Die Ampel steht vor der Firmenzentrale des Düngemittelherstellers K+S AG in Kassel auf Grün.
Firmenzentrale des Düngemittelherstellers K+S AG in Kassel Bildrechte: dpa

Wirtschaft Neuer Speicher von K+S soll Entsorgungsprobleme lösen

Schwierigkeiten bei der Entsorgung von Abwässern bescherten dem Düngemittel- und Salzkonzern K+S zuletzt einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Das Land Hessen gab nun grünes Licht für einen neuen Entsorgungsweg. Mit ihm will K+S langfristig die Zukunft des hessisch-thüringischen Kalireviers sichern.

Die Ampel steht vor der Firmenzentrale des Düngemittelherstellers K+S AG in Kassel auf Grün.
Firmenzentrale des Düngemittelherstellers K+S AG in Kassel Bildrechte: dpa

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S macht sich unabhängiger vom Wasserstand der Werra. Mit einem neuen Zwischenspeicher für Abwässer sei das Unternehmen deutlich besser gegen Produktionsausfälle durch Trockenheit gerüstet, teilte K+S-Vorstand Burkhardt Lohr mit.

Der jetzt genehmigte Speicher befindet sich demnach in rund 700 Metern Tiefe in einem stillgelegten Grubenfeld im hessisch-thüringischen Kalirevier. Mit seiner Kapazität von 400.000 Kubikmetern erhöhe sich das gesamte Speichervolumen auf rund eine Million Kubikmeter. 13,6 Millionen Euro kostete der Speicher.

Neuer Speicher soll Produktionsstopps verhindern

Die Produktion von Kali und Salz unter anderem in Unterbreizbach (Wartburgkreis) wird durch die Entsorgungsmöglichkeiten begrenzt. Der wichtigste Weg ist das Einleiten von Salzabwässern in die Werra. Im Sommer vergangenen Jahres führte der Fluss allerdings kaum Wasser. Die Produktion musste daraufhin gestoppt werden. Das soll der neue Zwischenspeicher verhindern.

Bei ihm handelt es sich um eine neue Methode der Entsorgung, der so genannten temporären Einstapelung. Mit ihr will K+S langfristig die Zukunft des hessisch-thüringischen Kalireviers sichern. Bei der Einstapelung wird eine hochkonzentrierte Salzlösung unter Tage gepumpt. Zwölf Kilometer Rohre hat K+S im Untergrund verlegt. Mehrere Becken sollen den ungeheuren Druck aus den Leitungen nehmen, der durch die Tiefe erzeugt wird.

Verlust von 110 Millionen Euro

Burkhard Lohr, Finanzvorstand und zukünftiger Vorstandsvorsitzender des Kali- und Salzproduzenten K+S.
K+S-Vorstand Burkhardt Lohr Bildrechte: dpa

Nach Angaben Lohrs hat die anhaltende Trockenheit dem Konzern im vergangenen Jahr 110 Millionen Euro gekostet. Dank des neuen Speichers könne er dies nun mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen. Die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Kassel bezieht sich auf eine zeitlich begrenzte Speicherung. K+S muss die Salzabwässer wieder hochholen. Dazu wurde auf einer schwimmenden Plattform eine Pumpe errichtet. Doch in den nächsten Jahren soll das Verfahren zur Dauerlösung werden und die Entsorgungsprobleme im Kalirevier beenden.

Die Einstapelung soll auch die umstrittene Versenkung im Untergrund ersetzen. Bei dieser Methode werden Salzabwässer in höhere Bodenschichten entsorgt, was dem Konzern seit Jahren Ärger mit Kommunen und Umweltschützern einbringt. Ab Ende 2021 will K+S darauf verzichten.

Bei der Einstapelung gibt es bei der Nutzung alter Grubenbereiche laut der Genehmigungsbehörde in Kassel dagegen keine Sicherheits- und Umweltrisiken. Der neue Speicher sei weit unter dem Grundwasser.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. August 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 13:58 Uhr

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7 Kommentare

15.08.2019 11:23 gunther 7

Ergänzung zu 6: Das Ganze wäre ein Pumpspeicherwerk mit ca.500 m Höhenunterschied, in dem nur Energie beim Hochpumpen verbraucht (im Winter) wird aber keine Energie beim Herunterfließen gewonnen wird( im Frühjahr -Sommer). Oder ist letzteres auch geplant, dann wurde dies aber im Artikel verschwiegen.

15.08.2019 09:39 gunther 6

@5 ein bißchen Ahnung habe ich schon, weil ich vor etlichen Jahren im kalibergbau Südharz gearbeitet habe (KFI Sondershausen). Was ist den an meiner Überschlagsrechnung falsch ? Falls stillgelegte Abbaue mit Endlauge geflutet werden herrscht dort n i c h t ein Druck von 50 bar entsprechend 500 m Teufe so dass die Pumpen nicht einfach nur Zirkulation bewirken müssen, sondern gegen einen Druck von ca.50 bar im Rohr nach oben (und weiter in die Werra) arbeiten müssen. Und das kostet sehr viel Energie, teure elektrische Energie.

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