Bad Salzungen Flugzeug kaputt: Verlegung von Thüringer Soldaten nach Litauen verzögert

Das Panzergrenadierbataillon 391 der Bundeswehr verlegt derzeit Truppen und Material nach Litauen. Die Einheit aus Bad Salzungen bildet für die nächsten Monate den Kern des Nato-Bataillons, das im Rahmen der "Enhanced Force Presence" in Litauen als Abschreckung gegenüber Russland dienen soll. Während am Samstagmorgen Soldaten in Immelborn dafür Panzer auf die Bahn verluden, blieben ihre Kameraden in Leipzig "hängen". Die Bundeswehr-Maschine, die sie nach Kaunas bringen sollte, war kaputt.

Die Bundeswehr hat am Samstag in Immelborn im Wartburgkreis 17 Panzer für einen Nato-Einsatz verladen. Per Zug werden 16 Schützenpanzer des Typs "Marder" und ein Bergepanzer des Typs "Büffel" ins litauische Rukla transportiert. Die Fahrzeuge gehören zum Panzergrenadierbataillon 391, das in Bad Salzungen stationiert ist und in den nächsten Monaten den Großteil des Personals für das Nato-Bataillon in Litauen stellen wird.

Ein "Marder" bietet Platz für neun Soldaten und wiegt 32 Tonnen. Die Fahrzeuge werden am 1. August in Litauen erwartet. Rund 350 Soldaten aus der Werratal-Kaserne und weitere 150 aus Bad Frankenhausen, Gotha und Gera sind an dem Einsatz beteiligt. Sie werden mit Soldaten aus Belgien, den Niederlanden, Norwegen und Tschechien sechs Monate zusammenarbeiten. Sie lösten das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Bayern) ab.

Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr.
16 Marder-Schützenpanzer wurden am Samstag verladen, außerdem ein Bergepanzer "Büffel". Bildrechte: MDR/Oliver Gussor

Im Halbjahrestakt werden die Soldaten des deutschen Kontingents an dem multinationalen Gefechtsverband ausgewechselt. Auftrag sei, Präsenz zu zeigen und zusammen mit Soldaten aus anderen Nato-Ländern zu üben, erklärte die Bundeswehr. Sechs Züge mit Technik, Fahrzeugen und Container würden nach Litauen geschickt, so der Bundeswehrsprecher. Der letzte starte voraussichtlich am kommenden Mittwoch in Immelborn. Insgesamt werden 80 Container und 90 Fahrzeuge nach Litauen transportiert.

Für Bundeswehr-Einsatz in Litauen Panzerverladung in Immelborn

Das Panzergrenadierbataillon 391 aus Bad Salzungen hat am Samstag 17 Panzer in Immelborn auf die Bahn verladen. Die Fahrzeuge werden im Nato-Einsatz in Litauen benötigt.

Ein Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr.
Ein Schützenpanzer des Typs Marder - das wichtigste Gefechtsfahrzeug der Panzergrenadiere der Bundeswehr. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Ein Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr.
Ein Schützenpanzer des Typs Marder - das wichtigste Gefechtsfahrzeug der Panzergrenadiere der Bundeswehr. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Büffel-Bergepanzer der Bundeswehr.
Ein Bergepanzer vom Typ "Büffel" Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr.
16 Marder-Panzer und ein Büffel-Bergepanzer sind am Samstagvormittag von Bad Salzungen nach Immelborn gefahren. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Marder-Schützenpanzer (rechts) und ein Bergepanzer Büffel der Bundeswehr.
Aufstellung an der Rampe, von der aus die Fahrzeuge auf Eisenbahnwaggons rollen werden. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr.
Mit den Ketten werden die Fahrzeuge auf den Waggons fest verzurrt. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr werden auf einen Zug verladen.
Einer nach dem andern fahren die Panzer auf die Waggons. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Ein Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr fährt auf einen Transportwaggon.
Da braucht der Fahrer ein gutes Augenmaß. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
Bundeswehr-Schützenpanzer auf einem Transportzug.   ins litauische Rukla transportiert. Ein "Marder" bietet Platz für neun Soldaten und wiegt 32 Tonnen. Die Fahrzeuge werden am 1. August in Litauen erwartet.   In Litauen leitet das Panzergrenadierbataillon 391
Geht das so? Prüfende Blicke der Verladeexperten von der Bahn. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Defekt an Airbus der Luftwaffe verhindert geplanten Flug

Während Fahrzeuge und Material auf dem Landweg ins Baltikum gebracht werden, erfolgt die Verlegung der Mannschaften per Flugzeug. Allerdings fand ein für Samstagmorgen ab Leipzig geplanter Flug nicht statt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN war ein Defekt an dem vorgesehenen Flugzeug der Grund. Die Bundeswehr-Maschine vom Typ A310 habe am Morgen wegen eines defekten Triebwerks nicht in Köln starten können, sagte ein Sprecher der Luftwaffe dem MDR. Die Maschine sollte die Soldaten in Leipzig an Bord nehmen und nach Kaunas fliegen.

Nach MDR-Information waren die Thüringer Soldaten von ihren Heimatorten auf eigene Kosten nach Leipzig angereist. Weil sie dort jedoch nicht bis zum Sonntag untergebracht werden konnten, mussten sie wieder heimkehren.

"Enhanced Forward Presence" soll Russland abschrecken

Im Jahr 2016 hatte die Nato die Aufstellung von insgesamt vier multinationalen Bataillonen in Litauen, Estland, Lettland und Polen beschlossen. Das Bataillon in Litauen wird von Deutschland geführt. Mit dem als Enhanced Forward Presence bezeichneten Einsatz sollen laut Nato die vier osteuropäischen Nato-Mitgliedsstaaten unterstützt werden, die ein aggressives Vorgehen Russlands gegen sich befürchten. Ausgelöst durch die Krimkrise und den Krieg in der Ostukraine hatte die Nato seit 2014 ihre Strategie in Europa wieder stärker auf eine mögliche Konfrontation mit Russland ausgerichtet. Dazu gehören auch regelmäßige Übungen zur Verlegung großer US-Verbände aus den USA nach Osteuropa, bei denen auch Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen als Durchfahrtsländer genutzt werden.

Im vergangenen Jahr wurde der Bundeswehr-Einsatz in Litauen von einem tödlichen Unfall überschattet. Beim Rangieren mit einem Bergepanzer war ein Soldat aus Thüringen von herabstürzenden Ästen eines Baumes getroffen und tödlich verletzt worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tage | 27. Juli 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2019, 11:18 Uhr

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56 Kommentare

30.07.2019 00:36 Mediator an MDR(Hinweis53) 56

Vielen Dank für den Hinweis bezüglich der sprachlichen Abrüstung. Es ist jedoch alles andere als einfach dies durchzuhalten, wenn Zahlen und Fakten von einigen Kommentatoren völlig ignoriert werden und aus einem lächerlichen Bataillon, dass die NATO rotierend zur Übung nach Litauen schickt die große Bedrohung von Russland herbeifabuliert wird.

Man muss nicht Napoleon sein um zu erkennen, dass von diesen NATO Truppen keinerlei realistische Bedrohung Russlands ausgeht und dass diese Bedrohung politisch auch gar nicht gewollt ist. Ich denke von meiner Seite wurden alle wesentlichen Argumente genannt und deshalb deaktiviere ich jetzt mein Hauptwaffensystem und wünsche eine gute Nacht.

30.07.2019 00:26 Mediator an unsereiner (49) 55

Sorry, aber sie sollten die Wirklichkeit einmal rational betrachten, dann würde ihnen schnell klar werden, dass nicht alle Menschen die nicht ihre Meinung teilen gleich bezahlte Mitarbeiter des MDR sind, die vom Kanzleramt vorbereitete Sprechzettel vorlesen. Dazu passt dann auch noch die unterschwellige Drohung im Sinne von: "Die Tage deren Regentschaft gehen Ihrem Ende entgegen". Klingt irgendwie nicht so wirklich demokratisch, passt aber zu ihrer Denke.

Die Balten und Polen haben schlicht und ergreifend Angst, dass Putin wenn er keinen Wiederstand gegen seine Politik zu spüren bekommt bei ihnen weiter macht. Das mag nur ein Gefühl sein, aber ein sehr nachvollziehbares, wenn man Jahrzehnte unter der Knute der UDSSR leben musste.

Dementsprechend erwartet man von der NATO und Deutschland etwa stärkeres als Worte und genau deshalb verlegt nun eine Kompanie Marder nach Litauen. Taten sind eben überzeugender als Worte.

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