Wolfsfamilie dezimiert Ohrdruf: Vier Wolfsmischlinge tot

Das Thüringer Umweltministerium hat den Abschuss von drei Wolfshybriden bestätigt. Es handele sich eindeutig um drei der sechs Hybriden, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Dienstag in Erfurt.

Kopf eines Tiers mit schwarzem Fell
Das von einem Zug getötete Tier Bildrechte: privat

Ein weiteres Tier sei am Sonntag tot an einem Bahndamm bei Gotha gefunden worden, die Gen-Analyse dauere noch an. Ursprünglich sollten die Wolfs-Mischlinge lebend gefangen und in den Bärenpark Worbis gebracht werden. Das habe man mit hohem Aufwand versucht, so Siegesmund. Angesichts der bevorstehenden Weidesaison sei der Zeitdruck aber groß geworden, so dass die Tiere zum Abschuss freigegeben wurden.

Das Umweltministerium geht davon aus, dass sich die zwei vermutlich noch lebenden Hybriden auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf befinden. Zum Monatsende sollen die Fangbemühungen gestoppt werden. Dann geht es nur noch um den Abschuss der Tiere.

Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Die Mutter der Mischlinge - aufgenommen von einer der Fotofallen in der Region. Bildrechte: Bundesforst

Gegen den Abschuss der Mischlinge regt sich zugleich Widerstand. Eine Initiative hat nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn mehr als 50.000 Unterstützer weltweit bei einer Online-Petition gesammelt. Bundesweit sind es rund 11.000 Unterschriften. Initiator Christian Berge sagte, der Abschuss der Tiere sei rechtlich problematisch. Allerdings verweigere Ministerin Siegesmund die Annahme der Unterschriften.

In einer zwischenzeitlichen Ausgabe dieses Berichts hieß es, die Tiere seien gefangen und dann erschossen worden. Diese Information stimmt nicht. Das Ministerium bekräftigte, dass die Tiere in freier Wildbahn erschossen worden seien.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 27. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. März 2018, 20:49 Uhr

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41 Kommentare

30.03.2018 13:14 Frank 41

Einfach nur ein Armutszeugnis für den Menschen, warum halten wir uns für intelligent?

30.03.2018 13:10 Frank 40

Erstaunlich. In der jetzigen Welt wird alles zerredet...alles wird bewertet. Und die unwahrscheinlichsten Dinge angenommen, um diese zu "vermeiden" gibt es vom Menschen solche Entscheidungen. Und was mache ich jetzt, wenn statt einem Wolf oder anderem Tier ein "aggressiver Mensch" vor mir steht? Wie schützt mich der Staat schon mal vorher davor, so wie vor dem "bösen Wolf"? Einfach mal die Dinge so nehmen wie sie sind, sich um wichtigere Dinge kümmern und überhaupt erst einmal erkennen, was wirklich wichtig ist....wenn hätten den die Handvoll Tiere wirklich geschadet? Keinen Menschen haben sie bis jetzt bedroht...und leider können Tiere nicht im Supermarkt an der Theke Schaffleisch kaufen, weil das weniger "brutal" ist und für die Schäfer nicht so schlimm... Verseuchte Weltmeere und Klimaveränderungen...sind das nicht genug Beschäftigung für uns Menschen?
Undicht übrigen: Schafszüchter werden für den Verlust entschädigt, Handwerker bei Diebstahl auf der Baustelle demnächst auch?

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