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Wissenswertes | 25.11.2015 Erste Hilfe für Katzen

Katzen wird nachgesagt, sie hätten sieben Leben. Doch natürlich sind die Samtpfoten nicht unverwundbar. Mitunter brauchen sie Hilfe, schnelle Hilfe, Erste Hilfe. Bei einem Notfall, wie einem Unfall, einem Sturz, einer Verletzung, ist wichtig: Erstens: Ruhig zu bleiben. Zweitens: Erste Hilfe zu leisten. Drittens: Den Tierarzt aufzusuchen. Reden Sie beruhigend mit der Katze und sorgen Sie für einen behutsamen Transport. Auf alle Fälle sollten Sie vorbereitet sein auf solch eine Situation.

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Erste Hilfe leisten, kann bedeuten, damit das Leben des Vierbeiners zu retten. Und egal, ob die Katze nur leicht verletzt ist oder gar lebensgefährlich, - das Tier muss umgehend in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik. Erkundigen Sie sich, wo in Ihrer Nähe ein 24-Stunden-Notdienst angeboten wird. Notieren Sie sich die Telefonnummer und speichern Sie diese am besten in Ihr Handy ein.

Bei der Ersten Hilfe handelt es sich wirklich um eine Erstversorgung. Sie kann nicht die Behandlung durch einen Tierarzt ersetzen. Im Notfall ist es, ähnlich wie beim Menschen, zunächst das Wichtigste, das Tier soweit zu versorgen und zu stabilisieren, dass es den Transport zum Arzt gut übersteht.

In einer Notfallsituation besteht Schockgefahr. Mit Schock meinen Mediziner ein akutes Kreislaufversagen, in dessen Folge die lebenswichtigen Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden können. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Symptome eines Schocks sind flache Atmung, erhöhter Pulsschlag, erhöhte Herzfrequenz, blasse Schleimhäute, kalte Pfoten, apathisches Verhalten oder auch Unruhe bis Panik. Das Tier ist unberechenbar und kann aggressiv auf Ihre gut gemeinten Hilfeversuche reagieren, also kratzen und beißen. Schützen Sie sich mit einem Tuch oder mit Handschuhen. Was die Katze jetzt braucht, sind Ruhe, Wärme und Dunkelheit. Stress verschlimmert ihren Zustand. Man kann sie in eine Decke wickeln und auf eine feste Unterlage legen, und zwar in Seitenlage.

Katzen simulieren nicht, sie sind nicht wehleidig. Schwächen und Leiden versuchen sie zu verbergen. Deshalb sollten Abweichungen vom Normalverhalten ernst genommen werden.

Wunden vom Tierarzt versorgen lassen

Katze beim Tierarzt
Wunden gehören in ärztliche Hände. Bildrechte: Colourbox.de

Wunden oder andere äußere Verletzungen sieht man sofort; Brüche, Stiche oder innere Verletzungen jedoch sind nicht gleich zu erkennen. Hierbei müssen Sie sich auf Ihre Beobachtungsgabe verlassen.

Zu den häufigsten Notfällen gehören Verletzungen durch Unfälle im Straßenverkehr, durch Raufereien mit anderen Katzen, durch Einklemmen in angekippten Fenstern oder infolge von Stürzen von Balkonen oder aus Fenstern. Neben Knochenbrüchen, Stauchungen und Prellungen kann sich eine Katze dabei auch nicht sichtbare Verletzungen zufügen. Stürze aus einer geringen Fallhöhe (unter 2 m) sind besonders gefährlich, weil solch ein kurzer Sturz der Katze nicht genügend Zeit lässt, sich im Flug zu drehen und sie so unglücklich oder ungebremst am Boden aufkommen kann.

Bei stark blutenden Wunden muss die Blutung durch einen fest angelegten Notverband gestoppt werden. Bissverletzungen durch Artgenossen oder Hunde können tief ins Fleisch reichen und Abszesse verursachen. In den Körper eingedrungene Gegenstände, wie Äste, Stöcke, Messer u.ä., dürfen nicht herausgezogen werden, denn nach dem Entfernen kann das Tier rasch verbluten. Verbrennungen und Insektenstiche sollten mit kaltem Wasser oder mit einem Tuch um-wickelten Eiswürfeln gekühlt werden.

Bei Katzen kann es auch zu Unterkühlungen oder im Sommer zu einem Hitzschlag kommen. Beim Beißen in Kabel sind Stromschläge möglich. Symptome von Vergiftungen sind Speicheln, Erbrechen, Krämpfe und Kollaps. Wie bei den zuvor aufgeführten Notfällen muss die Katze sofort zum Tierarzt gebracht werden. Wenn Sie dort die Ursache einer Vergiftung angeben oder mitbringen können, kann das Tier gezielter behandelt werden.

Öfter kommen auch Fremdkörper im Auge oder verschluckte Fremdkörper vor. Hier gilt ebenfalls: Zunächst vorsichtig selbst zu entfernen versuchen, aber auf jeden Fall schnell zum Tierarzt. Bei einigen Notfällen kann die herbeigerufene Feuerwehr oder Polizei eine Katze bergen, befreien und erstversorgen.

Wiederbelebungsmaßnahmen richten sich auch bei Katzen nach dem ABC-Schema:

Verbandszeug
Tierbesitzer sollten auf den Notfall vorbereitet sein. Bildrechte: colourbox.com

A wie Atemwege freilegen (Maul öffnen, Zunge nach vorn ziehen, Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes entfernen); B wie Beatmung (durch die Nase, etwa alle 3 Sekunden); C wie Circulation (Kreislauf), Herzmassagen; dabei die linke Hand auf den Brustkorb legen und mit zwei Fingern der rechten Hand auf die Linke pressen, um das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Tierbesitzer sollten ihre Notfall-Apotheke im Haushalt auch für einen Notfall des Tieres ausstatten, z.B. mit Verbandswatte, selbstklebenden Binden, Mullbinden, Gazetupfern, Jod-Lösung, steriler Elektrolytlösung, mit Verbandsschere, Wundbalsam, Kalzium-Trinkampullen (bei Insektenstichen).

Auf keinen Fall jedoch dürfen Tiere mit Medikamenten für Menschen behandelt werden! Das gilt sowohl für äußere Anwendung wie Salben oder Desinfektionsmittel als auch für jegliche Art von Tabletten. Der Inhalt von Notfall-Apotheken sollte stets auf Verwendbarkeit überprüft und erneuert werden.

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2017, 12:10 Uhr