Natur Halbschmarotzer Mistel gefährdet Streuobstwiesen in der Rhön

Die Halbschmarotzerpflanze Mistel macht den Bäumen der Streuobstwiesen in der Thüringer Rhön das Leben schwer. Die Mistel wächst in das Holz der Bäume hinein und entzieht ihnen Wasser und Nährstoffe. 

Ein Baumpfleger sägt einen Mistel-befallenen Ast von einem Obstbaum auf einer Streuobstwiese in der Thüringer Rhön.
Ein Baumpfleger sägt einen Mistel-befallenen Ast von einem Obstbaum auf einer Streuobstwiese in der Thüringer Rhön. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Julia Gombert von der Natura-2000-Station Rhön sagte MDR THÜRINGEN, Ursache sei zum einen die mangelnde Pflege der Bäume in den vergangenen 30 Jahren. Zudem hätten Trockenheit und Hitze das Wachstum der Mistel begünstigt. Auch Vögel wie die Misteldrossel würden zur stärkeren Verbreitung der Pflanze beitragen: Die Vögel würden nicht mehr zum Überwintern in den Süden fliegen. Über den Kot der Vögel gelangten die Mistelsamen von Baum zu Baum.

Landschaftspfleger der Natura-2000-Station sind im Winter ständig im "Mistel-Einsatz": Auf den blätterlosen Obstbäumen sind die immergrünen Misteln leicht erkennbar. Befallene Äste werden abgesägt. Beim Schnitt achten die Landschaftspfleger darauf, den Schmarotzer mit seiner Wurzel zu entfernen.

Im Thüringer Teil des Biosphärenreservats Rhön liegen 300 Hektar Streuobstwiesen, die auf 700 Einzelflächen verteilt sind. Über 100 alte Apfelsorten wachsen hier. Die Wiesen und ihre Obstbäume bieten Nahrung und Unterschlupf für Insekten, Vögel und Fledermäuse und sind einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas.

Vollschmarotzer und Halbschmarotzer Pflanzliche Parasiten unterteilen sich in Halb- und Vollschmarotzer. Halbschmarotzer haben voll ausgebildete grüne Blätter und können selbst Fotosynthese betreiben, also mithilfe von Licht energiearme Stoffe in energiereiche umwandeln. Die Mistel auf dem Laubbaum ist solch ein Halbschmarotzer.

Vollschmarotzern hingegen fehlt der Blattfarbstoff Chlorophyll. Deshalb sind sie nicht zur Fotosynthese fähig – darum sind sie ständig auf einen Wirt angewiesen.

Vor allem Wasser und Nährstoffe müssen die parasitären Pflanzen von ihren Wirten abzweigen. Dafür haben die Schmarotzer spezielle Saugorgane, sogenannte Haustorien. Bei Misteln bestehen diese aus umgebildeten Wurzeln. Deswegen müssen Misteln nicht in der Erde Wurzeln schlagen.

Mistelbekämpfung lernen Die Landschaftspfleger kommen mit dem Mistel-Schnitt nicht mehr hinterher. Sie bitten um die Mithilfe der Rhöner. In Kursen erklären sie Ihnen den Mistel-Bekämpfungsschnitt. Anmeldung direkt beim Landschaftspflegeverband Rhön unter: 036946-20656 (Es fallen die üblichen Gebühren für Anrufe ins deutsche Festnetz an.).

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 11:33 Uhr

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