Freibäder im Wartburgkreis Baden in Corona-Zeiten: Rote Ampeln, Online-Buchungen und Warten in der Sonne

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

An heißen Sommertagen füllen sich Freibäder und Badeseen. In diesem Jahr aber ist der Platz knapper als sonst: Wegen der Corona-Auflagen dürfen die Bäder nur eine begrenzte Zahl an Besuchern einlassen. Schon am vergangenen Wochenende war die Obergrenze vielerorts erreicht. Den Zugang regeln die Bäder sehr unterschiedlich - zwei Beispiele aus dem Wartburgkreis.

Badegäste im Freibad Mihla
Der Badebetrieb im Freibad in Mihla muss im Einklang mit den Corona-Bestimmungen ablaufen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Donnerstagmittag in Freibad Mihla: Wasser 22 Grad. Kreischen, Plantschen, Pommesgeruch. Kinder springen vom Dreimeterturm, am Imbiss stehen die Leute Schlange. Etwa 300 Besucher sind da, sagt Kassiererin Petra Bärenklau. Sie hat den Überblick: maximal 500 dürfen rein. Aber nicht alle gleichzeitig ins Wasser. Da liegt die Grenze bei 150, und die überwacht die Chefin, Schwimmmeisterin Isabel Endregat.

Vor ihrem Pavillon am Beckenrand steht ein Korb mit blauen Armbändern. Wer ins Wasser will, nimmt sich ein Band, wer rausgeht, gibt es wieder ab. Das allerdings klappt nicht immer: "Einige nehmen sie mit auf die Wiese", berichtet die junge Frau, "und erhoffen sich damit einen sicheren Platz im Wasser."

Schüssel mit blauen Bändern
Der Zugang zur Erfrischung: ein blaues Band braucht jeder, der ins Wasser will. Die Zahl ist auf 150 Personen begrenzt. Nach dem Bad müssen die Bänder abgegeben werden. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Masken am Imbiss und Ordner im Bad

Corona bedeutet für die Bäder mehr Aufwand: mehr Hygiene, häufigere Reinigung. Aber auch mehr Personal. So hat der Schwimmbadverein zwei ehrenamtliche Helfer als Ordner verpflichtet, die darauf achten sollen, dass die blauen Bänder wieder in den Korb zurückkehren. Sie kontrollieren auch, ob die Abstände eingehalten werden - und dass an den Toiletten und am Imbiss Masken getragen werden.

Auch am Einlass gibt es mehr zu tun. Ständig muss mitgezählt werden: wie viele Besucher gehen rein, wie viele raus? Es tue schon weh, Gäste abzuweisen oder warten zu lassen, sagt Isabel Endregat. "Aber wir dürfen nur unter diesen Auflagen aufmachen und müssen die dann auch durchsetzen."

Eingangsbereich zum Freibad Mihla
Hinweise am Badeingang auf Masken- und Abstandspflicht. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Schöner als Zuhause

Die Badegäste haben dafür Verständnis. Die blauen Bändchen seien keine Last, sagt ein älterer Herr. Und ein jüngerer ergänzt, es sei doch alles sehr entspannt, die Beschränkungen angemessen und "im Interesse aller". Auch ein junger Vater, der mit seiner Tochter im Kindergartenalter am Beckenrand spielt, ist damit einverstanden, dass bei 500 Besuchern Schluss ist. Dadurch fühle man sich im Bad noch halbwegs sicher.

So könne man am öffentlichen Leben teilnehmen, sagt er - und seine Tochter kräht dazwischen: "viel besser als zuhause!". Über die aktuelle Zahl der Besucher informiert das Freibad Mihla auf seiner Homepage: da zeigt eine Ampel grün, wenn noch ausreichend Platz, gelb, wenn es eng wird, und rot, wenn gewartet werden muss.

Badegäste im Freibad Mihla
Freibad Mihla - am Mittag ist noch viel Platz, auf der Wiese und im Wasser. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Schlangen an der Kasse

Für das Strandbad Breitungen hätte die Ampel am Donnerstagnachmittag auf Rot gestanden: 31 Grad Lufttemperatur. An der Kasse eine kleine Schlange. Da aber immer wieder Badegäste das Gelände verlassen, müssen die Wasserhungrigen nur wenige Minuten auf Einlass warten.

Am frühen Nachmittag war die Schlange länger, sagt Platzwart Tobias Dämmig. Da gab es bis zu einer Dreiviertelstunde Wartezeit. Er kennt das bereits vom vergangenen Wochenende: auch da war der 200 Meter breite Strand bereits mit der zugelassenen Zahl von 500 Badegästen gefüllt. Keine einfache Situation, wenn Familien in der Hitze warten müssten, die Kinder quengelten. Nicht jeder habe dafür Verständnis, sagt Dämmig.

Badegäste im Freibad Mihla
Strandbad Breitungen: am 200 Meter breiten Sandstrand dürfen nur maximal 500 Besucher baden. Am Nachmittag ist die Höchstzahl erreicht - doch das Gelände lässt noch den geforderten Abstand zu. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

"Besser als krank zu werden"

Schattenplätze sind am Nachmittag rar, aber Platz ist noch genug. Das schätzen diejenigen, die einen ergattert haben. Das kühle Wasser mache die halbe Stunde Wartezeit wieder wett, sagt eine junge Frau. Alles besser als krank zu werden, meint eine Ältere. "Du kommst nur rein mit Maske, die Hälfte der Toiletten abgesperrt, zum Imbiss mit Maske - und die Leute halten sich dran, ist doch alles gut", sagt ein Familienvater. Eine andere Familie ist gerade vom Ostseeurlaub zurück. In Zingst sei es so voll gewesen, sagt die Frau, "da fühle ich mich hier wohler."

Badegäste im Freibad Mihla
Mihla: Kreisverkehr im Schwimmerbecken bei verbreiterten Bahnen - damit der Corona-Abstand im Begegnungsverkehr eingehalten werden kann. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Zugang nur mit Dauerkarte oder Online-Ticket

Was tun, um einen Platz im und am Wasser zu bekommen? "An schönen Tagen schon am Vormittag kommen", rät Tobias Dämmig. Wer am Nachmittag kommt, müsse etwas Geduld mitbringen und sich aufs Warten einstellen. Andere Bäder in Thüringen gehen andere Wege: in Gerstungen beispielsweise haben nur Besucher mit einer Dauerkarte Zutritt. In Jena müssen sich die Gäste ihr Ticket vorab im Internet besorgen. Dann aber kommen sie garantiert rein.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. August 2020 | 11:30 Uhr

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