Treffen der Bürgermeister und Landräte gegen die Stromtrasse "Salzunger Bündnis" will gegen SuedLink weiter Widerstand leisten

Reinhard Krebs (CDU), Landrat Wartburgkreis
Gastgeber des Treffens: Reinhard Krebs (CDU), Landrat des Wartburgkreises Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ende 2018 soll der Korridor für "SuedLink" feststehen - eine bis zu 1.000 Meter breite Schneise. Später wird die Bundesnetzagentur dann entscheiden, wo genau der Stromnetzbetreiber TenneT das Erdkabel verlegen wird. Das Ziel: Strom von den Windrädern im Norden zu den Unternehmen in den Süden zu bringen. Vor allem die Einwohner Westthüringens wollen verhindern, dass diese Trasse durch den Freistaat führt. Im "Salzunger Bündnis" haben sich der Kreis Schmalkalden-Meiningen, der Unstrut-Hainich- und der Wartburgkreis mit vielen großen und kleinen Kommunen zusammengetan.

Der aktuelle Vorschlag von Schmalkalden-Meiningens Landrat Peter Heimrich (SPD) kam bei dem Treffen der Bürgermeister und Landräte nur am Rande vor. Heimrich möchte das Erdkabel im "Grünen Band" verlegen lassen. Beim Treffen in Bad Salzungen sagte Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis), er finde die Idee "interessant" und sei bereit, darüber zu diskutieren. Denn das "Grüne Band" sei vorwiegend im Bundeseigentum. "Es hat den Charme, dass es aufs Eigentum bezogen leichter wäre". Krebs gab jedoch zu bedenken, dass die Trasse auch an der ehemaligen innerdeutschen Grenze einigen Siedlungen zu nah komme und über landwirtschaftliche Nutzflächen verlaufen würde.

Demonstration am 23. März

Vorbild für das "Salzunger Bündnis" ist die Bürgerinitiative aus Fambach (Kreis Schmalkalden-Meiningen), die am 23. März zur Protestdemonstration einlädt. Bürgermeister Jürgen Herrmann (SPD) hofft darauf, dass dieses Mal aus den umliegenden Dörfern mehr Thüringer kommen. Beim ersten Protest im April 2017 waren es 3.000 Teilnehmer. "Wir müssen die Leute hinter dem Ofen hervorlocken", sagte er bei dem Treffen. "Fambach sollte ein Anfang sein." Eisenachs Beigeordneter Dieter Suck schlug vor, dass der Landkreis die Grundstücke kauft, die TenneT für das Verlegen des Erdkabels braucht. Das fand auch Marksuhls Bürgermeister Martin Trostmann gut. Johannes Schmidt vom Regionalbauernverband Südthüringen ist schon weiter. "Wir kaufen auf der Trasse jeden Quadratmeter, den wir bekommen können." Unklar ist aber weiter, wer Grundstückseigentümer rechtlich berät oder finanziell im Widerstand unterstützt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2018, 18:40 Uhr

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5 Kommentare

11.02.2018 18:47 der_Silvio 5

@3 Mediator; "Eigentlich ist es lächerlich. Da wird das Kabel schon unter die Erde verlegt, weil die Masten ja ebenfalls einige Menschen stören und nun taugt das auch schon wieder nicht."

Entlang des Erdkabels darf kein Baum darüber oder unmittelbar daneben stehen, d.h. eine Schneise durch Thüringens Naturschutzgebiet.
So ein Erdkabel hält auch nicht ewig. Das bedeutet alle 25-30 Jahre herausreißen und neu verlegen; und das bei einer Baustellenbreite von bis zu 70 Meter.
Es gibt genug Schneisen in D in Form vorhandener Autobahnen; warum werden diese nicht genutzt?!?

10.02.2018 17:28 Martin 4

Ist das ein Faschingsscherz der südthüringer Herzöge: Das Kabel soll längs im Naturschutzgebiet verbuddelt, um Äcker zu schonen, die regelmäßig umgegraben oder mit TOTALherbiziden (Glyphosat) behandelt werden, die alle (total) Pflanzen und manches Getier abtöten???

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