Ratgeber Wie schütze ich mein Tier vor hoher UV-Strahlung?

Sonnenbrand bei Haustieren

Wie beim Menschen kann Sonnenbrand für Tiere eine schmerzhafte Sache werden. Zwar haben sie meist ein schützendes Fell, doch gefährdet sind vor allem unbehaarte Stellen an Nase und Ohren, außerdem die Bauch- und Leistengegend, wo das Fell dünn ist, sowie unpigmentierte Hautstellen und frische Narben. Laut Verband Deutscher Tierheilpraktiker sind Tiere mit hellem oder dünnem Fell und wenig Pigmenten besonders anfällig. Und natürlich Sphynxkatzen und Nackthunde. UV-Strahlen können Hautzellen beschädigen und zerstören. Die betroffenen Hautpartien röten sich zunächst, bilden Bläschen und entzünden sich dann, verbunden mit Juckreiz und Schmerzen. Häufig kommt es zu einer Krustenbildung. Durch Kratzen und Reiben kann Schmutz eindringen und sich Eiter bilden, wodurch eine schwere bakterielle Entzündung droht und der Tierarzt eingreifen muss. Die UV-Strahlung kann auch zu Hautverbrennungen und sogar Hautkrebs führen oder Bindehautentzündungen und Augenkrankheiten hervorrufen.

Schutz vor Sonnenbrand

Zwischen 11 und 16 Uhr ist die UV-Strahlung im Sommer besonders stark und gefährlich. Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft rät, Katzen und Hunde in dieser Zeit möglichst im Haus zu lassen. Freigang und Spaziergänge sollten in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Im Garten können schattige Plätze wie Bäume, Büsche, Sonnenschirme und Sonnensegel Schutz bieten. Auch Wohnungskatzen dürfen nicht zu lange auf dem Balkon oder am offenen Fenster in der prallen Sonne dösen. Für Pferde sind Bäume der beste natürliche Sonnenschutz. Bei baumlosen Weiden empfehlen sich feste Unterstände, Sonnensegel oder mobile Schutzhütten.

Sonnencreme für Haustiere

Für Haustiere gibt es zwar im Fachhandel spezielle Sonnencremes, doch bestimmte Produkte für Menschen sind auch geeignet. Tierheilpraktikerin Nicole Wursten aus Baden-Württemberg empfiehlt Sonnencremes für empfindliche Haut, die frei von Duft- und Farbstoffen sind. Idealerweise zieht die Creme sofort ein, ohne erst einwirken zu müssen, und ist wasserfest. Sie sollte mineralische UV-Filter enthalten und nicht auf Ölbasis hergestellt sein. Bewährt haben sich auch Baby-Schutzcremes. Bei Hunden rät die Expertin zu Sonnencremes mit einem Lichtschutzfaktor 15 und mehr; für Katzen sollte der LSF mindestens 30 betragen, bei Nacktkatzen sogar 50 und darüber.

Beim Sonnenschutz auch zu beachten

Einige kosmetische Sonnenschutzmittel für Menschen enthalten Substanzen, die bei einer möglichen Aufnahme durch Tiere Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Bei der Verwendung von Sprays ist Vorsicht geboten; Tiere sollten die Dämpe nicht einatmen. Einige Medikamente, die Haustiere bekommen, können als Nebenwirkung Sonnenunverträglichkeit haben. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte führt zum Beispiel Tabletten gegen Diabetes und bestimmte Antibiotika an. Übrigens kann die pralle Sonne auch für Nagetiere gefährlich werden. In einem Freiluftgehege sollten sie daher ausreichend Schattenplätze und Unterschlupfmöglichkeiten vorfinden. Vor Überhitzung durch Sonneneinstrahlung brauchen auch Zierfische in Gartenteichen natürlichen Sonnenschutz durch Bäume und Wasserlinsen oder Brücken und Sonnensegel als künstliche Schattenspender.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 20. Mai 2020 | 18:00 Uhr