Wartburgkreis Keine Mehrheit für Medizinisches Versorgungszentrum in Seebach

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Es geht um die Daseinsfürsorge, davon ist der Seebacher Bürgermeister Gerrit Häcker überzeugt. Dennoch: Die Debatte um die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrum in Seebach endete unentschieden.

Ein Gebäude von außen in Seebach.
Das Haus in Seebach, in dem die Gemeinde ihr MVZ eingerichtet hätte, dort waren schon Räume reserviert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Im Gemeinderat von Seebach im Wartburgkreis hat es keine Mehrheit für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) der Kommune gegeben. Nach mehr als einstündiger Diskussion gab es bei der Abstimmung am Montagabend einen Patt: sechs Mitglieder stimmten für den Beschluss, eine gemeinnützige GmbH für ein MVZ zu gründen und mit einem Stammkapital von 60.000 Euro auszustatten, sechs dagegen. Dabei kamen alle Nein-Stimmen aus der CDU-Fraktion.

Schwierige Versorgungslage im oberen Erbstromtal

Seebacher Bürgermeiste Gerrit Häcker steht vor einer Luftaufnahme
Seebachs Bürgermeister Gerrit Häcker Bildrechte: MDR/ Ruth Breer

Bürgermeister Gerrit Häcker (parteilos) hatte den Vorstoß mit der schwierigen Versorgungslage im oberen Erbstromtal begründet. Auf eine Ausschreibung hatten sich nach seinen Angaben bereits vier Ärzte gemeldet, die Gemeinde hatte schon Räume für eine Praxis reserviert. Es gehe um die Daseinsvorsorge, da müsse man diesen Schritt wenigstens versuchen, so Häcker. Andere Befürworter sprachen von einer Investition in die Zukunft, die den Ort attraktiver machen werde.

Kritiker: Region ist gut versorgt

Die Kritiker dagegen befürchteten hohe Folgekosten für die Gemeinde. Außerdem verwiesen sie darauf, dass es mit dem MVZ des St. Georg Klinikums Eisenach bereits einen Partner für Seebach gibt. Inzwischen sei auch ein Nachfolger für die langjährige Seebacher Ärztin gefunden, sagte Sven Kost vom Aufsichtsrat des Klinikums. Die Region sei gut versorgt, eine zusätzliche kommunale Gesellschaft sei nicht notwendig.

Dagegen verwies der Ruhlaer Bürgermeister Gerald Slotosch (parteilos) darauf, dass die Arztstelle des Eisenacher MVZ in Ruhla bereits seit Jahresanfang nicht besetzt werden konnte. Da demnächst ein weiterer Arzt dort seine Praxis aus Altersgründen aufgebe werde, sei die langfristige Versorgung der Region deutlich geschwächt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Juli 2020 | 05:30 Uhr

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