Weitere Tat des "Zwickauer Trios"? Anschlag auf Portugiesen 1997 in Stadtroda geplant

Wenige Wochen vor dem Untertauchen des Bombenbauer-Trios aus Jena im Januar 1998 ist in Thüringen ein Sprengstoff-Attentat fehlgeschlagen. Wie ein Sprecher der Polizei Jena dem MDR THÜRINGEN bestätigte, fanden Ermittler am 18. November 1997 einen Sprengsatz in einem Haus in Stadtroda bei Jena. Dort waren zu dieser Zeit portugiesische Arbeiter untergebracht. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN lag der Sprengsatz neben dem Kessel einer Gasheizung. Lediglich eine Störung am Zünder verhinderte eine Explosion.

Die gefundenen Rohrbomben aus der Garage in Jena werden im Februar 1998 in Erfurt im Landeskriminalamt der Presse vorgestellt.
Diese Bausteine für eine Rohrbombe fand die Polizei im Januar 1998 in einer Werkstatt Rechtsextremer. Bildrechte: dpa

Der Sprecher des Thüringer Landeskriminalamtes, Ringo Mühlmann, erklärte dem MDR auf Anfrage, der Vorgang sei im Amt nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Gera wollte Ermittlungen zu dem Fall weder bestätigen noch dementieren.

Zwischen 1996 und 1998 wurden in Jena mehrere Sprengsätze und Bombenattrappen gefunden. Bekannt wurden Funde von mit Hakenkreuzen versehenen Sprengsätzen oder Attrappen an der Autobahn 4, im Stadion, auf dem Nordfriedhof und vor dem Theaterhaus. Außerdem erhielten die Polizei, die Stadtverwaltung und eine Zeitungsredaktion ebenfalls mit Hakenkreuzen versehene Briefbombenattrappen.

Ende 1997 wurde Uwe B., ein Mitglied des Bombenbauer-Trios, unter anderem wegen Volksverhetzung vom Landgericht Gera zu einer mehrjährigen Haftstrafe nach Jugendstrafrecht verurteilt. Er trat die Haft jedoch nicht an. Im Januar 1998 fanden Ermittler in der Garage der mutmaßlichen Terroristen Rohrbomben ohne Zünder. Uwe B. und seine Komplizen Uwe M. und Beate Z. entzogen sich kurz darauf der Verhaftung und tauchten unter. Später lebten sie jahrelang unerkannt in Sachsen, hauptsächlich in Zwickau. Sie werden verdächtigt, mindestens zehn Menschen ermordet und eine Reihe weiterer Straftaten, darunter mehrere Banküberfälle, begangen zu haben.

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2011, 21:09 Uhr

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1 Kommentar

20.11.2011 23:11 Annemarie 1

....die Braunen gehören für immer in den Knast. Aber was ist mit den deutschen Bahnhofsopfer. Von Deutschhasser zu Krüppel geschlagen. Welchen Ausgleich bekommen sie? Gewalt ist Gewalt. Warum diese Unterschiede? [...].[Anmerkung der MDR Online-Redaktion: wegen Provokation gekürzt]