Zwickauer Zelle Neue Akten zu Terror-Trio entdeckt

Die Archive aller Thüringer Kriminalpolizei-Inspektionen sind auf Hinweise auf das Neonazi-Terror-Trio ausgewertet worden - acht Monate nach dem Auffliegen des NSU. Wie die neue Landespolizeidirektion MDR THÜRINGEN bestätigte, haben Anfang Juli Beamte in den einzelnen Staatsschutzkommissariaten nach Informationen zum Terror-Trio gesucht und erneut Tausende Dokumente gefunden. Insgesamt sollen es 20 Ordner sein. Sie enthalten Einzelheiten zu Ermittlungsverfahren gegen den "Thüringer Heimatschutz", in dem auch Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in den 1990er-Jahren Mitglieder waren.

Aktenstapel
Rund 20 Ordner sollen in den Thüringer Staatsschutzkommissariaten entdeckt worden sein. Bildrechte: Colourbox.de

Die Unterlagen aus den Staatsschutzkommissariaten standen in diesem Umfang bislang weder den Ermittlern beim Bundeskriminalamt noch den Untersuchungsausschüssen von Bund und Land sowie der Schäfer-Kommission zur Verfügung.  Die Kommission unter der Leitung des früheren Bundesrichters Gerhard Schäfer hatte Mitte Mai ihren Bericht über das Versagen der Thüringer Behörden bei der Suche nach dem Terror-Trio vorgelegt. Schäfer wollte sich auf Anfrage von MDR THÜRINGEN nicht zu den neuen Aktenfunden äußern. Auch Thüringens Innenminister Jörg Geibert wollte auf Anfrage nichts zu den entdeckten Unterlagen sagen.

Die Untersuchungsausschüsse von Land und Bund hatten beim Thüringer Innenministerium Akten zum Thüringer Heimatschutz angefordert. Daraufhin beauftragte das Ministerium am 29. Juni das Landeskriminalamt, diese Unterlagen bereitzustellen. Am 2. Juli schaltete das LKA dann die neuinstallierte Landespolizeidirektion ein und bat um Recherchen in den einzelnen Inspektionen.

Lieberknecht rechnet mit weiteren Funden

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte dem MDR FERNSEHEN, es werde sicher in Zukunft mit weiteren Aktenfunden zu rechnen sein. "Wir sind mit der Aufklärung noch nicht am Ende." Dazu gehöre, "dass alle Akten auf den Tisch kommen". Das sei aber kein "Akt der Einmaligkeit", sondern geschiehe sukzessive, auch durch das Nachsehen der Behörden in ihren eigenen Beständen.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2012, 21:59 Uhr

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45 Kommentare

17.07.2012 09:24 Michael 45

Natürlich muß der böse Drache "Rechtsradikaler" hochgehalten werden. Und das auf Teufel komm raus. Schließlich gilt mittlerweile jeder als stumpfer Rechter wenn er Kritik am Klimafaschismus oder am Projekt der Eliten "Europa" übt. Als Krönung darf auch Kritik an Religionen erwähnt werden. Immer schön drauf mit Rechtskeule. Wer will schon mit Mundlos und Co in einem Satz erwähnt werden. Erinnert mich alles an die DDR.

16.07.2012 20:44 David Leon 44

Alles zusammen bringt die Vermutung nahe dass der Verfassungsschutz zu einem verfassungsfeindlichen Organisation geworden ist die die Nazis nach Belieben nützen. Eine faschistoide Organisation allerdings die wir mit unseren Steuergeldern finanzieren. Ich kann angesichts desse gar nicht genug fressen wie ich kotzen möchte.