Ratgeber Zur Haltung von Minischweinen

Minischweine sind beliebte Haustiere geworden, denn sie sind zutraulich, lebhaft und robust. Doch solche süßen kleinen Ferkel können mitunter ausgewachsen - und das sind sie erst nach vier Jahren - durchaus 100 kg und mehr auf die Waage bringen. Wer sich Minipigs anschaffen möchte, sollte sich gründlich über Bedürfnisse und Verhalten der Tiere informieren.

Minischwein Sir Oinksalot
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch Minischweine gelten als Nutztiere 

Der Verein für Schweinefreunde setzt sich deutschlandweit für den Schutz und die artgerechte Haltung von Schweinen ein. Dessen Vorsitzende Silke Arnold betreibt im ostfriesischen Eversmeer das erste deutsche Tierheim für Schweine. Sie weist darauf hin: "Schweine gehören nicht wie Hunde und Katzen zu den Haustieren, sondern zu den Nutztieren." Das hat rechtliche Konsequenzen, auch für Minischweine. Die Tiere müssen beim Veterinäramt gemeldet werden, bei der Tierseuchenkasse und bei der Zentralen Datenbank. Vom Veterinäramt können Haltungsauflagen erteilt werden. Der Halter muss seine Schweine durch Ohrmarken kennzeichnen lassen. Außerdem ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung zu empfehlen.

Schweine sind Rottentiere

Schweine sind ausgesprochen soziale Säugetiere, die ein starkes Kontaktbedürfnis zu Artgenossen haben. Sie sollten daher niemals alleine gehalten werden. So richtig wohl fühlen sie sich in einer Rotte. Schweine haben ein organisiertes Sozialgefüge mit strenger Rangordnung und geregelten Tagesabläufen. Doch ein Schwein braucht auch einen Rückzugsort für sich allein. Mit anderen Haustieren kommen sie gut zurecht. Von Hunden können sie jedoch als Beute betrachtet und angegriffen werden.

Neugierig, intelligent und gesellig   

Von Natur aus sind Schweine neugierig, gelehrig und aufgeschlossen. Selten zeigen sie sich aggressiv. Allerdings sollten die Tiere kastriert werden. Mit konsequenter Erziehung muss der Halter seinen Tieren klar machen, wer das Sagen hat. Zu etwas zwingen lässt sich ein Schwein jedoch nicht. Gewalt sollte ohnehin tabu sein. Minipigs sind freundliche und intelligente Haustiere mit starken Charakteren. Sie zeigen ihre Zuneigung zu ihren Menschen, können anhänglich, verschmust und treu sein. Minischweine wollen beschäftigt sein. Ist ihnen langweilig, machen sie gerne auch mal Dinge kaputt.

Brauchen viel Platz und Auslauf

Eine Wohnungshaltung von Schweinen ist nicht artgerecht. Die Tiere brauchen viel Auslauf und Platz zum Suhlen, Wühlen und Scheuern. Ideal ist eine Kombination von Garten-, Weide- und Stallhaltung. Der abgegrenzte Außenbereich sollte ein Minimum von 12 Quadratmeter pro Schwein haben. Ein Stall bietet Schutz vor Kälte, Hitze, Regen und Schnee. Minischweine vertragen Hitze und Temperaturwechsel schlecht, weil sie keine Schweißdrüsen haben. Deshalb sind schattige Plätze und ein Schlammbad zum Suhlen nötig.

Keine Küchenabfälle verfüttern

Schweine sind Allesfresser, bevorzugen jedoch Grünzeug und Hackfrüchte. Das Futter für Minipigs sollte aus Heu und Getreideschrot bestehen, dazu Obst und Gemüse, Kartoffeln und Rüben, tierisches Eiweiß sowie Zusätze von Mineralien, die es im Fachhandel speziell für Schweine gibt. Nach dem Tierschutzgesetz dürfen keine Küchenabfälle verfüttert werden. Frisches Wasser muss stets reichlich verfügbar sein. Die Fütterung hat übrigens keinen Einfluss auf die Größe der Tiere, sondern nur auf das Gewicht. Minischweine können schnell verfetten.

Minischweine sind relativ pflegeleicht

Auch wenn das Vorurteil etwas anderes besagt: Schweine sind sehr saubere Tiere. Weitgehend können sie sich selbst reinigen. Durch Suhlen und Scheuern entfernen sie Schmutz und Parasiten. Bei guter Ernährung und viel Bewegung brauchen Minischweine nicht viel an Gesundheitsvorsorge. Sie müssen regelmäßig geimpft, halbjährlich entwurmt und gegen Parasiten behandelt werden. Außerdem benötigen sie Klauenpflege. Wenn in der Region die Schweinepest auftritt, unterliegen auch privat gehaltenen Minischweine den Maßnahmen der Behörden. Die natürliche Lebenserwartung liegt bei 15 bis 20 Jahren. Erwerben sollte man Minipigs in Tierheimen oder von seriösen Züchtern. Denn Kleinwüchsigkeit kann auch ein Zeichen von Inzucht sein.

Mehr Informationen im Internet:

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 24. November 2021 | 19:50 Uhr