Menschen demonstrieren in Schmalkalden gegen Südlink
Südlink-Gegner bei einem Protest in Schmalkalden im November 2018. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Umstrittene Stromtrasse "Salzunger Bündnis" wehrt sich weiter gegen Südlink

Land und Kommunen Seite an Seite - das gab es in Thüringen bei Großprojekten zuletzt nicht oft. Beim Widerstand gegen die Stromtrasse Südlink haben alle Beteiligten aber nur ein Interesse: den Bau unbedingt verhindern.

Menschen demonstrieren in Schmalkalden gegen Südlink
Südlink-Gegner bei einem Protest in Schmalkalden im November 2018. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Das "Salzunger Bündnis" wehrt sich weiter gegen eine Stromtrasse durch Westthüringen. Vertreter des Zusammenschlusses der drei Kreise Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis und Unstrut-Hainich-Kreis sowie der Stadt Eisenach präsentierten am Dienstag eine gemeinsame Erklärung. Darin machen sie sich für einen alternativen Verlauf der Trasse außerhalb Thüringens stark. Das Land Thüringen hatte diese vorgeschlagen. Allerdings lehnte die Bundesnetzagentur den Vorschlag ab. Die Thüringer Landesregierung will nun dagegen klagen.

Zerklüftete Mittelgebirge und zerschnittene Schutzgebiete

Der Netzbetreiber Tennet hält den Verlauf der geplanten Gleichstromtrasse durch Südwestthüringen für die beste Variante. Betroffene Orte wären unter anderem Marksuhl, Georgenzell im Wartburgkreis oder Fambach und Heßles im Kreis Schmalkalden-Meiningen. Das "Salzunger Bündnis" befürchtet, dass die Erdkabel-Trasse die Mittelgebirge zerklüften und landwirtschaftliche Böden und wertvolle Schutzgebiete zerschneiden würden.

Peggy Greiser, Reinhard Krebs und Uwe Möller präsentieren Unterschriftenlisten
Gemeinsam gegen Südlink: Peggy Greiser (Landrätin Schmalkalden-Meiningen), Reinhard Krebs (Landrat Wartburgkreis) und Uwe Möller (Bürgermeister Eisenach) präsentieren Unterschriftenlisten. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Nach Ansicht des Bündnisses hat die Bundesnetzagentur den Thüringer Vorschlag einer alternativen Route nur unzureichend geprüft. Deshalb unterstützen sie auch die Klage, die der Freistaat dagegen vorbereitet. Außerdem will das "Salzunger Bündnis" die Menschen in der Region mobilisieren, damit sie gegen die Südlink-Trasse auf die Straße gehen. Wenn erst die Bagger rollten, sei es zu spät, sagte der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU). Sein Landkreis ist bereits dem Verein "Thüringer gegen SuedLink" beigetreten - die anderen Bündnispartner wollen folgen. Als Zeichen des Protestes wurden am Dienstagnachmittag in Bad Salzungen 2.133 Unterschriften gegen die Trasse an Vertreter der Bundesnetzagentur übergeben.

Um den Trassenverlauf wird seit mehr als zwei Jahren gestritten. Die 700 Kilometer lange Trasse soll per Erdkabel Strom von Nord- nach Süddeutschland bringen. Die Bundesnetzagentur erwartet noch im ersten Quartal den Antrag der Netzbetreiber. Nach einer erneuten Beteiligungsphase im Sommer wird sie frühestens Ende des Jahres über den Verlauf des Trassenkorridors entscheiden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 08. Januar 2019 | 18:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 21:09 Uhr

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1 Kommentar

09.01.2019 08:02 atze feuerwehr 1

Nicht nur, das Thueringen das Salzklo (K&S) ist, nein, wir sollen auch noch das Stromklo und vielleicht auch noch das Atomklo werden. Sehr gut, das sich jemand wehrt. Es muessten viel mehr auf die Strasse gehen!

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