Schweina Tüftler baut Simson mit Elektroantrieb

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Vaiko Weyh hat eine Simson S50 umgebaut. Statt durch einen Verbrennungsmotor wird sie durch Strom angetrieben. Mit dem Projekt der Schrauberwerkstatt in Schweina liegt er aussichtsreich im Rennen um die ersten Plätze des Programms "Neulandgewinner".

Ein Mann steht neben einer Simson
Vaiko Weyh mit der E-Simson Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Die "Simson-Schrauberwerkstatt" aus Schweina im Wartburgkreis hat sich am Donnerstag in Berlin in der Endrunde einer Jury der Robert Bosch Stiftung vorgestellt. Der Verein "Stadt in der Stadt" will mit seinem Projekt eine Förderung im Wettbewerb "Neulandgewinner" erreichen. Vereinschef Vaiko Weyh sagte MDR THÜRINGEN, das Gespräch sei "super gelaufen".

Er stellte der Jury auch die neuste Entwicklung vor, eine elektrisch angetriebene Simson S50 von 1976 - mit Bananen- statt Büffeltank. Das Fahrzeug war seit dem Herbst umgerüstet worden. Die Schrauberwerkstatt in der früheren Pfeifenfabrik sieht Weyh als Begegnungsstätte. Ziel sei es, Jugendlichen ein sinnvolles Freizeitangebot zu machen und sie an Technik und Handwerk heranzuführen.

Mann fährt mit seinem Elektro-S 51 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 15.07.2020 19:00Uhr 02:15 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Programm "Neulandgewinner" stärkt ländlichen Raum

Das Programm "Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort" der Robert Bosch Stiftung unterstützt Initiativen und Menschen, die den Zusammenhalt in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands stärken. Insgesamt hatten sich 203 Teams mit ihren Projekten beworben. 32 von ihnen dürfen sich in dieser Woche der Jury präsentieren, bis zu 20 werden in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt rund einer Million Euro gefördert. Die Entscheidung darüber fällt in der kommenden Woche.

Eine Simson
Hier liegt noch einige Arbeit vor der Schrauberwerkstatt. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Simson - Mopeds und Motorräder

Simson Schwalben
Michał Koziołek motzt seit 2016 in seiner Firma "RetroElectro" originale Schwalben mit einem Elektromotor auf. Iin einer kleinen Garage in Breslau baut er Schwalben für den internationalen Markt um, denn da seine E-Schwalben als Oldtimer gelten, bekommen sie von den polnischen Behörden mit Elektromotor keine Zulassung. Bildrechte: Jana Gareis
Star SR 4-2
Der Simson "Star" SR 4-2 hatte bereits eine 3-Gang-Fußschaltung und konnte mit 3,4 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreichen. Bildrechte: Conrad Weigert
Habicht
Von 1966 bis 1972 wurde der Simson "Sperber" produziert. Mit seinem hochdrehenden Motor mit geänderten Steuerzeiten und 4,6 PS erreichte der SR4-3 eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. Trotz seines Hubraums von rund 50 cm³ wurde der "Sperber" deshalb als Leichtkraftrad eingestuft. Bildrechte: Conrad Weigert
KR 50
Der KR 50 war ein verkleidetes Kleinkraftrad in Roller-Optik, das von 1958 bis 1964 insgesamt 164.500 mal bei Simson in Suhl (Thüringen) gebaut wurde. Der KR50 gilt als Vorläufer der legendären "Schwalbe". Bildrechte: Conrad Weigert
Touren-AWO mit Beiwagen
Der Einzylinder-Viertaktmotor des Motorrades leistete 12 PS und beschleunigte die Maschine auf 100 km/h. Hier das Modell mit Seitenwagen. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 300 G
Auch im Geländesport kamen die einzigen Viertaktmotorräder aus dem VEB Simson Suhl zum Einsatz. Hier eine AWO 300 G aus dem Jahr 1958. Mit 300 cm³ und einem Viergang-Kardanantrieb leistete die Maschine 21 PS.
(Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: "Höhenflug eines Kult-Rollers" | 29.09.2018 | 18:00 Uhr. )
Bildrechte: Conrad Weigert
Simson Schwalben
Michał Koziołek motzt seit 2016 in seiner Firma "RetroElectro" originale Schwalben mit einem Elektromotor auf. Iin einer kleinen Garage in Breslau baut er Schwalben für den internationalen Markt um, denn da seine E-Schwalben als Oldtimer gelten, bekommen sie von den polnischen Behörden mit Elektromotor keine Zulassung. Bildrechte: Jana Gareis
Simson Schwalben
Diesen Behördenärger hat die Münchner Firma "Govecs" nicht, denn sie verbaut keine Originalteile. Auch sie produziert in Breslau. Sie hat die Markenrechte an der E-Schwalbe. Bildrechte: Jana Gareis
Spatz SR4-1
Ab 1964 wurde bei Simson in Suhl die legendäre "Vogelserie" gefertigt. Grundlage war anfangs ein Rheinmetall-Motor mit 2 PS und später der Einzylinder-Zweitaktmotor M53 von Simson mit einer Motorleistung zwischen 2,3 und 4,6 PS. Hier ein "Spatz" SR 4-1. Der "Spatz" hatte einen Motor mit 49,6 cm³ Hubraum, 2,3 PS Leistung und zwei Gängen. Der "Spatz" wurde 1964 bis 1970 gebaut. Bildrechte: Conrad Weigert
Star SR 4-2
Die Produktion des Simson "Star" begann fast zeitgleich mit dem Roller "Schwalbe" im Herbst 1964. Bis zum Serienauslauf im Jahre 1975 wurden 505.800 Stück verkauft. Bildrechte: Conrad Weigert
Star SR 4-2
Der "Habicht" war das letzte Modell aus der sogenannten Vogelserie. Der gebläsegekühlte 50 cm³-Motor hatte wie der "Sperber" ein 4-Gang-Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit des "Habicht" betrug etwa 60 km/h, die meisten waren allerdings deutlich schneller. Bildrechte: Conrad Weigert
"Schwalbe" vom Typ KR 51
Die "Schwalbe" vom Typ KR 51 ist der erste Motorroller von Simson, der zur Vogelserie gehört. Dieser Kleinkraftroller wurde erstmals als Zweisitzer entwickelt und von 1964 bis 1986 produziert. Bildrechte: Conrad Weigert
"Simson S 51" (Enduro-Variante)
Die Simson S 51 (hier die Enduro-Variante) ist mit 1,6 Millionen produzierten Fahrzeugen das meistgebaute Kleinkraftrad Deutschlands. Die S 51E erschien 1982. Besondere Merkmale waren der hochgezogene Auspuff mit verändertem Seitendeckel auf der rechten Seite und die typische Lackierung in Metallic-Silber. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 425
Die AWO 425, auch als Touren-AWO bezeichnet, wurde zwischen 1950 und 1961 im thüringischen Suhl gebaut. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 425 "Sport"
Daneben wurde mit einem völlig neu konzipierten Fahrwerk mit Hinterradschwingenfederung, einem verbesserten Motor und Vollnabenbremsen die AWO 425 "Sport" gefertigt. Bei diesem Modell gab es Motorvarianten mit 14 und später mit 15,5 PS Leistung. Bildrechte: Conrad Weigert
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. Juli 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Lothar Thomas vor 4 Wochen

Einfach KLASSE !!!

Das finde ich sehr gut, endlich mal ein guter Gedanke in Sachen Umweltschutz.

Alle reden davon, hier wird etwas gemacht.

Meine Frage bei technischen Sachen wie immer dabei, wie sind die Werte, die sich auf Grund der Änderung ergeben?

Leistung, Reichweite, wo befindet sich der Akku, Gewichtsänderungen durch geänderten Antrieb, bleibt das Handling der Maschine so wie bisher???

Ansonsten wünsche ich gute Erfolge beim Umbau, schließlich gibt es ja zum Glück noch viele Maschinchen als Arbeitsvorrat.

...und ich drücke mal die Daumen, dass es vor der Jury mit einem der vordersten Plätze endet.

Weiter so und viel Erfolg.

MDR-Team vor 4 Wochen

Hallo Lothar Thomas,
knapp ein paar Angaben: 3.000 Watt Motor, Reichweite pro Ladung 65 km und 60km/h

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