Jean-Claude Juncker
Jean-Claude Juncker (mi) erhält den Point-Alpha-Preis. Bildrechte: MDR/Henry Pospich

Point-Alpha-Preis Juncker: "Wir müssen den Anderen akzeptieren"

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wurde am Montag mit dem Point-Alpha-Preis geehrt. Zuvor hatte er eine Rede im Thüringer Landtag gehalten.

Jean-Claude Juncker
Jean-Claude Juncker (mi) erhält den Point-Alpha-Preis. Bildrechte: MDR/Henry Pospich

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Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Montagnachmittag den Point-Alpha-Preis entgegen genommen. Der Festakt fand auf dem Gelände der Gedenkstätte Point Alpha an der hessisch-thüringischen Grenze in Rasdorf statt. Dort verlief zu DDR-Zeiten der Eiserne Vorhang.

Der Ostbeauftragte und Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Einheit, Christian Hirte, begrüßte die Gäste. Danach folgten Grußworte des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und der hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Sie fasste die Wertschätzung für den den Luxemburger in dem Satz zusammen: "Durch Ihren Einsatz für Europa sind wir alle ein bisschen mehr Europäer geworden." In seiner Laudatio bezeichnete Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der 2015 selbst den Preis erhielt, Juncker als "den Brückenbauer Europas". Sein Vorbild und die Maßstäbe, die er gesetzt habe, würden auch in Zukunft gebraucht, so Schäuble.

Ehrung für den "Brückenbauer Europas"

Jean-Claude Juncker freute sich in seiner Erwiderung "an einem besonderen Tag an einem besonderen Ort" sein zu dürfen. Er sprach sich in seiner Dankesrede gegen Nationalismus und Populismus aus und mahnte soziale Gerechtigkeit in den europäischen Staaten an. Zudem müsse man den anderen akzeptieren und sich "stärker füreinander interessieren". Für die Zukunft bleibe noch viel Arbeit. "Wir sind mit dem europäischen Einigungswerk nicht fertig", sagte Juncker an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.

Ich stehe gern an einer Grenze, die es nicht mehr gibt.

Jean-Claude Juncker

Die Ehrung ist mit einem Preisgeld über 25.000 Euro verbunden und würdigt Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas. Das Kuratorium hatte die Entscheidung für den 64 Jahre alten Juncker damit begründet, dass dieser entscheidend zum europäischen Einigungsprozess beigetragen hat.

Der 1954 geborene Jean-Claude Juncker zählt zu den bekanntesten Politikern Europas. Er amtiert seit dem 1. November 2014 als Präsident der Europäischen Kommission. Zu seinen wichtigsten Ehrungen zählen der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen (2006) und das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2013). Die Verleihung findet traditionell am 17. Juni im Gedenken an den DDR-Volksaufstand von 1953 an dem ehemaligen US-Militärgrenzposten statt.

Zu den bisherigen Trägern des 2005 geschaffenen Point-Alpha-Preises gehören unter anderem der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl und der Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow. Im vergangenen Jahr wurde die Auszeichnung nicht verliehen. Zuletzt ging die Ehrung 2017 an den Liedermacher Wolf Biermann.

Rede im Thüringer Landtag

Am Vormittag hatte Juncker im thüringischen Landtag an einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung teilgenommen. Dabei hatte sich der Politiker der Christlich Sozialen Volkspartei Luxemburgs für eine Lohnangleichung zwischen Ost- und Westdeutschland ausgesprochen. "Ostdeutschland braucht höhere Löhne", sagte Juncker in Erfurt vor Studenten, Schülern und Landespolitikern. "Die Würde der Arbeit ist ein Wert, den wir langsam aus den Augen verloren haben", mahnte er.

Juncker sprach sich zudem für länderspezifische Mindestlöhne überall in Europa aus. Seiner Meinung nach müsse es für gleiche Arbeit am gleichen Ort auch den gleichen Lohn geben. "Deshalb bin ich dafür, dass wir überall in Europa einen Mindestlohn einführen", sagte Juncker. Allerdings könne der Mindestlohn nicht überall gleich hoch sein.

Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission, spricht im Thüringer Landtag.
Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission, spricht im Thüringer Landtag. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 17. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 08:06 Uhr

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66 Kommentare

19.06.2019 16:39 Eulensapiegel 66

Hallo Dorfbewohner 65
Und die Aussagen meiner Kommentare ist:
Wenn die Arbeitnehmer im Osten mehr Lohn haben wollen dann müssen sie sich um ihre Interessenverbände, Gewerkschaften kümmern. Das heißt sie müssen erst ein mal Mitglied werden und am besten sich dort auch einsetzen. Die Politik ist dafür nicht zuständig.
Anscheinend haben wir ganz toll aneinander vorbei geschrieben.

19.06.2019 13:42 Dorfbewohner 65

"Eulenspiegel 64

Hallo Dorfbewohner 62
Sie sind also eindeutig dagegen das es im Osten eine Lohnangleichung an den Westen gibt. Das müssen sie aber erst ein mal den Arbeitnehmer im Osten klar machen.
Ich jedenfalls bin eindeutig für eine Angleichung."

Sie verdrehen mir das geschriebene Wort, ich bin nicht gegen Lohnerhöhungen sondern stelle nur entgegen Ihrer Meinung fest, dass umfassende Lohnerhöhungen insgesamt zu Verteuerungen führen müssen.

Einfach meinen Kommentar noch mal lesen.

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