JD Norman in Hörselberg-Hainich Insolventer Automobilzulieferer produziert vorerst weiter

Der Automobilzulieferer JD Norman Germany produziert vorerst weiter - nachdem diese Woche Insolvenz beantragt wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter für das Unternehmen mit Werken in Hörselberg-Hainich (Wartburgkreis) und im hessischen Witzenhausen sei Holger Leichtle bestellt worden, sagte am Freitag eine Sprecherin des Amtsgerichts Meiningen.

Blick in die Fertigungshalle des Motorenwerks.
Die Fertigungshalle von JD Norman bei Eisenach. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Ziel sei es, das Unternehmen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, erklärte Leichtle. Demnach sind 489 Beschäftigte in Thüringen und 194 in Hessen betroffen. Sie erhielten nun bis Ende November Insolvenzgeld.

Umsatz von JD Norman schwächer als erwartet

"Vorrangig geht es zunächst darum, nach dem Insolvenzantrag den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren", sagte Leichtle. Anschließend würden Schritte zur Sanierung des Unternehmens geprüft. Hauptgrund für den Insolvenzantrag sei, dass der Umsatz schwächer ausfalle als erwartet.

JD Norman stellt Gussteile für Autos her, etwa Zylinderblöcke und Kurbelgehäuse. Das amerikanische Unternehmen selbst war erst 2017 gegründet worden und hatte damals das Geschäft der insolventen Rege Motorenteile GmbH übernommen.

Branchenverband registriert vielerorts Umsatzrückgänge

Der Branchenverband Automotive Thüringen beobachtet die Insolvenz des Autozulieferers mit Sorge. Es gebe in der Branche aber keine Krise, sondern nur eine Delle, sagte Verbands-Geschäftsführer Rico Chmelik MDR THÜRINGEN. Zwar verzeichneten fast alle Unternehmen Umsatzrückgänge, aber die meisten schätzten ihre Zukunft deutlich besser ein. Chmelik verwies auf eine Umfrage, deren Ergebnis in einem Branchenreport im November veröffentlicht werden soll. Außerdem will der Verband im kommenden Jahr genauer untersuchen, wie sich Beschäftigungseffekte regional verteilen.

Verbandsgeschäftsführer Chmelik räumte ein, dass derzeit vor allem in der Region um Eisenach Arbeitsplätze wegfielen oder gefährdet seien. Gleichzeitig entstehe aber anderswo neue Beschäftigung. Die höchsten Risiken lägen derzeit bei Unternehmen, die für den Antrieb von Verbrennungsmotoren produzierten, sagte er. Am geringsten seien sie bei Innenausstattern von Fahrzeugen und bei Firmen, die Teile für Elektrofahrzeuge lieferten.

Tiefensee: Autobranche wichtigster Wirtschaftszweig in Thüringen

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte sich diese Woche besorgt zur Situation der Thüringer Automobilzulieferindustrie geäußert. Etliche Zulieferfirmen seien durch weltwirtschaftliche Risiken, zurückgestellte Investitionen und verunsicherte Käufer in ihrer Existenz bedroht. Er erinnerte daran, dass die Automobilbranche vom Umsatz her der wichtigste Wirtschaftszweig im Freistaat ist. Laut Ministerium erwirtschaften mehr als 16.500 Beschäftigte jährlich gut 4,5 Milliarden Euro.

Quelle: dpa / mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Oktober 2019 | 18:00 Uhr

5 Kommentare

J.Heder vor 44 Wochen

Bitte erklären Sie; mit Fakten belegt, WER dem Bürger WANN WAS VERBOTEN haben will!?
Ich verfolge auch die aktuelle Klimadiskussion.

Aber mir ist KEIN GESETZ in den letzten Jahren bekannt geworden, welches den Kauf/Verkauf eines Autos mit Verbrennungsmotor VERBOTEN hätte oder will.
Jedoch haben die deutschen Automanager die gesetzlichen Grenzwerte der Verbrennungsmotoren überschritten und dafür "alternative Fakten" benutzt. Der "vertrauensvolle Bürger und KUNDE" wurde von den "hier jammernden" BETROGEN!
Das ist einfach eine Tatsache, auch Greta Thunberg und Fridays for Future sind da nicht schuld, im Gegenteil, sie haben vollkommen RECHT!

part vor 44 Wochen

Ja die Autokäufer sind etwas verunsichert, doch das wird sich legen. Viel schlimmer ist weltweitet die voranschreitende Umverteilung von Einkommen und Vermögen. Ein alter Spruch lautet, Autos kaufen keine Autos, besonders nicht in Billiglohnländern wie der BRD. Ein baldiger Autokauf wäre aber angeraten, wenn mann die zyklische Entwicklung an den Finanzmärkten betrachtet. Nebenher wird es bald Werke in anderen Ländern geben, die die gleichen Teile noch preiswerter herstellen können und das Kapital zieht weiter...

Durchblick vor 44 Wochen

Richtig, die Käufer sind verunsichert! Aber warum sind sie verunsichert? Weil die Politik sich in einem Überbietungswettkampf befindet. Man verbietet den Leuten alles, egal ob es sinnvoll ist oder nicht. Dabei wird alles unter dem Deckmantel der Umweltrettung verkauft. Dazu kommt, dass die Bürger immer mehr vorgeschrieben bekommen, wie sie zu leben haben. Und am Ende geht die ganze Industrie und der Mittelstand in die Insolvenz. Deutschland rettet mit seinen 2 % am Weltklimabeitrag null Komma null, selbst wenn man zum grünen Musterknaben werden würde. Aus reiner Notwehr kann der Wähler bestimmte Parteien nicht mehr wählen, will er nicht noch mehr gegängelt und für eine verfehlte Umweltpolitik zur Kasse gebeten werden.

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