach Angaben des Ministeriums wird nun versucht, die Jungen per Kastenfalle lebendig zu fangen und in den Bärenpark Worbis zu bringen. Sollte das nicht klappen, werden die Wolf-Hund-Hybride zum Abschuss frei gegeben. Dieses zweistufige Vorgehen sieht nach Angaben des Ministeriums das Artenschutzgesetz vor. Demnach müssen Hybride aus der freien Wildbahn entfernt werden.

Die Ohrdrufer Wölfin hatte sich vor zwei Jahren bereits mit einem Labrador gepaart und mindestens sechs Hybriden zur Welt gebracht. Bislang sind vier davon abgeschossen worden. Für die verbliebenen hat das Umweltministerium noch bis Ende des Jahres eine Abschussgenehmigung erteilt.

Im Juli 2018 nur ein Schaf in der Gegend vom Wolf getötet

Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld.
Kadaver eines gerissenen Schafes: Rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf häufen sich wieder die Wolfsangriffe auf Weidetiere. Bildrechte: Gerd Steuding

Unklar ist noch, ob Wölfe für den Riss von zwei weiteren Schafen am Wochenende in Espenfeld im Ilm-Kreis verantwortlich sind. Im gesamten Juli 2018 war rund um den Truppenübungsplatz nur ein Schaf vom Wolf gerissen worden. In der vergangenen Woche gab es auch in anderen Regionen Thüringens Wolfsangriffe auf Schafe. Diesen fielen bei Graitschen im Saale-Holzland-Kreis und bei Oepfershausen im Kreis Schmalkalden-Meiningen sieben Schafe zum Opfer.
Die Zunahme der Angriffe rund um den Truppenübungsplatz ist laut Expertenmeinung ein weiterer Beleg für eine größere Wolfspopulation. Seit diesem Frühjahr wurde auch ein männlicher Wolf regelmäßig auf dem Truppenübungsplatz gesichtet.

Wolfsrisse (laut Rissgutachten) im Juli 2019
Datum Ort Gerissene Tiere
18.07.2019 Wölfis (Landkreis Gotha) Schaf (1)
17.07.2019 Wölfis (Landkreis Gotha) Schaf (1)
16.07.2019 Graitschen (Saale-Holzland-Kreis) Schaf (6, davon 5 verletzt)
16.07.2019 Wölfis (Landkreis Gotha) Schaf (1)
16.07.2019 Oepfertshausen (Schmalkalden-Meiningen) Schaf (1)
15.07.2019 Ohrdruf (Landkreis Gotha) Schaf (1)
15.07.2019 Crawinkel (Landkreis Gotha) Pferd (1)
15.07.2019 Wölfis (Landkreis Gotha) Schaf (2), Ziege (1)
11.07.2019 Frankenhain (Ilm-Kreis) Rinderkalb (1)
08.07.2019 Schwabhausen (Landkreis Gotha) Schaf (1)

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Juli 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 10:55 Uhr

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42 Kommentare

25.07.2019 18:51 martin 42

@40 dorfbewohner: Nicht jeder Esel ist ein Herdenschutzesel. Und ein "normaler" schreckt Wölfe nur dann ab, wenn sie schon etwas über Esel auf die harte Tour gelernt haben ....

25.07.2019 12:12 Pfingstrose 41

MDR THÜRINGEN:
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