Unterbreizbach Streit um Arztpraxis: Mehr als 2.000 Menschen wollen Verlegung verhindern

Der Bürgermeister von Unterbreizbach hat Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) knapp 2.200 Unterschriften für den Erhalt der Arztpraxis im Ort übergeben. Roland Ernst (parteilos) warb bei einem Besuch der Ministerin in Bad Salzungen um Unterstützung. Nach Angaben des Bürgermeisters soll es einen Termin mit der Sozialministerin, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Gemeinde geben, um eine Lösung zu finden.

Protest in Unterbreizbach

Die Ärztin in dem Ort im Wartburgkreis hatte erfolgreich beantragt, den Sitz der Praxis ins etwa 15 Kilometer entfernte Geisa zu verlegen. Gegen die Entscheidung formierte sich zuletzt Protest, so kamen am Montag 300 Menschen im Kulturpark zusammen. Bei der Veranstaltung wurden auch Unterschriften gesammelt.

Bei einer Demonstration stehen und sitzen zahlreiche Menschen auf einer Wiese, im Vordergrund zwei Männer mit Elektromobilen. Sie protestieren für den Erhalt des Arztsitzes
Mehrere Hundert Menschen waren am Montag zusammengekommen, um für den Erhalt der Arztpraxis in Unterbreizbach zu demonstrieren. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Ärztin verteidigt Plan zur Verlegung der Praxis

Die Familie der Unterbreizbacher Ärztin weist die Kritik zurück. Jeder Mediziner habe das Recht auf einen Wechsel, der Zulassungsausschuss habe den Antrag geprüft und genehmigt, hieß es in einer Stellungnahme. Außerdem weist die Familie darauf hin, dass die Ärztin auch weiter Patienten aus Unterbreizbach betreuen werde. Die Verlegung der Praxis wurde damit begründet, dass in Geisa Ärzte fehlten und ein von der Familie geplanter Bau eines Gesundheitszentrums in Unterbreizbach gescheitert sei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. Juni 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Baldur von Ascanien vor 5 Wochen

Ich bin weder der Rächer der Familie, noch haben sie, zumindest bei mir, ins Schwarze getroffen. Weder bin ich Arzt noch, verwandschaftliche Beziehungen bestehen dort. Leider gibt es bei MDR so gut wie kein Hintergrundwissen, alles ist immer schön plakativ. Aber so es das vei den "Grosskopferten" auch, erst mal alle Subventionen und Gaben des Staats mitnehmen, dann den Betrieb schliessen, die Gebäude "entkernen" und einen besseren Standort suchen. Das Spiel begint von vorn. Was dem Einen recht ist, muss dem Anderen auch billig sein. Auch wenn ich sowas entgegenstehe. Aber so funktionier halt Marktwirtschaft, wie wollten die doch alles so, oder?

Lothar Thomas vor 5 Wochen

"@Baldur von..."
Oho da habe ich wohl ins Schwarze getroffen?
Sind sie der "Rächer" der Familie?
Wegen dem Gehalt der Ärztin machen sie sich mal weniger Gedanken, ich glaube hier geht es um ein ganz anderes Problem.
So eine Praxisausstattung ist nicht ganz billig, da bietet es sich doch an, eine bestehende Praxis für wenig Geld zu übernehmen und dann kann man verlegen.
Ich glaube nicht, dass der abgebende Arzt vorher darüber informiert wurde.
Ich bin sicher, er hatte die Stelle in Unterbreizbach im guten Glauben an eine Weiterführung abgegeben und ein bisschen Honig ums Maul, dann wird die Praxis noch billiger.
"Baldur von..." ich weiß wovon ich spreche, ich bin in nächster Verwandtschaft selbst mit 2 Praxisinhaberinnen bedacht, die haben aber ihre Praxen jeweils ohne Übernahmen aufgebaut.
Ich hätte auch Dr. werden können, aber ich hatte mich damals gegen die vorgeschriebenen 3 Jahre bei der Armee entschieden.
Dafür hatte ich dann später über Abendschule ein "Notabitur" gemacht.

Normalo vor 5 Wochen

Naja, so einfach ist das nicht. Es geht nicht nur darum dass diese Ärztin weggeht, sie nimmt sozusagen die Praxisstelle mit. Es wird dann dort keine Praxis mehr geben.

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