Schienen-Nahverkehr Weil Lokführer fehlen: Abellio-Züge fallen aus

Der Bahnbetreiber Abellio hat sein Zugangebot in Thüringen ausgedünnt. Nach Angaben des Unternehmens fallen auf den Verbindungen Erfurt-Eisenach und Erfurt-Sömmerda bis 9. Dezember morgens und nachmittags Züge aus. Zwischen diesen Städten fahren Abellio-Züge zu diesen Zeiten nur noch stündlich statt halbstündlich.

Die neuen Talent-2-Züge von Abellio.
Solche Elektrotriebzüge setzte Abellio in Thüringen ein. Bildrechte: Abellio

Zur Begründung erklärte Abellio, es fehlten Triebfahrzeugführer für die Züge. Abellio übernehme ab Dezember den Personennahverkehr auf mehreren Strecken rund um den Harz, die nicht elektrifiziert seien. Lokführer, die in Thüringen elektrisch betriebene Züge fahren, würden jeweils mehrere Tage lang geschult, um künftig auch Dieselzüge im Harz steuern zu können. Derartige Zugausfälle gibt es aus dem gleichen Grund auch in Sachsen-Anhalt.

Das Land Thüringen als Auftraggeber und Mitfinanzier des Eisenbahn-Nahverkehrs will in dieser Woche mit Abellio über Strafzahlungen wegen der Ausfälle verhandeln. Diese hat Abellio seinerseits bereits eingeplant. Das Unternehmen erklärte, solche Strafzahlungen seien üblich, wenn Leistungen nicht erbracht werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

--- AKTUELLES AUS THÜRINGEN ---

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2018, 12:37 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

16.10.2018 04:29 Grosser, Klaus 5

Die Frage ist doch:
Hat die Abellio um das günstige Angebot abgeben zu können, damit sie den Zuschlag für das Saale-Thüringen-Südharz-Netz erhält, wurde dafür mit viel zu wenig Personal und viel zu wenig Zügen kalkuliert?
Ist dies in betrügerischer Absicht geschehen?
Warum wurde und wird dies nicht von der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH überprüft?
Verantwortlich für die Zugausfälle und den Lokführermangel ist letztendlich die Bahnprivatisierung und Bahnregionalisierung.
Es muss endlich zu einer Staatsbahn zurückgekehrt werden.

15.10.2018 23:31 part 4

Die Ausbildung von Lokführen über die Arbeitsagenturen und Jobcenter zum Nulltarif hat sich wohl als Fehlschlag herausgestellt, auch wenn im Nachhhinein noch moderate Gehälter zu erwarten sind. Geiz ist bekanntlich geil und marktwirtschaftliche Kleinstaaterei noch geiler für die Gesellschaft. Immer weiter so mit der bürokratischen Planwirtschaft nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, zur Not wird die notwendige Infrastruktur eben zurück gefahren.

Mehr aus Thüringen