Bad Salzungen Entsorgung von Kali-Lauge in Grube Springen: SPD-Fraktion mahnt zur Eile

Das Kali-Unternehmen K+S darf ab 2022 seine Produktionsabwässer nicht mehr in den Untergrund verpressen. Die Arbeiten an einer alternativen Entsorgungsmöglichkeit stehen an, doch die Corona-Pandemie hat Zeit gekostet.

Kräne auf einem großen Kali-Salzberg.
Ein Kali-Salzberg. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei der geplanten Entsorgung von Kali-Lauge in der Grube Springen in der Nähe von Bad Salzungen drückt die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag aufs Tempo. Nach einem Besuch vor Ort sagte der Abgeordnete Denny Möller, um die Vorarbeiten für den Bau einer unterirdischen Leitung von Hessen nach Thüringen nicht weiter auszubremsen, müsse der Kali-Staatsvertrag zwischen beiden Ländern schnellstmöglich geändert werden.

Er habe deshalb die Abgeordneten von Linke, Bündnis 90/Grüne und CDU darum gebeten, für kommende Woche gemeinsam eine Sondersitzung des Umweltausschusses anzusetzen.

Laugen-Rohrleitung: K+S will bald mit Vorarbeiten starten

Die geplante Änderung des Staatsvertrages über den Kali-Abbau an der Werra zwischen Hessen und Thüringen soll ermöglichen, dass für die unterirdische Lauge-Pipeline der sogenannte Markscheide-Sicherheitspfeiler durchbohrt werden darf. Bisher schließt der Vertrag das aus. Außerdem soll die Grenze zwischen den beiden Kaligruben untertage, die sogenannte Markscheide, um einige Meter nach Thüringen hinein verschoben werden.

Nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei kann Ministerpräsident Bodo Ramelow die Vertragsänderung unterzeichnen, sobald der Umweltausschuss darüber abschließend beraten hat. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von K+S, Stefan Böck sagte MDR THÜRINGEN, besonders bei der Verlegung der Markscheide dränge die Zeit. Die Verschiebung dieser Grenze sei Voraussetzung dafür, dass K+S die Vorarbeiten für den Bau der Laugen-Rohrleitung starten könne. Deren Beginn sei für den 15. Oktober geplant gewesen; es zähle buchstäblich jeder Tag.

Ein Radlader schüttet Steine in einen Turm mit einem Förderband davor
K+S verfüllt alte Schächte der Grube Springen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Keine Entsorgung in den Untergrund ab 2022

Durch die landespolitischen Turbulenzen im Frühjahr und die Corona-Pandemie sei viel wertvolle Zeit verloren gegangen. Bis zum 31. Dezember 2021 müsse das Unternehmen eine alternative Entsorgungsmöglichkeit zur Verfügung haben, sagte Böck. Ab Januar 2022 darf K+S seine Produktionsabwässer nicht mehr in den Untergrund verpressen. Der SPD-Abgeordnete Möller verwies darauf, dass an der Frage der Entsorgung dieser Abwässer die Zukunft von mehr als 4000 Arbeitsplätzen hängt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Oktober 2020 | 09:00 Uhr

9 Kommentare

Normalo vor 4 Wochen

Der Hering braucht aber Salzwasser als Lebensraum, damit kann die Werra ja im Grunde fast schon dienen. Geschickte Verunglimpfung eines Kommentators. Sind Sie Politiker?
Selbstverständlich hat K&S sich seiner ostdeutschen Konkurrenz entledigt und beutet die Vorräte nun aus. Für die Entsorgung zählt die Allgemeinheit.
Sie können sich sich verunglimpfend abstrampeln, da beißt die Maus keinen Faden ab 😊

winfried vor 4 Wochen

Steffen Kayser
" Hier würde mich aber sehr interessieren wie nun mit dem Abfall umgegangen wird."
Welchen Vorschlag haben Sie ?!
Ich finde, "wir" befinden "uns" in einem Dilemma, entweder Arbeitsplätze oder Umwelt. Beides, oder irgendwas dazwischen, geht nicht.
Ich entscheide mich FÜR "meinen Komfort", nämlich Arbeitsplätze.

Steffen Kayser vor 4 Wochen

Solche Polemik ist nicht zeitgemäß. K+S ist ein gesamtdeutsches Unternehmen mit Produktionsstätten in mehreren Bundesländer. Und irgendwo muss ja der Abfall hin. Hier würde mich aber sehr interessieren wie nun mit dem Abfall umgegangen wird.

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