Ein Zelt steht auf einem Feld.
Wildzelten in Thüringen: Gibt der Waldbesitzer sein Einverständnis, bin ich auf der sicheren Seite. Bildrechte: dpa

Übernachten im Wald Wildzelten erlaubt - wenn der Waldbesitzer zustimmt

Zelten im Wald ist in Thüringen eigentlich verboten. Anders verhält es sich, wenn der Besitzer sein Okay gibt. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Ein Zelt steht auf einem Feld.
Wildzelten in Thüringen: Gibt der Waldbesitzer sein Einverständnis, bin ich auf der sicheren Seite. Bildrechte: dpa

Wildcampen ist in Thüringen unter Auflagen erlaubt. Darauf hat die Landesforstanstalt "Thüringenforst" hingewiesen. Demnach können Outdoor-Fans durchaus ihr Zelt im Freien abseits von ausgewiesenen Campingplätzen aufschlagen. Wer sich jedoch nicht an die Regeln hält, müsse mit empfindlichen Strafen rechnen. Geldbußen zwischen 2.500 und 5.000 Euro seien möglich.

Laut Thüringenforst ist im Wald das Abstellen von Wohnwagen und das Zelten grundsätzlich nur mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt. Kontakt zum jeweiligen Waldbesitzer könne durch den Revierförster oder über das Büro des zuständigen Bürgermeisters hergestellt werden.

Wildcampen in Naturschutzgebieten

Komplizierter sei die Sache, wenn es um Naturschutzgebiete geht. Dann müsse die zuständige Naturschutzbehörde hinzugezogen werden. Feuer ist laut Thüringenforst nur an offiziell ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Dabei müssen mögliche Waldbrandstufen beachtet werden.

Grundsätzlich sind offene Feuer in einem Abstand von 100 Metern zum Waldrand verboten. Im Nationalpark Hainich bietet die Parkverwaltung einfache Übernachtungsplätze für Naturfreunde an. Direkt an der Außengrenze gebe es zudem Campingmöglichkeiten, sagte Nationalparkleiter Manfred Großmann.

Zeltkultur am "Männertag"

Vereinzelt verwarnen auch Kommunen Wildcamper. Im Kyffhäuserkreis habe sich vor allem am "Männertag" und zu Pfingsten eine "Zeltkultur" entwickelt, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. In den vergangenen Jahren wurden in etwa zehn Fällen Bußgelder verhängt. Auch in Bad Salzungen oder in Saalburg an der Bleilochtalsperre registrierten die Verwaltungen einzelne Fälle, in Erfurt dagegen bisher nicht.

Auch der Naturschutzverband (Nabu) Thüringen sieht im Wildcampen bisher kein großes Thema. Ärger gebe es hingegen öfter mit Naturfotografen, die in Naturschutzgebieten wie den Plothener Teichen mit dem Auto über gesperrte Wege bis ans Wasser fahren, sagte Dirk Hofmann vom Nabu.

Uneinsichtige Wanderer und Mountainbiker

Ein Mann fährt auf einem herbstlichen Waldweg Mountainbike.
Wird die Holzernte ignoriert, begeben sich Mountainbiker in Lebensgefahr, so Thüringenforst. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Wald seien vor allem uneinsichtige Wanderer und Mountainbiker ein Problem. Es kommt laut Thüringenforst immer wieder vor, dass Sperrungen wegen der Holzernte einfach ignoriert werden. Das sei absolut lebensgefährlich.

Weil die Holzwirte mit Schutzkleidung, Helm und Gehörschutz arbeiteten, könne man sich nicht darauf verlassen, immer wahrgenommen zu werden.

In solchen Fällen sollten Absperrungen unbedingt respektiert und auch mal ein Umweg in Kauf genommen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 15:21 Uhr

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1 Kommentar

20.07.2019 15:28 pökel 1

Hey MDR, wie wäre es mit einer wohlwollenden Artikelserie über aufrechte Camper, die sich dem Verbot tapfer widersetzen? Oder geht das nur wenn man Bratwürste über einen Zaun verkauft?

[MDR Thüringen: Hey pökel! Beim MDR Thüringen arbeiten mehrere hundert Personen. Da hat wohl jeder seine eigene Meinung zum Thema "wild zelten". Nicht nur deswegen beschränken wir uns lieber auf objektive Berichterstattung. Auch die Artikel über die Imbissbetreiberin in Rodaborn sind weder wohlwollend noch böswillig. /nis]

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