Große Protestaktion Mehr als 1.000 Südlink-Gegner demonstrieren in Lauchröden

Erstmals haben Einwohner verschiedener Bundesländer gemeinsam gegen die umstrittene Stromtrasse Südlink protestiert. Nach Lauchröden im Wartburgkreis kamen über 1.000 Menschen.

In Lauchröden im Wartburgkreis haben am Ostermontag mehr als 1.000 Menschen gegen die Stromtrasse Südlink demonstriert. Diese Zahl bestätigte ein Einsatzleiter der Polizei vor Ort. Zum Auftakt hatte die Polizei zunächst von 2.000 Teilnehmern gesprochen.

Mit dabei waren auch Trassengegner aus benachbarten Bundesländern. Wie ein Sprecher der Bürgerinitiative "Thüringer gegen Südlink" sagte, wehren sich damit erstmals Einwohner verschiedener Bundesländer gemeinsam gegen den Trassenbau. Bürgerinitiativen aus den unterfränkischen Orten Bergrheinfeld und Wasserlosen (beide Landkreis Schweinfurt) fuhren am Montagmorgen mit einem gemeinsamen Bus nach Thüringen. Hessische Demonstranten kamen über die Werra-Brücke bei Herleshausen. Im niedersächsischen Garbsen wollten zeitgleich Trassengegner mit einer Rad-Sternfahrt protestieren.

"Sinnlose Stromleitung verhindern"

Die Initiatoren des Vereins "Thüringer gegen Südlink" wollen den Bau der Erdkabeltrasse verhindern. Sie fürchten, dass darüber nicht nur Windstrom von Nord- nach Süddeutschland, sondern auch ausländischer Atom- und Kohlestrom fließen könnte. Die Landrätin des Kreises Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (Parteilos), sagte, es müsse weiterhin alles dafür getan werden, um "diese sinnlose Stromleitung" zu verhindern. Es gebe ausreichend technische Alternativen. Ihr Landkreis war dem Verein "Thüringer gegen Südlink" zuletzt beigetreten.

Hunderte Menschen bei einer Kundgebung gegen die Stromtrasse Südlink
Zur Demonstration kamen über 1.000 Trassen-Gegner. Bildrechte: MDR/Sebastian Jakob

Für den Trassenverlauf auf Thüringer Gebiet laufen derzeit die Planungen. Die Unterlagen für den nördlichen Teil der Stromtrasse können bereits in Mühlhausen, Eisenach und Bad Salzungen eingesehen werden. Nach Ostern sollen die Planungsunterlagen für den südlichen Teil der Trasse ausgelegt werden.

Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW hatten im Februar einen veränderten Vorschlag zur Trassenführung vorgestellt. Die Route soll demnach von Schleswig-Holstein aus westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg führen.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 22. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 08:12 Uhr

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57 Kommentare

24.04.2019 22:18 Ingo Flaig 57

Ehe sie Südlinkgegner als Maschinenstürmer bezeichnen, sollten sie vielleicht auch mal die Vorlesung von Prof Jarass ansehen.
Schreiben sie doch bitte danach was sie davon halten. Wo sie das finden siehe oben.

24.04.2019 20:06 der_Silvio 56

@55 Eulenspiegel; "Also ich denke es ist besser mit umweltschonend erzeugten Strom Exportgewinne zu erzeugen als mit umweltschädlichen Kohlestrom."
Wie kommen Sie auf 'umweltfreundlich / -schädlich'?
Solar- bzw. Windenergie sind keinesfalls 'umweltfreundlich'.
Da sei nur der nicht sehr hohe Wirkungsgrad, neben den nicht sehr freundlichen Herstellungs- bzw. Entsorgungskosten.
Schon mal über den Energieerhaltungssatz im Hinblick auf die Windkraftanlagen nachgedacht? Wenn die Windenergie die Dinger antreibt, was passiert mit der Windenergie? Sie wird weniger, d.h. der Wind wird schwächer - und alle regen sich wegen dem Klimawandel auf...aber Hauptsache 'umweltfreundliche' Energiegewinnung...
Hinzu kommt dieser 'umweltfreundliche' Südlink...

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