Wartburgkreis Eine Region baut aus: Neue Radwege und Bootsanleger

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Seit Jahren planen einige Gemeinden mitten im Wartburgkreis gemeinsame Projekte. Der eigens gegründete Verein Werra-Wartburgregion e.V. erntet jetzt die Früchte von Ideen und Fördermittelanträgen: nun können Radwege zwischen den Dörfern und auch Anlegestellen für Wasserwanderer an der Werra ausgebaut werden.

Alleine hätten die beteiligten Gemeinden das nicht stemmen können. Von den beiden Großprojekten profitieren nicht nur Touristen, sondern vor allem die Menschen in der ländlichen Region: Ausgebaut werden zum einen Radwege zwischen den Orten, zum anderen Anleger und Rastplätze entlang der Werra, Investitionen von insgesamt rund drei Millionen Euro. Dafür bekommt der Zusammenschluss der Kommunen hohe Fördermittel. Mit seinem Projekt "Mehr Alltagsradverkehr in der Werra-Wartburgregion" schaffte es der Verein in ein Klimaschutz-Programm des Bundesumweltministeriums und erhielt 1,4 Millionen Euro, vom Thüringer Wirtschaftsministerium gab es 630.000 Euro fürs Wasserwandern.

15 Jahre für 1,5 Kilometer

Die fünf Spaten reichten am Mittwochvormittag beim Baustart in Dankmarshausen bei weitem nicht aus für alle Väter und Mütter des Radwegs, der dort neu entstehen soll: Eine Verbindung zum Nachbarort Dippach, der damit an den Werratalradweg angeschlossen wird. Schon 15 Jahre bemühten sich beide Dörfer um diesen Weg, so René Weisheit, Bürgermeister der Stadt Werra-Suhl-Tal, zu der die Orte mittlerweile gehören. Jetzt ist dieser rund anderthalb Kilometer lange Radweg der erste, der im Rahmen des dreijährigen Projekts gebaut wird. Bis 2022 sollen insgesamt elf Strecken neu- oder ausgebaut werden.

Mehrere Personen stehen auf einer Baustelle.
Spatenstich für das Projekt Alltagsradverkehr in der Werra-Wartburgregion in Dankmarshausen Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Elf Strecken in der Region

Das Wegenetz für die Region ist schon seit Jahren fertig geplant, sagt die Vorsitzende des Vereins Werra-Wartburgregion, die Gerstunger Bürgermeisterin Sylvia Hartung. Nun haben alle Gemeinden ihre Vorzugsstrecken im Förderprogramm untergebracht. Von Gerstungen nach Neustädt entsteht beispielsweise ein straßenbegleitender Radweg - wichtig, sagt die Bürgermeisterin, weil dort künftig die Kinder sicherer ins Schwimmbad fahren können. Neu ist auch die Verbindung Gerstungen-Herda, auf einer neuen Strecke soll künftig der Weg von Burkhardtroda nach Ettenhausen verlaufen. Andere Radstrecken werden ausgebaut. Da sollen beispielsweise Anstiege asphaltiert werden, wo bisher Grobschotter Alltagsradler abschreckte.

Fahrrad statt Auto

Das Ziel ist es, Menschen zu bewegen, das Fahrrad mehr im Alltag einzusetzen und das Auto häufiger stehen zu lassen. Mit dem Rad zum Arzt, zum Bäcker, zum Einkauf, sagt Landrat Reinhard Krebs - nun nähere sich die Region diesem Wunsch mit einem Riesenschritt. Der Landkreis zieht mit, beteiligt sich mit 120.000 Euro Eigenanteil an der Investition von insgesamt zwei Millionen Euro. In acht Schulen der Region - von Barchfeld über Bad Salzungen, Berka/Werra, Gumpelstadt und Marksuhl bis Gerstungen - werden überdachte Fahrrad-Abstellmöglichkeiten geschaffen, ebenso an einer Reihe von Bahnhöfen und wichtigen Bushaltestellen.

ÖPNV und Rad besser verbinden

Am Bahnhof Gerstungen werden außerdem sechs Fahrradboxen mit Ladestationen für E-Bikes aufgestellt. Mit im Boot auch das kommunale Verkehrsunternehmen Wartburgmobil, das zwei Fahrradträger anschaffen wird. Die Verbindung von Rad und ÖPNV soll damit besser gelingen. Abgerundet wird das Fahrradprojekt mit Öffentlichkeitsarbeit. Es soll Info-Flyer geben für Schulen und Pendler und  einen Aktionstag zum Radverkehr, das "Schlösserradeln". Lob kommt vom ADFC. Gerade im ländlichen Raum sei es sehr schwierig, das Fahrrad für den Alltag zu nutzen, sagte der Kreisvorsitzende Christoph Meiners. Die Dörfer seien meist nur durch gefährliche Landstraßen verbunden. Deswegen sehe der ADFC das Vorhaben der Kommunen "mit Wohlwollen".

Neue Anlegestellen an der Werra

In ähnlicher Runde hatte der Verein bereits vor 14 Tagen ein weiteres Projekt gestartet: damals in Barchfeld-Immelborn an der Werra. Die Werra-Anrainer unter den Mitgliedern bauen die Infrastruktur für das Wasserwandern aus. Kanufahrer sollen es künftig leichter haben, ihre Boote ins Wasser zu lassen und wieder an Land zu bringen. Die bestehenden Anleger sind in die Jahre gekommen und zum Teil nicht mehr zeitgemäß, weil die Boote länger geworden sind. An 16 Standorten zwischen Barchfeld-Immelborn und Lauchröden wird in diesem Jahr gebaut, ingesamt rund eine Million Euro investiert.

Der Vorstand des Vereins Werra-Wartburgregion beim Baubeginn für den Ausbau des Bootsanlegers an der Werra.
Am 6. Mai ging es mit dem Ausbau des Bootsanlegers an der Werra bei Barchfeld-Immelborn los. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Rastplätze und Toiletten

Anlagestellen werden erneuert oder verlegt, Rastplätze geschaffen, auch Toiletten und ein Floßanleger in Lauchröden sind geplant. Mit neuen Hinweisschildern sollen die Wasserwanderer sich besser orientieren können, vor Wehren gewarnt und auf Ortschaften und Sehenswürdigkeiten hingewiesen werden. Beteiligt sind die Gemeinden Barchfeld-Immelborn, Bad Salzungen, Gerstungen, die Krayenberggemeinde und Werra-Suhl-Tal. Bereits in der kommenden Woche soll die erste neugebaute Anlegestelle eingeweiht werden - die anderen sollen bis zum Herbst folgen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tage | 20. Mai 2020 | 18:00 Uhr

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