Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Zwei Wölfe. (Genrebild) Bildrechte: Colourbox.de

Wölfe bei Ohrdruf Wolfsangriffe: Tierhalter fordern Entschädigung auch für Folgekosten

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Zwei Wölfe. (Genrebild) Bildrechte: Colourbox.de

Tierhalter in Thüringen fordern auch eine Entschädigung für die Folgekosten durch Wolfsangriffe. Das sagte Stefan Blöttner vom Thüringer Bauernverband am Mittwochabend nach einem Treffen in Erfurt mit Schafzüchtern und anderen Tierhaltern MDR THÜRINGEN. In den kommenden drei bis vier Wochen soll dazu ein Forderungskatalog an die Landesregierung erarbeitet werden. Demnach sind nicht nur Schafzüchter, sondern auch Pferde- und Rinderhalter betroffen und haben ihre Mitarbeit zugesagt.

Laut Blöttner reicht es nicht aus, nur gerissene Tiere zu entschädigen. Durch Wolfsangriffe gebe es auch Verluste bei der Aufzucht. Die Tierhalter fordern deshalb unter anderem für Fehlgeburten und Milchrückgänge bei ihren Tieren nach Wolfsangriffen einen finanziellen Ausgleich. Zur genauen Entschädigungshöhe in solchen Fällen wird noch beraten. Auch der Einsatz von mehrere tausend Euro teuren Herdenschutzhunden muss laut Blöttner übernommen werden. Zunächst sollte aber die Bürokratie beim Antrag auf Entschädigung abgebaut werden. Bisher müssen Schafzüchter ein achtseitiges Dokument dazu ausfüllen, so der Experte vom Bauernverband. Das nächste Treffen des Bauernverbandes mit Schafzüchtern und anderen Tierhaltern ist demnach für den 6. November vorgesehen.

Bisher keine Abschuss-Entscheidung vom Umweltministerium

Wolf läuft in Fotofalle
Eine Aufnahme der Fotofalle. Bildrechte: NABU Thüringen

Um Wolfsangriffe zu verhindern, steht nach wie vor die polarisierende Frage im Raum, ob die Hybrid-Welpen abgeschossen werden sollten oder nicht. Das Thüringer Umweltministerium hat nach Angaben eines Sprechers bisher keine Abschuss-Entscheidung für die sechs Wolfsmischlingswelpen in Ohrdruf getroffen. "Wir wollen nichts unversucht lassen. Deshalb haben wir noch keinen Antrag auf Abschuss gestellt", sagte Ministeriumssprecher Tom Wetzling in Erfurt. Eine "Entnahme" der Wolfshybriden aus der Natur, wie sie zum Erhalt der Art notwendig sei, heiße ja nicht zwingend Abschuss. Auch eine "Lebendentnahme" sei denkbar. Allerdings komme weiterhin eine Haltung im Gehege, die Experten als quälend für die Tiere bewerteten, nicht infrage. Derzeit prüft das Ministerium nach eigener Darstellung unter anderem Überlegungen einer Tierärztin aus Brandenburg, die kleinen Wolfsmischlinge möglicherweise aufzunehmen.

Auf Bildern von Fotofallen ist zu sehen, dass ein schwarzer Hund der Vater der Tiere gewesen sein könnte. Auf dem Truppenübungsplatz ist seit einiger Zeit eine Wölfin ansässig. Fachleute gehen davon aus, dass sie der einzige Wolf in Thüringen ist. Im Sommer waren auf dem weitläufigen Areal Dutzende Schafe und Ziegen gerissen worden - in einigen Fällen hatten Genproben auf einen Wolf gedeutet. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf ( DBBW ) hatte einen Abschuss der Hybriden empfohlen - aus Gründen des Artenschutzes. Damit solle verhindert werden, durch Vermischung der Gene von Wolf und Hund die Wolfspopulation zu gefährden.

Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGNEN JOURNAL | 18. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2017, 20:28 Uhr

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7 Kommentare

19.10.2017 21:56 Schafhalter 7

Zu 4.
Wenn ich nicht betroffen bin, kann ich alles für übertrieben halten. Erst wenn es an den eigenen Geldbeutel geht wird man munter, und Realist. Erst überlegen, dann schreiben,
denn es geht um Existenzen ! Ist nicht böse gemeint.
Gruß, Schafhalter

19.10.2017 21:43 Schafhalter 6

Zu 1, 2 und 3 !!!
Ihr seid aber gut drauf, was raucht Ihr. So viel rauchen schadet ! Ich würde sagen , Ihr verzichtet mal einen Monat auf alles, was diese wolfshassenden Bauern so erzeugen.
Seht es als HEILFASTEN an. Solltet Ihr bis dahin immer noch verwirrt sein, dann legt noch mal eine Schippe nach. Ich rate dann zu mindestens noch mal 14 Tagen.
In dieser Zeit haltet Ihr Euch im Wald in Brandenburg auf ( ca. 400 Wölfe ) und verzehrt nur das, was die lieben übrig gelassen haben ( inkl. schlafen im Wald ).Die tun nichts, und wenn sie kommen, könnt Ihr ihnen ja ein Lied vorsingen. Also Ihr Helden , jetzt schnell runter vom Sofa, ab in den Fahrstuhl und raus in die Natur . Das ist das unaufgeräumte grüne Zeug, wo Euer Hauswart noch nicht gefegt hat. Nein, nicht der Park mit den Kiffern, Ihr müsst da noch etwas weiter. Am besten mal den Arzt oder die Mama fragen. Wie, Ihr sollt nicht im Wald spielen, und wenn nur im Videospiel . Ist ja doof, aber Ihr wart wichtig !!!!!!!

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