K+S muss sparen Bilanz 2019: Konzern hat weniger Kali und Salz verkauft

K+S rechnet dieses Jahr mit einem Gewinnrückgang. Der Konzern muss Schulden abbauen. Am Standort Werra soll weniger Geld für die Umwelt ausgegeben werden. Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr will aber zu seinen Verpflichtungen stehen und Salzabwässer reduzieren.

K+S will am Standort Werra weniger Geld für die Umwelt ausgeben. Außerdem will der Konzern nur 0,15 Euro je Aktie als Dividende zahlen und die Operative Einheit Americas verkaufen, in der das nord- und südamerikanische Salzgeschäft gebündelt wird. Die damit einhergehende Fokussierung auf das Geschäft mit mineralischen Düngemitteln und Spezialitäten ist mit einer umfassenden Neuausrichtung von K+S verbunden. Das sagte Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr bei der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main.

Lohr will aber zu seinen Verpflichtungen stehen und Salzabwässer reduzieren. Da der Konzern Schulden abbauen muss, sucht er "intelligentere Lösungen, als die bisher angedachten", zum Beispiel bei der Haldenabdeckung. Details nannte er in Frankfurt nicht. Der Vorstandsvorsitzende rechnet damit, dass die Geschäfte 2020 etwas schlechter laufen als 2019. In Zahlen: das EBITDA wird 2020 zwischen 500 und 620 Millionen Euro liegen – im Vergleich zum EBITDA von 640 Millionen Euro im Jahr 2019.

EBITDA EBITDA ist die Abkürzung für englisch: Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Übersetzt beschreibt das EBITDA also einen "Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände".

Die Einstapelung von Salzabwässern in die ehemalige Kaligrube Springen sei auf einem guten Weg. Dafür müssen allerdings noch die Staatsverträge mit Thüringen und Hessen geändert werden. Lohr schätzt, dass dies im Sommer geschehen soll – und das würde reichen.

Dagegen hatte sich der Gesamtbetriebsrat von K+S in einem offenen Brief an die Mitglieder des Landtags gewandt, weil sie befürchteten, dass durch die politische Krise in Thüringen der Kali-Staatsvertrag nicht rechtzeitig geändert werden kann. Die Betriebsräte sahen dadurch tausend Arbeitsplätze in Gefahr.

K+S darf nur bis 2021 Salzabwässer in den Boden versenken. André Bahn, Betriebsratsvorsitzender im Werk Werra, sagte, ohne Springen könne das Werke Werra kein Jahr die Produktion aufrechterhalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

2 Kommentare

Thorsten Pfeiffer vor 31 Wochen

Mit der Begründung pumpen Sie weiter die Salzlauge in den Fluß und machen die Werra/Fulda/Weser zu einer weiteren großen Fäkalie. Das Regierungsprojekt in Erfurt wollte sich aber darum kümmern... (siehe Antrittsrede MP B.R.)Wollen mal sehen, man kann nur erkennen das sich jeder in Stellung bringt. Mehr nicht. Staatsverträge offen legen, damit man sieht wie sich das Unternehmen an unterirdischen thüringischen Lagerstätten vergreift. Jeder Grundstücksbesitzer hat das Recht über sein Eigentum zu entscheiden. Bis die CDU es verhökert hat unter Vogel.

1973 vor 31 Wochen

Der Kaliabbau ist ja nicht das einzige Geschäft von K+S. Einen mittlerweile größeren Anteil am Umsatz hat ja die Einlagerung von"Industrieabfällen".

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