Wintereinbruch in Thüringen Wintereinbruch: Zugespitzte Lage durch Schnee auf der A9 im Süden

Starker Schneefall und glatte Straßen haben am Mittwoch vor allem in den Thüringer Höhenlagen den Straßenverkehr behindert. Am späten Abend staute sich der Verkehr auf der A9 südlich des Hermsdorfer Kreuzes auf rund 50 Kilometern. Laut Landeseinsatzzentrale soll die A9 zwischen dem Hermsdorfer Kreuz und Dittersdorf komplett gesperrt werden. Möglich sei zudem eine Sperrung bis zur bayrischen Landesgrenze. Auch das Technische Hilfswerk ist im Einsatz, um liegengebliebene Lkw auf der Autobahn zu bergen. Insgesamt standen am Abend 50 Laster quer.

Zudem sei die Rettungsleitstelle Saalfeld eingeschaltet worden, um die Autofahrer zu versorgen. Noch sei nicht absehbar, wann sich die Lage entspannt. Immer wieder komme es zu glättebedingten Unfällen. Betroffen ist außerdem die A9 in Richtung Berlin zwischen Schleiz und Hermsdorf-Süd. Auch an der A71 Richtung Sangerhausen sorgte Eisglätte für Probleme. An der Auffahrt Gräfenroda im Ilm-Kreis standen zahlreiche Laster quer.

Wegen Eisglätte wurden zudem einige Bundes- und Landstraßen in Thüringen gesperrt. Betroffen sind die B85 im Weimarer Land zwischen Neckeroda und Teichel sowie die B175 in Frießnitz im Kreis Greiz. Im Altenburger Land ist auf der B93 Richtung Schneeberg kein Durchkommen mehr. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Bundesstraße zwischen Gößnitz und Meerane gesperrt. Autos können derzeit auch nicht auf der Straße zwischen Ronneburg und Naulitz sowie zwischen Ruttersdorf und Schöngleina im Saale-Holzland-Kreis fahren. Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt ist die Straße zwischen Burkersdorf und Selka gesperrt worden. Zudem wurde an der A4 in Richtung Dresden die Anschlussstelle Bucha im Sale-Orla-Kreis wegen Eisglätte gesperrt.

Die Deutsche Bahn sperrte am Mittwochabend die Bahnstrecke zwischen Suhl und Plaue im Ilm-Kreis für knapp zwei Stunden, da Bäume auf die Gleise gestürzt seien. Wegen der schwierigen winterlichen Verhältnisse habe sich auch kein Ersatzverkehr einrichten lassen.

Der regionale Busverkehr im Saale-Holzland-Kreis ist stark eingeschränkt. Grund dafür seien die starken Schneefälle, sagte Erich Engel von der JES Verkehrsgesellschaft. Entweder seien die Busse in Schneeverwehungen stecken geblieben oder kämen wegen anderer liegengebliebener Fahrzeuge nicht weiter. Betroffen seien fast alle Buslinien außerhalb von Jena. Bis die Busse wieder nach Plan fahren, könne es noch einige Stunden dauern.

Bereits am Vormittag hatten sich vor allem in den Höhenlagen nach Polizeiangaben an den Steigungen Lastwagen quergestellt. Betroffen war unter anderem die B 281 zwischen Neuhaus und Lichte, sowie die Straße zwischen Zella-Mehlis und Oberhof und die B90 zwischen Gahma und Eliasbrunn im Saale-Orla-Kreis. Im Kreis Schmalkalden-Meiningen lagen teilweise umgestürzte Bäume auf der Fahrbahn. Die Straße zwischen Trusetal und Seligenthal musste deshalb gesperrt werden.

Flockenwirbel Winterlust und Winterfrust in Thüringen

Der Winter hat sich auf den Weg nach Thüringen gemacht und hat den Freistaat seit Mittwochmorgen fest im Griff. Auf der A9 bildete sich ein 50 Kilometer langer Stau, an Steigungen blieben Lkws stecken.

LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Diesen 40-Tonner hat es am Donnerstagnachmittag trotz Winterreifen erwischt. Der LKW rutschte bei Struth-Helmershof am Südwesthang des Thüringer Waldes in den Graben. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Diesen 40-Tonner hat es am Donnerstagnachmittag trotz Winterreifen erwischt. Der LKW rutschte bei Struth-Helmershof am Südwesthang des Thüringer Waldes in den Graben. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Der Fahrer blieb unverletzt. Am Vormittag gab es lange Staus auf der Gothaer Seite des Nesselberges bei Tambach-Dietharz, weil LKW auf schneeglatter Strasse festhingen. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Ein Fahrzeug des THW steht im dichten Schneetreiben auf der A9.
Auf der A9 bei Schleiz sorgte am Donnerstagvormittag das Technische Hilfswerk dafür, dass die Lkw losfahren konnten. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel
Lkw an Lkw stauen sich auf der A9 zwischen Bad Lobenstein und Schleiz.
Auf der Autobahn hatten sich seit Mittwochabend Lkw an Lkw gestaut. Der Stau löste sich erst langsam ab Donnerstagmittag auf, auch weil viele Fahrer noch schliefen oder die Batterien ihrer Fahrzeuge leer waren. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel
Die Polizei schlängelt sich auf der Uatobahn mit Blaulicht an stehenden Lkw vorbei.
Feuerwehr und Polizei waren seit Donnerstagnacht wieder im Dauereinsatz, kümmerten sich um liegengebliebene Lkw. Bildrechte: MDR/ Wolfgang Hentschel
Auf der Autobahn regelt die Polizei den Verkehr.
Nichts ging mehr auf der A9 zwischen der bayerischen Landesgrenze und dem Hermsdorfer Kreuz - und das für mehr als elf Stunden. Bildrechte: MDR/ Wolfgang Hentschel
Eine Maus aus Schnee auf dem Markt in Schmölln.
Wie Schnee auch Spaß machen kann: Anwohner haben auf Markt in Schmölln eine Schneemaus gebaut. Bildrechte: MDR/ Astrid Pohl
Schnee Thüringer Wald
Des einen Frust ist des anderen Lust: Der Thüringer Wald präsentierte sich am Donnerstagvormittag schneebehangen von seiner besten Seite. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Loipenfahrt in Thüringene
Wovon Wintersportfreunde träumen: Erster auf der Piste zu sein, hier bei Schmiedefeld. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Rast an Döllberg Hütte bei Schmiedfeld
Dort lädt die Döllberghütte zur kurzen Pause ein. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Loipenfahrt Schmücke
Pistenfahrzeuge präparieren die Loipen im Thüringer Wald. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Katze schaut sich Schnee an
Doch statt raus an die frische Luft bleibt dieser Kater in Ilmenau lieber im Warmen. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler
Lkw stehen hintereinander im Stau.
Seit Mittwochabend ging rund um die A9 am Hermsdorfer Kreuz nichts mehr. Lkw staute sich an Lkw. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Lkw ist auf einer zugeschneiten Autobahn stecken geblieben.
Viele von ihnen stellten sich quer. Das THW versorgte die Betroffenen in der Nacht. Bis zu elf Stunden dauerte die Sperrung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Winterdienst-Fahrzeug räumt Schnee auf der Autobahn.
Der Verkehr lief am Donnerstagmorgen nur langsam wieder an. Räumdienste waren im Dauereinsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein liegengebliebener Lkw steht auf der zugeschneiten A9.
Die Polizei hatte Mittwochnacht ordentlich zu tun, kümmerte sich auch um eingeschlafene Brummi-Fahrer. Bildrechte: MDR/Arne Schein
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In Neunhofen im Saale-Orla-Kreis rutschte ein Linienbus am Mittwochmorgen in einer abschüssigen Kurve gegen eine Hauswand. Verletzt wurde niemand. Zwischen Breitenbach und Springstille bei Schmalkalden sind ein Auto und ein Kleintransporter auf der schneeglatten Straße zusammengeprallt. Beide Fahrzeuge landeten im Straßengraben. Zwei Menschen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Auf der Strecke von Suhl nach Goldlauter verlor ein Autofahrer bei starken Schneefällen die Kontrolle über seinen Kleinwagen und überschlug sich im Straßengraben. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus. Auch rund um Oberhof sorgten die Witterungsbedingungen für Probleme, zahlreiche Lkw und Autos blieben stecken.

Insgesamt zehn Unfälle zählte die Autobahnpolizei Hermsdorf seit Mittwochmorgen 6 Uhr auf den Thüringer Autobahnen. Meist rutschten Autofahrer mit ihren Pkw in die Leitplanke, wie etwa auf der A4 bei Rüdersdorf sowie Stadtroda und der A71 bei Ilmenau. Hier stießen auch zwei Autos zusammen. Auf der A9 überschlug sich bei Triptis ein Autofahrer, wurde leicht verletzt. Auf der A73 ging es im Kreis Hildburghausen nur im Schneckentempo voran, immer wieder fuhren sich Lastwagen an Steigungen fest. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Im Bereich der Landespolizeiinspektion Gera wurde die Polizei zu 25 Verkehrsunfällen gerufen. Auch hier blieb es bei Blechschäden. Laut Polizei sind Mittwochnachmittag alle Straßen frei.

Schneit doch! Schneeschieben mal anders: Erfurt mit und ohne Schnee

In der Mittagspause noch ohne Schnee - zum Kaffee am Nachmittag dann mit weißer "Haube". Ziehen Sie am Pfeil und lassen es schneien oder tauen...(nicht in der App, sorry.)

Eine gelbe Blume blüht im Vordergrund eines Hauses.
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck
Eine gelbe Blume blüht im Vordergrund eines Hauses.
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck
Eine gelbe Blume blüht im Vordergrund eines Hauses.
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Zug der Harzer Schmalspurbahn steckt fest

die Brockenbahn im Schnee
Ein Zug der Brockenbahn steckt seit Dienstag im Schnee fest. Bildrechte: Dirk Strohschneider

Unterdessen steckt seit Dienstag ein Zug der Harzer Schmalspurbahn auf dem Brocken fest. Schneewehen von über 1,50 Meter Höhe hatten ihm in Höhe der Teufelskanzel die Weiterfahrt versperrt. Drei der sechs Waggons konnten nach am Dienstagabend mit Hilfe einer Schneefräse zurück ins Tal gebracht werden - mit ihnen auch die rund 60 Passagiere. Die drei anderen Waggons hängen mit der Dampflok fest. Wie Heide Baumgärtner von den Harzer Schmalspurbahnen MDR THÜRINGEN sagte, wird erst am Donnerstag entschieden, ob der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Gesperrt ist auch die Strecke zwischen Stiege und Eisfelder Talmühle. Der Abschnitt zwischen Nordhausen und Stiege ist frei. Auch auf dem Brocken saßen am Dienstag zahlreiche Besucher fest. Damit sie ihren Rückweg antreten konnten, kam schwere Räumtechnik zum Einsatz.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Schwerlasttransporter auf einer Straße 1 min
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

In Sondershausen ist am Mittwoch ein Schwerlasttransport stecken geblieben. Beide Fahrer hatten offenbar ihre Lenkzeit überschritten.

Mi 11.12.2019 16:00Uhr 00:29 min

https://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/kyffhaeuser/video-sondershausen-schwerlasttransport-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 09. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2019, 21:09 Uhr

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5 Kommentare

10.01.2019 10:44 landfrau 5

Lieber MDR - ist das nicht furchtbar für den Thüringer! Wintereinbruch mit Schnee im Winter! Wie hoch liegt er 1 m, 3 m oder mehr bei -20 oder -30Grad? Hoffentlich kommt nicht noch Eisregen und Lawinengefahr.
Was sollen die wirklich Betroffenen sagen?

09.01.2019 23:12 ein Grüner!!!!! 4

Liebe MDR-Redaktion
Übrigens ist der Begriff "Schnee" nicht diskriminierend.
Ich plädiere für "Niederschlag mit Kristallisationshintergrund"

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