Ein Brot mit Nuss-Nougat-Creme.
Leckere Nuss-Nougat-Creme Bildrechte: imago/Westend61

Fliegen, walzen, portionieren Von der Haselnuss zum Nougat

Sind Sie auch einer der Thüringer, die gerne Nougat essen? Und wissen Sie eigentlich, wie der Weg der Haselnuss von der Ernte bis zum verpackten Nougat aussieht? Wir haben die Antworten.

von Sandra Voigtmann

Ein Brot mit Nuss-Nougat-Creme.
Leckere Nuss-Nougat-Creme Bildrechte: imago/Westend61

Eine Haselnuss macht ziemlich viel durch bis sie auf unserer Zunge als zartschmelzendes Nougat landet.

Wo ist die Haselnuss zu Hause?

Haselnüsse wachsen in gemäßigtem Klima am besten. Sie mögen milde Winter und warme Sommer. Sie kommen aber auch mit Hitze und wenig Regen aus. Die größten Haselnuss-Anbaugebiete der Welt liegen in der Türkei am Schwarzen Meer, aber auch in Georgien, Aserbaidschan oder Italien. Inzwischen werden Haselnüsse aber auch großflächig in Bayern und Sachsen angebaut. Und bald könnte es auch in Thüringen große Haselnusshaine geben. Das würde die Transportwege verkürzen und aus dem Nougat ein nachhaltigeres Produkt machen.

Wieviel Haselnuss steckt im Nougat?

Nougat besteht meist zu 35 - 40 Prozent aus Haselnüssen. Außerdem steckt im Nougat noch Zucker, Milchpulver, Kakao und Vanille.

Der Weg von der Nuss zum Nougat

In Jutesäcken kommt die Haselnuss bei Viba in Floh-Seligenthal im Lager an. Dort werden die Haselnüsse auf ihre Qualität geprüft. Halten sie den Anforderungen nicht stand, werden sie zurück geschickt. Vom Lager aus werden die bis zu 90 Kilogramm schweren Säcke in die Rösterei gebracht. Dort wartet eine riesige Röstmaschine auf sie aus den 1970er-Jahren.

Die Nüsse werden in einen im Boden eingelassenen Trichter geschüttet. Dort lernen sie fliegen, denn mittels eines Gebläses werden sie nach oben in den Röstofen befördert. Dort haben sie es schön warm. 180 bis 200 Grad Celsius zeigt das Thermometer am Röstofen an. Die Nüsse verströmen einen herrlichen Duft. Wann Schluss ist mit den warmen Ofenfreuden der Nüsse, entscheidet der Röstmeister.

Nach 15 bis 20 Minuten schaut er nach. Haben die Nüsse die richtige Färbung dürfen sie ins Kühlschiff. Diese Vorrichtung sieht aus wie eine "Flotte Lotte" von Oma - nur größer. In dieser perforierten Metallschüssel werden die Nüsse umgerührt und Luft wird angesaugt. Dadurch kühlen sie ab. Innerhalb von drei Tagen werden die Nüsse dann zu Nougat verarbeitet.

Ein großer Block Nougat in einer Presse
Ein großer Block Nougat in einer Presse Bildrechte: Viba sweets GmbH

Reiben, reiben, reiben

Wohl duftend kommen die gerösteten Nüsse in eine Maschine, die sie zerkleinert. Und dann macht es die Mischung. Zu den Nüssen kommen Zucker, Milchpulver, Kakao und Vanille. Und jetzt heißt es: reiben, reiben, reiben. Riesige wie Mühlsteine aussehende Granitplatten zerreiben die Masse. Sie wird verwalzt bis sie ganz fein ist. Kleiner als 20 Mikometer sind dann die Bestandteile. Nur so wird zartschmelzendes Nougat daraus. Denn die Sensoren auf unserer Zunge liegen 25 Mikrometer auseinander und nur was kleiner ist, bleibt unbemerkt.

Anschließend wird die Masse verflüssigt. Und dann wird gerührt und nicht geschüttelt. Bei 50 Grad Celsius darf sich die Masse 48 Stunden drehen. Wenn sie dann abgekühlt ist, wird sie in Form gebracht - Röllchen, Tafeln, Kugeln - gefüllt und ungefüllt. Und damit das Nougat dann hygienisch einwandfrei bei uns angekommt, wird es noch angezogen. Es bekommt eine Verpackung.

Wer isst das meiste Nougat?

Nougat ist besonders in Nord- und Mitteleuropa beliebt. Das meiste Nougat in Deutschland essen Thüringer.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Dezember 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 08:00 Uhr

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