Gericht hält Ansprüche für verjährt Autozulieferer Mitec verliert Millionen-Prozess gegen Ford

Der Eisenacher Automobilzulieferer Mitec hat im Rechtsstreit mit dem amerikanischen Autobauer Ford eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Meiningen hat am Donnerstag die Klage von Mitec auf 137 Millionen Euro Schadensersatz abgewiesen. Die Ansprüche auf entgangene Gewinne seien verjährt, hieß es zur Begründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach dem Urteil des Landgerichtes muss Mitec die Prozesskosten der ersten Instanz tragen. Unternehmensgründer Michael Militzer kündigte Rechtsmittel an.


Der Rechtsstreit zwischen Mitec und Ford dauert schon acht Jahre

Mitec wirft dem US-Konzern vor, Zeichnungen und Daten für ein Bauteil, einen sogenannten Balancer, an einen Konkurrenten weitergeben zu haben. Ford wiederum berief sich zuletzt im Juni dieses Jahres darauf, dass Mitec bereits 2006 vom Diebstahl der Baupläne wusste. Eine Klage hatte Mitec allerdings erst 2009 angekündigt.
Und hatte mit den Verfahren bisher immer Erfolg: Der Bundesgerichtshof hatte vergangenes Jahr eine Beschwerde von Ford abgewiesen. Zuvor hatte bereits das Jenaer Oberlandesgericht zugunsten von Mitec geurteilt und keine Revision zugelassen. Wie die Richter schon im Dezember 2015 feststellten, hatte Ford seine Vertraulichkeitspflichten gegenüber dem Thüringer Zulieferer verletzt. Der Konzern habe mehrere Zeichnungen und Daten von Mitec an einen Konkurrenten weitergegeben, um das Produkt, einen sogenannten Balancer, nachzubauen.

Eigentlich sollte es jetzt in Meiningen nur noch um die Höhe des Schadensersatzes gehen. Doch Mitec hatte im vergangenen Jahr seine Forderung deutlich erhöht - von 20 auf 137 Millionen Euro. Das Unternehmen machte entgangenen Gewinn geltend. Davon war bisher nie die Rede, so der Richter am Donnerstag, und entschied, dieser Anspruch sei verjährt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 22. November 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2018, 17:47 Uhr

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4 Kommentare

23.11.2018 05:00 Steffen 4

@3, vollkommen richtig! Würde es um Ford Amerika gehen, wäre der Prozessort höchstwahrscheinlich in den USA, die Summe um die es geht, viel höher, und vor allem, ist dieser Prozess längst zu Ende. Und das Gericht hat Recht, wenn auf einmal die Summe der Entschädigung verändert wird, ist das ein neues Verfahren. Nur die Zinsen darf man dazurechnen.

22.11.2018 19:47 Keine Ahnung vom Geld 3

@ 1 Bürger: Hier geht es nicht um ein amerikanisches Unternehmen, sondern um die 1925 gegründete deutsche Ford Motor Company Aktiengesellschaft und zuletzt 2004 in umfirmierte Ford-Werke GmbH. Nur mal so als Hinweis für Hintergrundwissen und Kommentare ohne desselbigen.

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