Automobilzulieferer Autotest will Standort Kindel schließen

Der Automobilzulieferer Autotest will seinen Standort im Industriegebiet Kindel bei Eisenach zum Jahresende schließen. Die Gewerkschaft IG Metall bestätigte MDR THÜRINGEN, das Unternehmen habe dies der Belegschaft in der vergangenen Woche mitgeteilt. Betroffen seien rund 120 Mitarbeiter.

Ankündigung kommt für Gewerkschaft überraschend

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Uwe Laubach sagte, das komme völlig überraschend, da das Unternehmen in den vergangenen Monaten bei Leiharbeitsfirmen und bei einer Transfergesellschaft noch nach neuen Arbeitskräften gesucht habe. Auf Anfrage von MDR THÜRINGEN wollte sich das Unternehmen bisher nicht zu den Gründen äußern. Ein Geschäftsführer sagte, dazu sei es noch nicht weit genug, die Gesamtlage "zu undefiniert".

Ein graues Firmengebäude.
Das Firmengebäude des Automobilzulieferers Autotest im Industriegebiet Kindel bei Eisenach. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Gewerkschafter Laubach warf dem Zulieferer vor, sich aus der sozialen Verantwortung zu stehlen. Die Schließung sei angekündigt worden, kurz nachdem die IG Metall Betriebsratswahlen im Unternehmen initiiert hatte. Autotest hat dies nach Angaben der Gewerkschaft mit einer einstweiligen Verfügung blockiert. Laubach sprach von "miesen Tricks", mit denen langjährig Beschäftigte möglicherweise um ihre Abfindung gebracht werden sollten. Er forderte das Unternehmen auf, den Beschluss zu schließen bis nach der Betriebsratswahl zurückzunehmen. Dann könnten Interessenausgleich und Sozialplan ausgehandelt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 19:12 Uhr

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21 Kommentare

10.07.2019 17:30 Mitarbeiter 21

Unserer Geschäftsführung traue ich alles zu, vermutlich ist längst ein Käufer gefunden, allerdings wird dieser kein Interesse an defizitären Aufträgen haben, vorher wird also das Unternehmen so verschlankt, man trennt sich von überflüssigen Mitarbeitern um dann in Ohrdruf unter neuen Namen ein Werk zu eröffnen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

10.07.2019 10:47 Rasselbock 20

@16: Unternehmensberater, was ist das schon? Jeder kann sich so nennen, es ist eine ungeschützte sogenannte "Berufsdefinition". Die meisten sind nur Bluffer und ihr Geld in den wenigsten Fällen wert. Eine Firma die solche Typen braucht ist zumeist fast immer dem Untergang gweiht. Im Übrigen, was da beschrieben wird, es ist wieder ein Beispiel der totalen Ökonomisierung die uns in den Untergang führt.

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